Potenzial bewusst erkennen

Ressourcensparen rechnet sich

Remanufacturing von Wasserzählern (Bild: VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH)
Remanufacturing von Wasserzählern (Bild: VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH)

Digitalisierung der Produktion

Enorme Einsparpotenziale lassen sich in der Produktion realisieren – insbesondere mit digitalisierten Prozessen. In der VDI-Richtlinie 4800 werden Maßnahmen und Strategien beschrieben, mit denen sich die Ressourceneffizienz erhöhen lässt. Obwohl die meisten KMU bereits in einer frühen Phase auf dem Weg zu Industrie 4.0 die Potenziale der Digitalisierung erkennen, wird kaum eine Verbindung zur Steigerung der Ressourceneffizienz hergestellt. Diesen Zusammenhang jedoch illustriert die Blechwarenfabrik Limburg auf verschiedenen Ebenen: Durch Echtzeiterfassung und Analyse der Produktions- und Energiedaten in verschiedenen Managementsystemen ist ein frühzeitiges Erkennen von Leckagen und Defekten in Druckluftleitungen möglich. Fahrerlose Transportsysteme verhindern undefinierte Lager und führen zu weniger Transportschäden. Die größten Ressourceneinsparungen resultieren jedoch aus einer intelligenten Solarstromnutzung in Verbindung mit einem energieeffizienten Ofen. Dieser ersetzt zwei ältere Öfen und seine Abwärme wird als Heizenergie und über einen Wärmetauscher auch zur Kühlung genutzt. Somit wurden geringere Stillstandzeiten erreicht und jährlich 500.000 Euro Material- und Energiekosten sowie über 2.600 Tonnen Treibhausgase eingespart.

Kreislaufwirtschaft

Am Ende seines Lebenswegs wird ein Produkt meist entsorgt. Um die Ressourceneffizienz eines Produktes in diesem Stadium zu erhöhen, existieren unterschiedliche Methoden. Zwei davon sind Recycling und Remanufacturing. Beim Remanufacturing, der ressourceneffizienteren Methode, werden defekte Produkte, sogenannt Cores, eingesammelt, die defekten Teile repariert oder ausgetauscht und diese nach einer Qualitätsprüfung dem Markt wieder zugeführt. Ein Beispiel hierfür sind Wasserzähler, welche laut Gesetz alle zehn Jahre ausgetauscht werden müssen. Statt sie nach zehn Jahren zu entsorgen, kann durch Aufbereitung der gebrauchten Produkte und Wiederverwendung eine Materialeinsparung von bis zu 80 Prozent der Messing- und Elektronikteile im Vergleich zu Neuteilen realisiert werden. So geschieht das beim Unternehmen Lorenz, das zudem bis zu 80 Prozent an Energie spart.

Trennen statt verbrennen

Für das Recycling von Materialien existieren vor allem für Kunststoffe viele Beispiele. Abfälle aus dem gelben Sack sind oft schwer trennbar und werden daher meist energetisch verwertet, also verbrannt. Durch iterative Sortiervorgänge der werkstofflich verwertbaren Kunststoffe mithilfe von Nahinfrarotscannern und Druckluftdüsen erreicht die CFK Valley Stade Recycling GmbH jedoch einen Reinheitsgrad der sortierten Kunststoffe von bis zu 98 Prozent. Dieser hohe Anteil an werkstofflich verwertbaren Kunststoffen führt zu Rohöleinsparungen.

Gut für Umwelt und Kasse

Potenzial zum Einsparen von Material und Energie existiert entlang des gesamten Lebenswegs eines Produktes. Vorausschauende Konstruktion und Gestaltung, Digitalisierung in der Produktion und die Integration in Kreislaufwirtschaften führen zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.