AI-Electrix von WSCAD: KI-Copilot für die Elektrokonstruktion

488705
Anstelle viele einzelne Klicks durchzuführen und wissen zu müssen, wie die Software bedient wird, reicht der
KI der Befehl ‘Erstelle Materialliste’. – Bild: WSCAD GmbH

Die Elektrokonstruktion ist traditionell ein zeitaufwendiger und arbeitsintensiver Bereich. Konstrukteure müssen zahlreiche komplexe Aufgaben manuell ausführen. Klassische Beispiele sind die Erstellung von Materiallisten, das Platzieren von Makros oder die Suche nach Bauteilen. Diese Schritte tragen nicht direkt zur Wertschöpfung bei. Sie sind zudem anfällig für menschliche Fehler. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel die Situation: Unternehmen haben Schwierigkeiten, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, um die steigende Arbeitslast zu bewältigen. So zeigt eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA), dass in der Metall- und Elektroindustrie im Juni 2022 bundesweit rund 110.000 Fachkräfte fehlten. Eines der betroffenen Berufsfelder war laut KOFA der Bereich ‚technische Forschungs-, Entwicklungs-, Konstruktions- und Produktionssteuerungsberufe‘. 20 Prozent der offenen Stellen in diesem Sektor konnten seinerzeit nicht besetzt werden. Sicherlich hat sich diese Situation bis heute nicht verbessert, sondern eher noch zugespitzt. Hier setzt Electrix AI an. Die ECAD-Software nutzt künstliche Intelligenz, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren und Arbeitsprozesse zu optimieren. Das Ergebnis ist eine deutlich Effizienzsteigerung bei der Konstrukteursarbeit.

Sprachbefehle möglich

Im Zentrum der neuen Anwendung steht der AI-Copilot, ein digitaler Assistent, der bei der Elektrokonstruktion unterstützt. Gesteuert wird er über einfache Text- oder Sprachbefehle, die die KI in Aktionen umsetzt. Diese Benutzerführung soll Electrix AI für Experten und Gelegenheitsanwender zugänglich machen. Ein Beispiel: Das Erstellen einer Materialliste, das früher zahlreiche Klicks und mehrere Minuten in Anspruch nahm, erfolgt jetzt mit einem einzigen Befehl wie ‚Erstelle eine Materialliste‘. Innerhalb von Sekunden liegt das Ergebnis vor. Ebenso deutlich ist die Effizienzsteigerung beim Platzieren von Makros: Ein Vorgang, der bei manueller Herangehensweise bis zu fünf Minuten dauern kann, soll mit dem Assistenten nur noch 15 Sekunden dauern. Weiterhin ermöglicht die KI die Analyse und Fehlererkennung: Der AI-Copilot kann Projekte in Sekundenschnelle prüfen und Schwachstellen identifizieren. Damit kann die Software nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Qualität der Konstruktionen erhöhen.

Unterstützung für Experten

Das System ist auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen zugeschnitten. Für erfahrene Konstrukteure bietet die Software die Möglichkeit, komplexe Aufgaben zügig zu erledigen. So können beispielsweise mehrere Kommandos hintereinander ausgeführt werden: ‚Platziere die Makros CPU, SPS-DA, SPS-DE und SPS-Potenziale auf eine neue Seite. Erstelle dann den Klemmenplan und die Materialliste als Excel-Datei mit Artikelnummer, Anzahl und Hersteller.‘ Ebenso kann die KI Rechercheaufgaben übernehmen, etwa die Suche nach einer bestimmten Komponente mit dem Befehl ‚In welchem Projekt habe ich zuletzt Bauteil 0815 verwendet?‘ Der Copilot kann sodann binnen weniger Augenblicke den Projektnamen und das Datum der letzten Änderung anzeigen. Auf Wunsch wird das Projekt direkt geöffnet.

Support für Unerfahrene

Auch Gelegenheitsnutzer sollen von der Bedienung profitieren. Durch vorgefertigte Beispiel-Prompts und der Möglichkeit, den AI-Copiloten direkt zu fragen oder zu beauftragen (‚Wie schalte ich den Fang ein?‘ oder ‚Platziere das Makro XY auf die Seite ZZ‘), können weniger erfahrene Mitarbeiter anspruchsvollere Aufgaben erfüllen. Das Tool soll damit in zweierlei Hinsicht gegen den Fachkräftemangel im Engineering wirken. Denn einerseits sparen Experten durch die Automatisierung und Unterstützung Zeit. Auf der anderen Seite können Beschäftigte mit geringeren Fachkenntnissen nun bestimmte Expertenaufgaben übernehmen.

Fehlerprüfung und Qualitätssicherung

Eine wesentliche Herausforderung bei der Elektrokonstruktion ist die Fehlerprüfung. Gerade in Projekten, die aus verschiedenen Vorlagen zusammengeführt werden, können leicht Fehler entstehen, die den gesamten Ablauf beeinträchtigen. Electrix AI soll dieses Problem lösen, indem die Software Schaltpläne nach typischen Fehlern wie offenen Verbindungen, fehlenden Artikelzuweisungen oder unvollständigen Klemmenplänen durchsucht. Das Kommando ‚Finde die Fehler in diesem Projekt‘ genügt, und der AI-Copilot liefert eine Analyse der Arbeit.

Datenschutz wurde bedacht

Bei der Nutzung öffentlich zugänglicher KI-Systeme wie ChatGPT, bei den Informationen auf US-Servern gespeichert werden, werden regelmäßig Bedenken zum Datenschutz geäußert. Die Software von WSCAD-Software hingegen speichert keine personenbezogene Daten und auch keine Projekte. Sie arbeitet zudem mit einer End-to-End-Verschlüsselung. Die IP-Adresse des Anwenders wird versteckt. Zusätzlich werden Chat-Verläufe nach jeder Sitzung automatisch gelöscht, um sensible Informationen zu schützen.

Beginn einer Transformation

Moderne KI-Systeme lösen mehrere drängende Probleme im Engineering-Bereich von Unternehmen. Allen voran entlasten sie die vorhandenen Fachkräfte, indem sie zeitaufwendige Aufgaben vollständig übernehmen und auch kleinere Schritte im Arbeitsalltag automatisieren. Zudem versetzen sie Mitarbeitende mit weniger Knowhow in die Lage, Ingenieure zu unterstützen und zu entlasten. Gleichzeitig können Prozesse beschleunigt werden, wodurch Projekte schneller abgeschlossen und neue Produkte in kürzerer Zeit auf den Markt gebracht werden können. Die automatisierte Fehlersuche verspricht hingegen eine höhere Qualität der Ergebnisse. Kurzum: Künstliche Intelligenz hat transformatives Potenzial für die Elektrokonstruktion. Sie wird die Arbeitsweise in Engineering-Teams nachhaltig verändern. Insofern lohnt es sich, die Entwicklung genau im Blick zu behalten und frühzeitig die Einsatzmöglichkeiten im eigenen Unternehmen zu evaluieren.



  • Enno Scharphuis neu im Fachverbandsvorstand

    Enno Scharphuis neu im Fachverbandsvorstand

    Der VDMA Fachverband Robotik + Automation hat mit Enno Scharphuis ein neues Vorstandsmitglied. Er folgt auf Johannes Linden.

    mehr lesen: Enno Scharphuis neu im Fachverbandsvorstand

  • Quantencomputing für den digitalen Zwilling

    Quantencomputing für den digitalen Zwilling

    Mit dem Forschungsprojekt ’Quasim’ verfolgen das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen und ihre Konsortialpartner das Ziel, Fertigungssimulationen wie etwa den digitalen Zwilling mithilfe von Quantencomputing zu beschleunigen und dadurch…

    mehr lesen: Quantencomputing für den digitalen Zwilling

  • Andreas Reif wird CFO bei Auvesy-MDT

    Andreas Reif wird CFO bei Auvesy-MDT

    Auvesy-MDT hat sein Management-Team erweitert und seit Jahresanfang mit Andreas Reif einen neuen CFO.

    mehr lesen: Andreas Reif wird CFO bei Auvesy-MDT

  • Dassault Systèmes verändert Konzernleitung

    Dassault Systèmes verändert Konzernleitung

    Pascal Daloz soll sich auf seine Aufgabe als Chief Operating Officer von Dassault Systèmes konzentrieren. Rouven Bergmann wird zum Executive Vice President und Chief Financial Officer des Konzerns ernannt.

    mehr lesen: Dassault Systèmes verändert Konzernleitung

  • Trotz Personalmangels die Cybersicherheit verbessern

    Trotz Personalmangels die Cybersicherheit verbessern

    76 Prozent der Security-Verantwortlichen berichteten von einer Zunahme der Cyberangriffe im vergangenen Jahr – beschleunigt durch die Covid-19-Pandemie und eine rasche Verlagerung von Büro- zu Remote-Mitarbeitern sowie von der lokalen…

    mehr lesen: Trotz Personalmangels die Cybersicherheit verbessern

  • Softing mit neuer Doppelspitze

    Softing mit neuer Doppelspitze

    Softing Industrial Automation wird seit Jahresbeginn von einer Doppelspitze geleitet. Thomas Hilz und Thomas Rummel haben die Nachfolge von Frank Steinhoff angetreten.

    mehr lesen: Softing mit neuer Doppelspitze

  • EU investiert 43Mrd.€ in Halbleiterfertigung

    EU investiert 43Mrd.€ in Halbleiterfertigung

    Das Chip-Gesetzt soll die Resilienz sowie die Wettbewerbsfähigkeit Europas in Sachen Halbleitertechnologien stärken. Die EU-Kommission hat nun die Eckpunkte des Gesetzes vorgestellt.

    mehr lesen: EU investiert 43Mrd.€ in Halbleiterfertigung

  • Kaspersky meldet Allzeithoch

    Kaspersky meldet Allzeithoch

    DDoS-Angriffe haben im letzten Quartal 2021 ein trauriges Allzeithoch erreicht. Laut Kaspersky-Telemetrie ist die Gesamtzahl der DDoS-Angriffe im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um 52% gestiegen. Das ist 4,5-mal höher…

    mehr lesen: Kaspersky meldet Allzeithoch

  • Integrierte Angriffserkennung und -blockierung in Echtzeit

    Integrierte Angriffserkennung und -blockierung in Echtzeit

    Dynatrace hat das Application Security Module erweitert. Es bietet nun eine automatische Erkennung und Abwehr von Angriffen in Echtzeit. Dies schützt vor Injection-Attacken, die kritische Schwachstellen wie Log4Shell ausnutzen.

    mehr lesen: Integrierte Angriffserkennung und -blockierung in Echtzeit

  • Eva Heuer wird Gesellschafterin bei T.Con

    Eva Heuer wird Gesellschafterin bei T.Con

    Mit Eva Heuer hat die T.Con eine neue Gesellschafterin. Seit 2019 ist sie Personalverantwortliche des SAP-Partners und wird sich dieser Aufgabe auch weiterhin widmen.

    mehr lesen: Eva Heuer wird Gesellschafterin bei T.Con

  • Aufträge für die nächsten 4,5 Monate

    Aufträge für die nächsten 4,5 Monate

    Der Auftragsbestand der deutschen Industrie reicht laut Berechnungen des Ifo Instituts für die nächsten 4,5 Monate. In der Automobilindustrie liegt der Auftragsbestand sogar bei 8 Monaten.

    mehr lesen: Aufträge für die nächsten 4,5 Monate

  • Keba übernimmt Drag and Bot

    Keba übernimmt Drag and Bot

    Drag and Bot gehört nun zur Keba Gruppe. Der Österreichische Automatisierungsspezialist hat die Übernahme bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossen.

    mehr lesen: Keba übernimmt Drag and Bot