Die Verwaltungsschale in die Praxis bringen

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Bild: Graphic Group Mensch & Medien GmbH

Um für Transparenz in technischen Systemen zu sorgen, ist der geplante und verbaute Ist-Zustand der Anwendung zu ermitteln und zu dokumentieren. Dazu dient das Asset Management spezieller IT-Systeme, die etwa mit ERP- oder PLM-Systemen gekoppelt sind. Das Asset Management beantwortet Fragen wie: Welche Komponenten sind im betriebenen System installiert? Welchen Versionsstand haben die Produkte? Gibt es seitens des Herstellers neue Informationen zu den Geräten, Änderungsmitteilungen, Produkterweiterungen oder Abkündigungen? Was trägt zu einer Erhöhung der Verfügbarkeit bei? Diese Informationen müssen möglichst schnell und entscheidungskräftig zur Verfügung stehen. Aufgrund der zahlreichen verbauten Komponenten unterschiedlicher Hersteller steigt der Informationsbedarf stetig. Deren derzeit oft manuelle Pflege erweist sich als Herausforderung und ist vielfach kaum prozesssicher realisierbar.

Standardisierte Datenlogistik

Abhilfe kann eine kostengünstige und weltweit genormte Anbindung zwischen den Unternehmen schaffen, die als Datenlogistik deren IT- und OT-Systeme miteinander koppelt. Die Asset Administration Shell (AAS) – auch als Verwaltungsschale bezeichnet – liefert dafür eine entsprechende Technologie. Die AAS-Architektur deckt die täglichen Aufgabenstellungen der Komponentenhersteller, Integratoren, Maschinenbauer und Anwender ab. Sie ermöglicht einen standardisierten Datentransport zwischen einzelnen Unternehmen, innerhalb der Unternehmens-IT sowie über die OT-Integration bis in die Komponentenebene. Ein Beispiel stellt die Product Change Notification (PCN) dar, die interoperabel über eine Vielzahl von Herstellern automatisierbar zur Verfügung gestellt wird. In den empfangenden IT-Systemen angekommen, lässt sich die PCN beispielsweise im Asset Management weiter nutzen. Physikalische Güter werden in standardisierten Containern auf der Grundlage von einheitlichen Schnittstellen zu den Transportsystemen über den kompletten Transportweg befördert. Analog dazu fungiert die AAS mit dem AAS-API (Application Programming Interface) als digitales Transportverfahren. Die zugrunde liegende AAS-Architektur ist in der IEC63278 Teil 1 bis 5 beschrieben und als Open Source Code verfügbar.

Optimieren und sparen mit AAS-Teilmodellen

Ergänzend zum Container-Beispiel umfasst die AAS-Datenlogistik eine Standardisierung der Inhalte. Diese werden in der Industrial Digital Twin Association (IDTA) international sowie unter Einbindung bestehenden Normen standardisiert und als AAS-Teilmodelle organisiert. Die Teilmodelle standardisieren beispielsweise Produktbeschreibungen wie das Typenschild, technische Daten, Anwenderdokumentationen oder Zertifikate. Sie stehen als Datenmodell zur automatisierbaren Verwendung bereit. Entstanden sind die Teilmodelle aus der Notwendigkeit, produktive Prozesse zu verbessern und sicherer zu gestalten, Kosten zu reduzieren und die Innovationsfähigkeit durch einen einheitlichen Datenfluss inhärent zu ermöglichen. Dies schließt auch regulatorische Anforderungen wie den Cyber Resilience Act sowie die Produktkennzeichnung und Ausweisung von Inhaltsstoffen oder CO2-Angaben als Digital Product Passport (DPP4.0) ein. Abgesehen von der automatisierbaren AAS-Datenlogistik zwischen den IT-Systemen wird die Handhabung zum Nutzer vereinfacht. Am Beispiel von Software-Updates lässt sich der Vorteil des Gesamtprozesses verdeutlichen.

Firmwares aktualisieren

Zahlreiche IT-Komponenten verfügen über eine Firmware, die sich aktualisieren lässt. Häufig handelt es sich bei Firmware-Updates um Fehlerkorrekturen, u.a. im Kontext der IT-Security. Derartige Fehlerkorrekturen sind besonders wichtig. Denn neben der Realisierung der regulatorischen Anforderungen des EU Cyber Resilience Acts lassen sich potenzielle Schwachstellen bereinigen, die für einen Cyber-Angriff genutzt werden könnten. Die Verantwortung für die IT-Security einer Maschine oder Anlage liegt oftmals beim Integrator, der diese mit Gesamt-Software-Updates versorgt. Die Herausforderung des Integrators besteht darin, aktuelle Informationen zu den verwendeten Komponenten zu haben. Das können Datenblätter oder die neusten Firmware-Updates sein. Daten über die eingesetzten Komponenten werden meist einmalig in das PLM-System des Integrators importiert. Häufig ist dies ein manueller Prozess. Eine anstandslose Aktualisierung der Daten im PLM-System erfolgt daher selten oder gar nicht. Dennoch erfährt der Integrator in der Regel von Produktänderungen. Dies passiert beispielsweise durch eine aktive Kommunikation des Vertriebs des Komponentenherstellers mit dem Einkauf des Integrators, durch E-Mail-Benachrichtigungen oder Online-Plattformen von Dienstleistern, die Änderungshinweise verschiedener Komponentenhersteller zur Verfügung stellen.

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