Digitale Zwillinge und Simulation in der Cloud

Screenshot
Bild: kathayut/stock.adobe.com / Conwex GmbH

Mit der iPhysics Digital Twin Collaboration Platform (DTCP) überführt Machineering seine Simulationssoftware in ein SaaS-Produkt und erschließt damit neue Anwendungsfelder:

  • die verteilte Entwicklung in Echtzeit,
  • simulationsgestützte Abstimmungsprozesse mit Kunden oder Lieferanten,
  • durchgängiges Variantenmanagement sowie
  • die direkte Einbindung von Echtzeitdaten aus der Produktion.

Auch lassen sich Systeme und Komponenten wie CAD-Anwendungen, PLC-Runtimes und -Entwicklungsumgebungen, Robot-Control-Runtimes und auch deren Entwicklungsumgebungen sowie Leit- und HMI-Systeme in Projekte einbinden. Das gleiche gilt für eigene Anwendungsentwicklungen. DTCP erfüllt in der Basisversion gängige Zertifizierungen und branchenspezifische Anforderungen wie ISO-konforme Prozesse.

Gemeinsam oder parallel

Die Zusammenarbeit auf der Plattform erfolgt entweder gemeinsam im selben Projekt oder jeweils in einer parallel gestarteten Kopie davon – je nachdem, welche Arbeitsweise erforderlich ist. Die Funktionalitäten können Anwender direkt in der Cloud des Anbieter ausprobieren oder auch sofort nutzen, wenn Unternehmen etwa keine eigene Maschinenbau-IT aufbauen möchten. Die Nutzung erfolgt über gängige Webbrowser. Verfügbar ist die DTCP in mehreren Varianten:

  • Für Anwender, die keine eigene IT aufsetzen möchten, ist DTCP als iPhysics Collaborate nutzbar. Die Abrechnung erfolgt hier stundenbasiert.
  • Für Unternehmen, die ihre Anwendungen pausenlos benutzen wollen, ist die Variante iPhysics DTCP Private Cloud gedacht.
  • Die selbst gehostete iPhysics DTCP On-Premise-Variante bietet Unternehmen wiederum die vollständige Kontrolle über Hard- und Software.

Der Einsatz der Software eignet sich unter anderem für Vertriebs- und Messedemos, SPS-Tests sowie Schulungen des Personals. Ab Ende 2025 steht die Cloud-Plattform zudem für die Modellbearbeitung zur Verfügung, wodurch eine Entwicklung in iPhysics Collaborate bei Skalierung auf der bereitgestellten Hardware möglich wird.

Screenshot 1
Cloudangebote im Überblick Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Kollaboration und Optimierung

Das Tool ermöglicht die Kollaboration über Unternehmensgrenzen hinweg: Produktion, Maschinenbauer, Steuerungstechniker und IT-Fachleute können sich standortunabhängig abstimmen. Durch virtuelle Tests lassen sich Meilensteine frühzeitig überprüfen, potenzielle Fehlerquellen identifizieren und damit die Inbetriebnahmezeiten verkürzen. Gleichzeitig können reale Produktionsdaten über Schnittstellen wie OPC UA in die Simulation integriert werden – dies bietet Potenziale für vorausschauende Wartung oder die datenbasierte Optimierung im laufenden Betrieb.

Wer hat die Datenhoheit?

Die Datenhoheit liegt beim Maschinenbetreiber: Dieser kann jederzeit auf Modelle zugreifen, ohne sensible CAD-Daten der Hersteller zur Verfügung gestellt zu bekommen. Im Fall von Remote Maintenance kann zudem der Service-Bereich durch die zentrale Cloud-Infrastruktur im Ernstfall schneller reagieren – durch zentrale Updates, direkten Zugriff auf Modelle und ortsunabhängige Testszenarien.

Durch die cloudbasierte Bereitstellung digitaler Zwillinge können Bediener zudem schon vor der realen Inbetriebnahme an virtuellen Modellen geschult werden. Ob Maschinenbedienung, Notfallabläufe oder ergonomische Handhabung: Das Training erfolgt interaktiv und kann beliebig oft wiederholt oder an verschiedene Qualifikationsstufen angepasst werden. Der Einsatz von AR/VR-Technologien unterstützt den Lerneffekt zusätzlich. Gleichzeitig lassen sich neue Bedienkonzepte testen und das Feedback der Anwender in die Entwicklung zurückspiegeln.

Screenshot 2
AR-Visualisierung: Simulierte Fertigungszelle im Notaus-Modus. Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Abstimmungen früh möglich

Maschinenbetreiber können mittels der Cloudsoftware alle beteiligten Gewerke koordinieren – von der Konstruktion über SPS bis zur Visualisierung. Entwickler, Programmierer und Anwender haben jederzeit und von überall – basierend auf Ihren jeweiligen Rechten – Zugriff auf digitale Modelle, können Änderungen vornehmen oder Simulationen ausführen. Dabei ist iPhysics Collaborate API-fähig.

Während der Entwicklung neuer Maschinen können Projektbeteiligte Meilensteine überprüfen und virtuell validieren. Betreiber erhalten in frühen Phasen Zugang zu Modellen und können den Projektfortschritt überwachen. Die Nutzung eines CAD-neutralen Datenformats sowie die Möglichkeit, mit verschlüsselten Daten zu arbeiten, bietet Maschinenentwicklern die Option, Daten für Kunden bereitzustellen, ohne wichtiges Knowhow preiszugeben. Kombiniert mit den Simulationsfähigkeiten wird ein fließender Übergang von der Entwicklung über die Projektführung bis in die Inbetriebnahme geschaffen.

Ein Blick in die Zukunft

Unternehmen, die auf Simulations- und Kollaborationstools setzen, schaffen die Basis für effizientere Prozesse, kürzere Entwicklungszyklen und höhere Datenqualität. Die Möglichkeit, alle Projektbeteiligten in Echtzeit einzubinden, Änderungen transparent zu dokumentieren und digitale Modelle zentral verfügbar zu machen, erleichtert die technische Umsetzung und trägt zur Kundenzufriedenheit bei.



  • Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.

    mehr lesen: Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

  • Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.

    mehr lesen: Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

  • Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud wird künftig verstärkt OPC UA nutzen, um Maschinendaten zur Verarbeitung an die eigene Infrastruktur zu übertragen. Dafür tritt die Firma der OPC Foundation als 773. Mitglied bei.

    mehr lesen: Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

  • Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Wie aus der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage hervorgeht, will mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen — vor allem aus der Industrie — im Zuge der Coronakrise Geschäftsreisen dauerhaft zurückfahren.

    mehr lesen: Zukünftig weniger Dienstreisen?

  • Besser aus der Krise kommen

    Besser aus der Krise kommen

    Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind groß, dennoch birgt die aktuelle Krise auch positives. Laut einer Umfrage des VDI führt die aktuelle Situation dazu, dass sich Unternehmen digitaler und krisenfester…

    mehr lesen: Besser aus der Krise kommen

  • Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Die Maschinenbau-Branche leidet unter den Folgen von Covid-19. Doch die Ursachen für die Probleme liegen tiefer. Das zeigt die jüngste Studie von Inform: ‚Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau:…

    mehr lesen: Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

  • BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz stoppen ihre Kooperation zur Entwicklung automatisierter Fahrzeuge. Die Entwicklung einer gemeinsamen Technologiebasis wäre zu aufwendig, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Auch die Konjunktur spiele bei der…

    mehr lesen: BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

  • Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    VDMA Robotik+Automation rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Vor Ausbruch der Pandemie ging der Verband von einem Rückgang von 10 Prozent aus.

    mehr lesen: Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

  • Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

    Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

    Der Anruf kam am 20. Mai um 16.45 Uhr: Die Schmersal-Gruppe wurde von offizieller Seite informiert, dass Cyberkriminelle einen gezielten Angriff auf das Firmennetzwerk planen. Nach einer Verifikation des Anrufs…

    mehr lesen: Schmersal-Gruppe nach Cyberangriff wieder handlungsfähig

  • Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

    Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

    Ein Zusammenschluss von rund 60 Unternehmen aus Europa, Amerika und Asien hat mit ‘Omlox‘ einen Ortungsstandard für die Industrie eingeführt. Die weltweie Koordination wird durch die Profibus Nutzerorganisation übernommen.

    mehr lesen: Gemeinsamer Standard für unterschiedliche Ortungslösungen

  • Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

    Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

    Im Forschungsprojekt ‘ProeK‘ haben die Projektpartner untersucht, wie sich die Produktion von Kleinserien bei Elektrofahrzeugen verbessern lässt. Beteiligt waren u.a. Elektrofahrzeughersteller und Forschungspartner wie das WZL der RWTH Aachen.

    mehr lesen: Kleinserienproduktion für die Elektromobilität

  • Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen

    Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen

    Insgesamt steigen die Erwartungen an die Konjunktur für den Monat Juni 2020, haben die Volkswirte beim ZEW ermittelt. Viele exportorientierte wie der Maschinen- und Fahrzeugbau teilen diese positive Einschätzung noch…

    mehr lesen: Erwartungen an Konjunktur im Juni steigen