Können Sie den DPP anhand eines Beispiels beschreiben?

Die Meisten sehen den digitalen Zwilling als Simulation. Das ist zwar auch ein Bestandteil der Technologie, jedoch sind im digitalen Abbild eines physischen Objekts auch alle Daten gespeichert und werden über den gesamten Lifycycle erfasst. Nehmen Sie die Batterieproduktion als Beispiel. Ein Hersteller kauft Lithium in Chile und bekommt die Rohstoffwerte anhand des DPP bzw. Battery Pass geliefert. Über ein Submodell kann nachverfolgt werden, aus welchem Bergwerk die Charge kommt. Im weiteren Herstellungsprozess wird das digitale Abbild der Batterie mit zusätzlichen Daten angereichert – der Produktpass wird also immer größer. Der digitale Zwilling bietet die Möglichkeit, die Daten weiterzugeben.

Was dann auch auf künftige gesetzliche Vorgaben einzahlt.

Genau. Und deswegen sehen wir auch den DPP, Carbon Footprint sowie den Battery Pass als die großen Treiber. Unternehmen können Daten aus den Produktionsschritten sammeln, auslesen und weitergeben. Dies geschieht anhand eines Barcodes am Produkt, über den alle Submodelle mitgeliefert werden. Nutzer wissen somit genau, wo das Produkt herkommt. Von der Logistikkette bis zum CO2-Verbrauch ist dort alles aufsummiert.

Welche Technologie steckt hinter dem Dataspace for Everybody?

Das Projekt verfolgt einen Open-Source-Ansatz auf Basis der Middleware Eclipse BaSyx. Wir unterstützen mit Red Hat OpenShift und SUSE Rancher zwei Kubernetes-Derivate für das Container-Management. Die Ablage der Daten erfolgt in der Regel auf einem Object-Speicher. Sollte es performantere Anforderungen geben, kann man das etwa mit einer Time-Series Database (Zeitreihendatenbank), realisieren bzw. kombinieren.

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