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Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Automatisierter Import

Zur Übermittlung der Produktänderungen werden sogenannte Product Change Notifications (PCN) oder Product Discontinuation Notifications (PDN) genutzt. Dies sind oft pdf-Dokumente, die bestehende Anforderungen an PCN und PDN erfüllen. Allerdings weisen sie bei jedem Komponentenhersteller ein unterschiedliches Erscheinungsbild auf und sind typischerweise nicht automatisch auswertbar. SmartPCN sorgen für eine bessere automatisierte Analyse und Importierbarkeit in technische Systeme. Die SmartPCN haben viele Vorteile, sind jedoch nicht weit verbreitet. Der Integrator ist somit darauf angewiesen, dass ihm entsprechende PCN oder SmartPCN geliefert werden. Wie bereits erwähnt, kommen je nach Bezugsquelle der Komponente verschiedene Kommunikationswege zur Anwendung: direkter Kontakt, E-Mail-Verteiler, Online-Plattform oder Ähnliches. Die Asset Administration Shell bietet hier einen Ausweg für zwei der oben genannten Aufgabenstellungen:

Wenn alle Hersteller für ihre Komponenten Typ-AAS online bereitstellen und über das spezifizierte AAS-REST-API zugänglich machen, lassen sich die technischen Daten der Komponenten direkt in das PLM-System des Integrators importieren. Eine Aktualisierung der Daten wäre ebenfalls automatisch möglich, was den manuellen Aufwand der Datenpflege deutlich reduziert. Die automatisierte Aktualisierung ohne Prüfung ist vermutlich nicht gewünscht. Das setzt die Unterstützung des AAS-Metamodells und des AAS-API für den Import in das PLM-System durch den PLM-Anbieter voraus. Auch die Verteilung der PCN/PDN kann über die AAS erfolgen und das PLM-System des Integrators folglich automatisiert erreichen. Ein entsprechendes PCN-/PDN-Teilmodell ist schon bei der IDTA in Arbeit. Software- und Firmware-Updates können dann ebenso als PCN weitergeleitet werden und z.B. das Update selbst oder einen Link auf das Update mitliefern.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass sich Daten zu Komponenten mit der AAS und dem AAS-API immer aktuell halten lassen. Informationen zu Produktänderungen sowie Software- und Firmware-Updates sind rechtzeitig verfügbar. Der Zugriff auf die Informationen geschieht über sämtliche Anbieter in einem einheitlichen Datenformat und mit einem einheitlichen API.

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Bild: Phoenix Contact Deutschland GmbH

Datenräume zur digitalen Interaktion

Die Digitalisierung bringt die Umsetzung der AAS-Datenlogistik voran. Gleiches trifft auf die Erkenntnis zu, dass sich durch die Zusammenarbeit von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette signifikante Effizienzpotenziale und digitale Wertschöpfungsangebote heben lassen. Einen weiteren Schritt in diese Richtung stellen die Diskussion und erste Realisierung von Datenräumen dar. Dort können Unternehmen mit digitalen Mitteln interagieren. Im Rahmen der Fördermaßnahme Manufacturing-X entstehen solche Vertrauensräume, in denen Unternehmen, Maschinen/Betriebsmittel und Komponenten unterschiedlicher Hersteller miteinander arbeiten. Beispiele wie der digitale Produktpass oder die Organisation von Software-Updates für eine Vielzahl von Produkten verschiedener Hersteller zeigen: Die Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft, Regulierung und Produktverfügbarkeit lassen sich auf diese Weise einfacher umsetzen.

Phoenix Contact hat sich zum Ziel gesetzt, die AAS-Datenlogistik zu fördern und produktiv zu unterstützen. Das Unternehmen stellt daher Produktdaten für viele Produkte über die AAS als digitalen Product Passport zur Verfügung und beteiligt sich am ZVEI-Showcase Schaltschrank. Im Förderrahmen Manufacturing-X der Bundesregierung erarbeitet Phoenix Contact im Förderprojekt Factory-X drei Anwendungsfälle, die das alltägliche Arbeiten mit Komponenten, Maschinen und Produktionssystemen signifikant verbessern sollen.

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