Der Fahrradsattel aus dem 3D-Drucker

464727

Der Fahrradsattel ist ein entscheidender Kontaktpunkt zwischen Fahrer und Fahrrad und kann das Fahrgefühl, den Komfort und die Leistung erheblich beeinflussen. Sättel sind meist standardisiert und dann nicht auf für individuelle Bedürfnisse abgestimmt. Jede Radfahrerin ist jedoch einzigartig. Faktoren wie Körperbau, Sitzposition, Fahrziele und Sensibilität variieren und beeinflussen die Anforderungen an einen Sattel. Universalsättel können oft nur allgemeine Probleme lösen, während maßgeschneiderte Modelle auf spezifische Bedürfnisse eingehen und so Komfort und Leistung verbessern. Jetzt hat das Unternehmen Fizik ein One-to-One-Programm vorgestellt, in dem mithilfe der 3D-Druck-Plattform von Carbon Sättel nach Maß entstehen.

Dynamische Datenfassung

Fizik nutzt für die Herstellung der Sättel die Carbon Digital Light Synthesis (Carbon DLS)-Technologie und Elastomere. In Zusammenarbeit mit GebioMized, einem Unternehmen im Bereich der Druckdatenerfassung, wurde ein System entwickelt, das die Druckdaten des Fahrers erfasst und ein individuelles Satteldesign ermöglicht. Durch die dynamische Erfassung des Drucks, den ein Radfahrer während der Fahrt auf den Sattel ausübt, können präzise Daten für die Herstellung eines passgenauen 3D-gedruckten Sattels verwendet werden. Diese Maßanfertigung berücksichtigt die individuellen Anforderungen, um das Fahrgefühl zu verbessern. Eine speziell entwickelte Drucksensormatte misst den Druck an 64 Punkten auf der Satteloberfläche und überträgt die Daten drahtlos nahe Echtzeit an das System. Durch die Datenerfassung während der Fahrt kann ein detailliertes Druckprofil erstellt werden, das als Grundlage für die Fertigung des Sattels dient.

image 5
Bild: Selle Royal Group S.p.A.

Individuell hergestellt

Die gesammelten Daten werden analysiert und mit den persönlichen Fahrdaten abgeglichen. Ein Matching-Algorithmus hilft dabei, die individuelle Sattelform zu ermitteln. Die Druckdaten werden anschließend auf die empfohlene Sattelform angewendet und dienen als Basis für die Erstellung der maßgeschneiderten 3D-gedruckten Polsterstruktur. Die Integration von funktionellen Zonen innerhalb des Sattels ermöglicht eine fließende Anpassung an die individuellen Druckverhältnisse der Fahrerin. Dickere Streben in belasteten Bereichen sorgen für Unterstützung, während dünnere Streben in weniger belasteten Zonen mehr Komfort bieten sollen. Mit der Software von Carbon kann Fizik den Designprozess automatisieren und die Druckdaten in Parameter für die elastomere Gitterstruktur des Sattels übersetzen. So entstehen Sättel mit unterschiedlichen Zonen. Diese Automatisierung ermöglicht es, maßgeschneiderte Sättel nicht nur Profis, sondern weiteren Kundensegmente anzubieten.

Produktion, Montage und QS

Der Produktionsprozess und die Qualitätssicherung der Sättel sind möglichst automatisiert. In der Software werden die Sattelgestelle mit einer Seriennummer versehen und in einem automatischen Workflow an die Produktionsstätte geschickt. Dort erfolgt der Druck mit 3D-Drucktechnologie, gefolgt von der Montage durch Fizik-Techniker. Die Materialien und Technologien sollen für die Lanlebigkeit der Sättel sorgen.

Seiten: 1 2



  • Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz hat meistens Black-Box-Charakter. Doch nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Um die jeweiligen Lösungswege künstlicher Intelligenz zu erklären, gibt es spezielle Software-Lösungen. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat die…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz erklärbar machen

  • Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchführen als beispielsweise heutige Superrechner. Wie eine Befragung des Bitkom zeigt, verspricht sich die deutsche Wirtschaft viel von der Technologie.

    mehr lesen: Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

  • Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz auch für KMUs nutzbar machen. Das ist das Ziel des Modellprojekts ’KI-Transfer Plus’

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

  • Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weltweit entstehen 6,4Mio.t CO2 durch den Speicherbetrieb in Rechenzentren. Dabei werden viele der gespeicherten Daten gar nicht mehr gebraucht – es handelt sich um sogenannte Dark Data.

    mehr lesen: Weniger Daten für geringere Emissionen

  • Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Seit April hat die Cosmo Consult-Gruppe einen neuen Geschäftsbereich gestartet. In diesem sollen Beratungsleistungen für Digitalisierungsprojekte gebündelt werden.

    mehr lesen: Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

  • Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Pierre Tanguy übernimmt bei Creaform die Vertriebsleitung für die DACH-Region und folgt damit auf Stefan Hoheisel.

    mehr lesen: Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

  • Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Im Projekt BaSynaos wollen Synaos und das DFKI den Datenaustausch zwischen Assets aus der Produktion und der Logistik ermöglichen. Dabei greifen die Forschungspartner auf das im Vorgängerprojekt BaSys 4.0 entwickelte…

    mehr lesen: Intralogistik und Produktion zusammenbringen

  • Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Der Maschinenmarkt für Antriebe könnte bis 2030 jährlich um knapp 3 Prozent schrumpfen, Umsätze mit Werkzeugmaschinen für elektrische Antriebe wachsen hingegen mit mehr 10 Prozent. Dies prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey…

    mehr lesen: Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    Mit 102,4 Punkten verzeichnet das IAB-Arbeitsmarktbarometer den höchsten Stand seit Mai 2019. Das Risiko negativer Effekte durch die aktuelle Infektionslage bleibt jedoch bestehen.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

  • Ressourcenschonender 3D-Druck

    Ressourcenschonender 3D-Druck

    Im Projekt ’BioMe’ wollen die Projektpartner die Anwendung von additiver Fertigung im Automobilbau nachhaltiger gestalten.

    mehr lesen: Ressourcenschonender 3D-Druck

  • Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Im aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im März. Der Indexwert ist im 0,2 Punkte gestiegen.

    mehr lesen: Geschäftsklimaindex steigt leicht an

  • Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei

    Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei

    Die Open Industry 4.0 Alliance begrüßt zwei neue Mitglieder. Siemens und Microsoft sind dem Konsortium beigetreten.

    mehr lesen: Siemens und Microsoft treten Open Industry 4.0 Alliance bei