Wie Enterprise Content Management KI-ready wird

Michael headshot
Bild: Box GmbH

Ein ICM-System ergänzt bestehende Anwendungen um eine dokumentenbasierte Ebene, die unstrukturierte Informationen erschließt und so eine Grundlage für den KI-Einsatz bildet. Dokumente, die bislang in unterschiedlichen Systemen, Formaten und Ablagen verteilt sind, werden in einer zentralen Struktur zusammengeführt. Damit entsteht eine durchgängige Sicht auf zuvor fragmentierte Inhalte. Über Metadaten wie Chargen-, Produkt- oder Zeitbezüge lassen sich Dokumente eindeutig zuordnen und verknüpfen. Die folgenden Use Cases zeigen, wie sich diese Prinzipien in der Produktion umsetzen lassen.

Qualitätsdatenmanagement

Qualitätsrelevante Dokumente wie Produktions- und Prüfberichte entstehen in vielen Unternehmen verteilt über verschiedene Systeme oder lokal auf Produktionsrechnern. Die Weitergabe erfolgt häufig manuell per E-Mail, die Ablage in unstrukturierten Fileservern. Ein ICM-System bündelt diese Dokumente in einer zentralen, versionierten Ablage. Strukturierte Metadaten wie Chargen- oder Prüfnummern ermöglichen ein eindeutiges Zuordnen und Durchsuchen der Inhalte. Aktivitätsprotokolle dokumentieren Änderungen und Freigaben. Über Schnittstellen zu ERP-, MES- oder PLM-Systemen lassen sich Datenquellen integrieren. KI kann darauf aufbauend Inhalte analysieren und kontextbezogen bereitstellen.

Störungen effizienter managen

Störmeldungen werden in Produktionsumgebungen aus unterschiedlichen Quellen generiert, etwa aus MES-Anwendungen, IoT-Sensoren oder Helpdesk-Tools. Sie liegen in verschiedenen Formaten wie PDFs, CSV-Dateien oder Tickets vor und sind in separaten Systemen gespeichert. Ein konsistenter Zugriff ist kaum möglich und Zuständigkeiten bleiben oft unklar, da Rollen und Zugriffsrechte nicht zentral gesteuert werden. Ein ICM-System konsolidiert diese Informationen; Dokumente werden versioniert und über Metadaten, etwa Zeitstempel oder betroffene Anlagen, klassifiziert. KI kann dann die Inhalte aus unterschiedlichen Formaten analysieren und zu relevante Informationen aufbereiten.

Lieferantenintegration

In der Zusammenarbeit mit Lieferanten werden Spezifikationen, Freigaben und Herkunftsnachweise häufig per E-Mail oder über separate Plattformen ausgetauscht. Das führt zu Medienbrüchen, redundanten Abstimmungen und eingeschränkter Nachvollziehbarkeit. Auch die Kontrolle über Zugriffsrechte und Datenintegrität ist erschwert. Die Ablage in einem ICM-System hilft, indem relevante Dokumente einheitlich gespeichert und versioniert werden. Rollenbasierte Zugriffskonzepte ermöglichen Zugriff für interne Teams und externe Partner. Schnittstellen sorgen für eine Integration ohne Medienbrüche. KI unterstützt bei der Analyse unstrukturierter Inhalte und stellt relevante Informationen bereit. Dadurch werden Abstimmungsprozesse effizienter, Entscheidungen nachvollziehbarer und die Zusammenarbeit transparenter. Der Engpass für KI liegt selten bei Modellen oder Rechenleistung, sondern in der Datenstruktur. ICM-Systeme können eine solche Basis bereitstellen.

Seiten: 1 2



  • IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

    IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

    Steuerungsspezialist IBHsoftec und der Anbieter von Fernzugriffslösungen Teamviewer haben eine gemeinsame Lösung vorgestellt. Diese bietet weitreichende Funktionen zur Ferninstallation, Fernüberwachung und zum Fernzugriff auf industrielle Steuerungstechnik.

    mehr lesen: IBHsoftec und TeamViewer kooperieren bei Industriesteuerungen

  • Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

    Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

    Der MES-Hersteller iTAC besetzt den Posten Director Professional Service. Der Manager Michael Leonhardt wird sich künftig um die Service- und Qualitätsorientierung der Dürr-Tochter kümmern.

    mehr lesen: Michael Leonhardt verantwortet den Professional Service bei iTAC

  • Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ging im Juli auf 5,6 Millionen zurück, gegenüber 6,7 Millionen im Juni. Doch während immer mehr Händler und Dienstleister aufatmen können, sinken die Zahlen…

    mehr lesen: Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

  • Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Rund 37 Prozent der produzierenden Unternehmen wollen Homeoffice auch nach der Corona-Krise nutzen. Vor Ausbruch der Pandemie waren es nur etwa 25 Prozent der Fertigungsbetriebe, wie eine repräsentative Umfrage des…

    mehr lesen: Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

  • Erwartungen für August steigen deutlich

    Erwartungen für August steigen deutlich

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im August 2020 gegenüber dem Vormonat wieder deutlich an, nachdem sie im Juli leicht zurückgegangen waren. Die Konjunkturerwartungen liegen aktuell bei 71,5 Punkten, also 12,2…

    mehr lesen: Erwartungen für August steigen deutlich

  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

  • Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric hat den MES-Anbieter Proleit AG erworben. Mit diesem Schritt will der französische Konzern seine Kompetenzen bei der Software-gestützten Automatisierung erweitern.

    mehr lesen: Schneider Electric übernimmt Proleit

  • Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Im Juli ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex erneut gestiegen — der dritte Anstieg in Folge. Die Bitkom-Branche blickt zudem wieder in die Zukunft. Die Erwartungen an das nächste halbe Jahr liegen wider…

    mehr lesen: Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

  • Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Siemens stellt sein Topmanagement um: Roland Busch übernimmt ab Oktober die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021. Auf der Hauptversammlung nächsten Februar löst Busch Topmanager Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzenden ab. Digital…

    mehr lesen: Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

  • Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.

    mehr lesen: Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

  • Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.

    mehr lesen: Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

  • Emotet ist zurück

    Emotet ist zurück

    Bereits im Februar 2020 berichteten wir von einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet auf das Berliner Kammergericht. Mehr als 160 Tage nach der letzten bekannten Verbreitung der Schadsoftware konnten Sicherheitsforscher…

    mehr lesen: Emotet ist zurück