Tools für Entwicklung und neue Geschäftsmodelle

battery pack designer app comsol 1
Bild: Comsol Multiphysics GmbH

Im Ingenieurwesen und der Produktentwicklung ist Simulationstechnologie kaum mehr weg zu denken: Mit virtuellen Abbildern realer physischer Systeme – mit digitalen Zwillingen – können Ingenieure, Entwickler, aber auch Wissenschaftler innovative Ideen ausprobieren, Annahmen prüfen und Probleme früh erkennen, bevor eine Innovation in die Umsetzung gebracht wird. Simulationen ermöglichen zudem die Analyse der vorhergesehenen Probleme, um passende Lösungen zu finden.

Multiphysik-Simulation

Dass die Nutzung digitaler Zwillinge und Simulationssoftware branchenübergreifend steigt, liegt auch darin begründet, dass Plattformen wie die der Softwarefirma Comsol darauf ausgelegt ist, auch weniger IT-geschulten Mitarbeitenden die Erstellung und Verwaltung von Modellen und digitalen Zwillingen zu ermöglichen. Multiphysik-Software kann verschiedene physikalische Phänomene in die Simulation integrieren, die Prozesse und Ergebnisse beeinflussen. So werden beispielsweise Elektromagnetik, Wärmeübertragung, Fluiddynamik und mechanische Spannungen in einem Modell gekoppelt, um etwaige Wechselwirkungen aufzuzeigen. Dieser Unterschied zu anderen Simulationsprogrammen sollte sich in wesentlich genaueren Vorhersagen und letztlich robusteren Designs bemerkbar machen. Die Praxis zeigt außerdem: Das frühe Erkennen möglicher Fehler bereits im Designprozess verkürzt die Entwicklungszeit. Das Industrial Technology Research Institute (ITRI) z.B. konnte durch den Einsatz einer Simulations-App beim 3D-Druck von Raketeninjektoren für Taiwan Innovative Space bis zu 83 Prozent der Kosten und 99 Prozent der Zeit einsparen. Verantwortlich dafür war die gelungene Vorhersage von Verformungen und Spannungen beim Laser-Pulverbett-Schmelzen.

Auch in der Elektromobilität bieten Simulationstechnologien Möglichkeiten, das Verhalten und die Auslegung der verbauten Komponenten zu optimieren.
Auch in der Elektromobilität bieten Simulationstechnologien Möglichkeiten, das Verhalten und die Auslegung der verbauten Komponenten zu optimieren.Bild: Comsol Multiphysics GmbH

Digitale Produkte entwerfen

Mit digitalen Zwillingen können Unternehmen Produkte entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten sind. Ein digitaler Zwilling schafft zudem neue Möglichkeiten, das Angebot um digitale Dienstleistungen zu erweitern. So kann ein physisches Produkt, ergänzt durch Echtzeitdaten und Analysen, als Dienstleistung angeboten werden (Product-as-a-Service). Dies kann kontinuierliche Umsatze ermöglichen. So hat der Batteriehersteller IAV mit Comsol Simulation ein Doppelbatterie-System entwickelt. Zusätzlich bietet der Hersteller den Abnehmern des neuen Systems eine mit dem Modul Application Builder entwickelte White Box, mit der die Käufer eigene Optimierungsberechnungen für ihren Anwendungsfall des Produkts auf Basis von Simulation durchführen können.

Essen digital abbilden

Auch auf die Nachhaltigkeit eines Produktes können digitale Zwillinge erheblichen Einfluss nehmen. Durch Simulationen können Unternehmen die Umweltauswirkungen ihrer Produkte analysieren und optimieren, bevor diese physisch produziert werden. Dies trägt zur Reduktion von Abfall und Energieverbrauch bei und unterstützt Unternehmen dabei, nachhaltigere Praktiken in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. So konnte die Schweizer Forschungsorganisation Empa Modelle und eine Simulations-App kompilieren, die von Landwirten und Händlern zur Vorhersage der Haltbarkeit von frischem Obst und Gemüse genutzt werden. Mit integrierten digitalen Zwillingen der Nahrungsmittel und Transportkisten können sie die Auswirkungen von aktuellen Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten auf die Haltbarkeit kontrollieren. Die App unterstützt bereits bei der Verbesserung der Nutzung von gekühlten Lebensmitteln in Entwicklungsländern und sorgt für weniger Verderb von Frischwaren auf dem Weg von Ernte bis zum Verzehr.

Wartung wird revolutioniert

Ein Bestandteil der Digitalstrategien vieler Fertigungsunternehmen ist die Umstellung auf vorausschauende Wartung, Predictive Maintenance genannt. In digitale Zwillinge fließen Daten über den Zustand von Maschinen und Anlagen ein. Diese Überwachung ermöglicht es, Probleme früh zu identifizieren und Wartungsarbeiten durchzuführen, bevor es zu Ausfällen kommt.

Zukunftssicher aufstellen

Simulationen und digitale Zwillinge erweisen sich als Schlüsseltechnologien nicht nur im Ingenieurwesen und der Produktion, sondern unterstützen auch neue Geschäftsmodelle. Die Integration dieser Technologien in Geschäftsstrategien kann daher einen Wettbewerbsvorteil darstellen, der zur Zukunftssicherheit einer Firma beiträgt.



  • Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Der Softwareanbieter Sage hat fünf IT-Trends identifiziert, die 2020 für Unternehmen wichtig werden — darunter die Themen Hybrid Cloud, Predictive Data Analytics und Nachhaltigkeit.

    mehr lesen: Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

  • VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    Im dritten Quartal 2019 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25%. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 29% zurück. Die Auslandsbestellungen verloren 23%.…

    mehr lesen: VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

  • Planungsoptimierung in Echtzeit

    Planungsoptimierung in Echtzeit

    Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes ProPlanE haben die Projektpartner den Prototypen einer Analyseplattform entwickelt, mit der sich die Fertigungsplanung auf Basis von Process-Mining-Verfahren in…

    mehr lesen: Planungsoptimierung in Echtzeit

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

    Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

    Maschinen- und Anlagenbauer sind Vorreiter bei der Nutzung von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Mehr als jedes Dritte Unternehmen (34%) nutzt die Technologien bereits – doppelt so viele…

    mehr lesen: Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

  • Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

    Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

      Schneider Electric hat seinen ersten Innovation Hub in der DACH-Region eröffnet. Ab sofort steht Kunden, Partnern, Schülern und Studenten auch im Schwarzwald ein Schneider Electric Innovation Hub offen.

    mehr lesen: Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

  • Cyberangriff bei Pilz

    Cyberangriff bei Pilz

    Mitte Oktober ist Pilz Ziel eines schweren Cyberangriffs geworden. Weltweit waren Server- und Kommunikationssysteme des Automatisierungsanbieters betroffen.

    mehr lesen: Cyberangriff bei Pilz

  • Bundesregierung zieht Bilanz

    Bundesregierung zieht Bilanz

    Vor einem Jahr hat die Bundesregierung ihre Strategie Künstliche Intelligenz beschlossen. Das Ziel: Die weitere Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz ganzheitlich politisch zu gestalten. Nun zog man seitens der…

    mehr lesen: Bundesregierung zieht Bilanz

  • Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Mit einem leichten Wachstum im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft knapp einer Rezession entgangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchs das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum um 0,1 Prozent.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wächst leicht

  • Proalpha übernimmt Tisoware

    Proalpha übernimmt Tisoware

    Der ERP-Anbieter Proalpha übernimmt Tisoware, ein Anbieter für Zeitwirtschaftssoftware. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihre Kunden noch besser bei der Digitalisierung unterstützen.

    mehr lesen: Proalpha übernimmt Tisoware

  • Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Trotz schwieriger Marktbedingungen befindet sich die Fertigungsindustrie weiter im Wachstum. Dies zeigt der Global Growth Index des Softwareanbieters Epicor. Demnach betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbefragung ein Prozent.

    mehr lesen: Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

  • Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Die Richtlinie VDI/VDE/NAMUR 2658 Blatt 1 ‚Automatisierungstechnisches Engineering modularer Anlagen in der Prozessindustrie – Allgemeines Konzept und Schnittstellen‘ wurde im Oktober 2019 in deutsch und englisch veröffentlicht. Darin wird das…

    mehr lesen: Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln