Interoperable digitale Zwillinge

Abbildung3
Bild: Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW)

Im Forschungsprojekt Growing werden Methoden entwickelt, um die digitale Kollaboration in der Produktion und Montage von Produkten zu verbessern. Das Ziel ist es, die Zahl der unterschiedlichen Stände des digitalen Zwillings bei den Projektpartnern zu verringern und eine gemeinsame Datenbasis zu schaffen. Zentraler Baustein ist dabei ein wachsender digitaler Zwilling, der alle relevanten Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg integrieren soll. Die Konzepte werden in zwei industriellen Anwendungsszenarien der Projektpartner sowie in einem institutsübergreifenden Demonstrator am ISW der Universität Stuttgart erprobt. Gleichzeitig werden die Anlagen über den Datenraum der Arena2036, einer Forschungsplattform der Universität Stuttgart, in das dortige Fertigungsökosystem des Projektpartners Bosch integriert. Gefördert wird das Forschungsprojekt von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Wachsender digitaler Zwilling

Planung, Entwicklung und Validierung erfolgen im Projekt konsequent digital und iterativ. Dabei steht die Asset Administration Shell (AAS) im Mittelpunkt. Sie ist die digitale Repräsentation jedes physischen Artefakts und die Schnittstelle zur systemübergreifenden Integration. Bestehende Engineering-Systeme mit eigener Datenhaltung werden über AAS-Schnittstellen schrittweise eingebunden und integriert. Es entsteht ein wachsender digitaler Zwilling, der die Realität immer präziser abbildet und über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg nutzbar bleibt. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung standardisierter Integrationsrichtlinien.

Virtuelle Repräsentation des institutsübergreifenden Demonstrators im Forschungsprojekt 'Growing'
Virtuelle Repräsentation des institutsübergreifenden Demonstrators im Forschungsprojekt ‚Growing‘Bild: Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW)

Durchgängige Simulationsmodelle

Bisher werden Simulationsmodelle jedoch oft isoliert erstellt, beispielsweise frühe FEM-Analysen oder Modelle aus der virtuellen Inbetriebnahme. Das führt zu doppelten Modellierungen und reduziert die Effizienz. Im Projekt stehen daher auch Wiederverwendbarkeit und Verknüpfung von Simulationsmodellen über den Lebenszyklus hinweg im Fokus. Dabei sollen auch Modelle, die in der Betriebsphase Anwendung finden, Daten und Informationen zurück ins Engineering spielen, sodass das frühe Engineering von genaueren Modellen profitieren kann. Zentraler Bestandteil des Datenaustauschs zwischen den Modellen ist die AAS. Mithilfe des Submodels ‚Provision of Simulation Models‘ von der IDTA können Daten interoperabel von einer Instanz zu einer anderen transferiert werden. Derzeit wird im Projekt zudem ein konkreter Anwendungsfall vertieft betrachtet. In Kooperation mit der Stuttgarter Maschinenfabrik unter Einbindung von Anwendungen der Projektpartner SimPlan und Flexis soll ereignisdiskrete Simulation und fortschrittliche Produktionsplanung eine datengestützte und realitätsnahe Optimierung der Fertigungsprozesse ermöglichen.



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