3D-Modelle ohne doppelte Datenhaltung streamen

Mit den Tools von Threedy lassen sich 3D-Daten zusammenführen und streamen.
Mit den Tools von Threedy lassen sich 3D-Daten zusammenführen und streamen. – Bild: Threedy GmbH

Physische und virtuelle Welten kommen in Anwendungen mit digitalen Zwillingen zusammen. Prozesse können in Echtzeit simuliert, überwacht und gesteuert werden. Augmented Reality (AR) ermöglicht eine visuelle Unterstützung bei komplexen Aufgaben – von der Produktion, über die Wartung bis hin zur Schulung. Die Basis sind Daten, die verteilt vorgehalten werden. Sie stammen etwa aus dem Internet of Things (IoT) oder aus Systemen wie CAD und PLM (Product Lifecycle Management). Die Visualisierung vernetzter 3D-Daten ist eine technische Aufgabe, die es auch im Industrieumfeld zu lösen gilt.

Flexible Werkerführung ohne 
eigene Single Source of Truth
Flexible Werkerführung ohne eigene Single Source of Truth – Bild: Threedy GmbH

Technik kaum modernisiert

Dafür werden bislang häufig komplexe 3D-Modelle in Form von Dokumenten extrahiert oder für den Austausch verschickt. Inklusive langer Download- und Ladezeiten, unterschiedlicher Visualisierungs-Performance und begleitender Kollaboration etwa über E-Mail. Dazu existieren verschiedene proprietäre Formate sowie viele Tools. Für den breiteren Einsatz müssen 3D-Daten daher oftmals konvertiert und kleingerechnet werden, mit entsprechendem Output: Es fehlt an Datenqualität und Detailtiefe, Meta-Informationen zu Bauteilen gehen häufig verloren. Für den industriellen Nutzer ist aber meist nicht von Bedeutung, ob eine Oberfläche metallisch schimmert, sondern die genaue Zuordnung der Daten und ihre Informationstiefe.

3D-Daten streamen

Industrielle Daten sind von Heterogenität gekennzeichnet – es gibt kein einzelnes Format, das aus allen Datenquellen alle Informationen harmonisieren kann. Ein Ansatz wäre es also, mit dieser Heterogenität umzugehen, statt eine formatbasierte Vereinheitlichung anzustreben. So lassen sich 3D-Daten und ihre Verarbeitung virtualisieren und auf Abruf streamen. Live-Links führen dann zu den Datenquellen der Ursprungssysteme. Die Firma Threedy, ein Spin-off des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt, hat dafür in Zusammenarbeit etwa mit den Automobilherstellern BMW und Mercedes-Benz über die letzten zehn Jahre die Visual Computing-Infrastrukturkomponente Instant3Dhub entwickelt. Die Informationen liegen dabei nicht auf dem Endgerät vor, sondern werden als Stream abgerufen, die Applikation bezieht dann Informationen auf Basis des Nutzerinteresses und vernetzt die an sich heterogenen Daten miteinander. Das wird nun mit industriellen 3D-Daten für unterschiedlichste Anwendungsbereiche möglich.

Keine neue Single Source of Truth

Statt also eine zusätzliche Plattform als Single Source of Truth aufzubauen, kann diese Technologie Daten in beliebigen 3D- und Mixed Reality-Anwendungen darstellen. Dabei werden keine Kopien erzeugt und es findet keine gesonderte Aufbereitung für spezielle Anwendungen statt. Konvertierungen und Uploads entfallen. Anwender können somit trotz unterschiedlicher CAD-Systeme eng zusammenarbeiten, um z.B. den Austausch von Daten und Ideen in verschiedenen Entwicklungsphasen zu unterstützen. Lange Ladezeiten entfallen, die Darstellung erfolgt in wenigen Sekunden in Echtzeit und es kann jederzeit mit den aktuellen Modelldaten gearbeitet werden. So wird eine Live-Kollaboration ohne separate Datenbereitstellung möglich. Ein solches System bietet die Flexibilität, komplexe, verteilte 3D-Daten bereitzustellen: Anwender können in virtuellen Datenräumen arbeiten, die an ihre Arbeitssituationen angepasst sind – sie können sich Informationen dort hineinziehen, über Datentypen, Speicherformate und Systemgrenzen hinweg. Der 3D-Datenraum steht beliebigen Anwendungen parallel zur Verfügung: seien es R&D, Engineering, Marketing und Sales, Manufacturing, Qualitätssicherung, Betrieb oder After Sales.

Seiten: 1 2



  • Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

    Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

    Im seinem neuen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland fordert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik der Cybersicherheit eine stärkere Bedeutung beizumessen. Die Gefährdungslage sei hoch, so Bundesinnenminister Horst Seehofer.

    mehr lesen: Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

  • Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck

    Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck

    Der 3D-Druck-Spezialist Materialise vergrößert seinen Bremer Standort und hat ein Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck eröffnet, das künftig 120 Mitarbeitern Platz bieten soll.

    mehr lesen: Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck

  • Moxa und Crosser arbeiten zusammen

    Moxa und Crosser arbeiten zusammen

    Mit dem Ziel Komplettlösungen für das Industrial Internet of Things anbieten zu können, arbeiten Moxa Europe und Crosser zukünftig zusammen. Dazu integriert Moxa den Low-Code-Ansatz von Crosser in seine Lösungen.

    mehr lesen: Moxa und Crosser arbeiten zusammen

  • Neuer Geschäftsführer bei Sage

    Neuer Geschäftsführer bei Sage

    Christoph Stoica verantwortet als neuer Geschäftsführer zukünftig die Landesgesellschaften in Zentraleuropa von Sage. Er übernimmt das Amt zum 1. November.

    mehr lesen: Neuer Geschäftsführer bei Sage

  • Höchstes Budget für Nachhaltigkeit im Maschinenbau

    Höchstes Budget für Nachhaltigkeit im Maschinenbau

    68 Prozent der deutschen Maschinen und Anlagenbauer haben Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie verankert, 39 Prozent von ihnen – und damit mehr im Vergleich zu anderen Branchen – stellen spezielles Budget…

    mehr lesen: Höchstes Budget für Nachhaltigkeit im Maschinenbau

  • Aras ernennt Roque Martin zum CEO

    Aras ernennt Roque Martin zum CEO

    Roque Martin wird neuer CEO beim Low-Code-Spezialisten Aras. Der bisherige CEO und Unternehmensgründer Peter Schroer wechselt in das Board of Directors.

    mehr lesen: Aras ernennt Roque Martin zum CEO

  • Angriffsflächen-Management verbessert IT-Sicherheit

    Angriffsflächen-Management verbessert IT-Sicherheit

    Unter der digitalen Angriffsfläche versteht man alle Angriffsvektoren, über die ein unautorisierter Nutzer versuchen kann, Daten einzubringen oder zu entwenden.

    mehr lesen: Angriffsflächen-Management verbessert IT-Sicherheit

  • Neuer CEO bei IoT Inspector

    Neuer CEO bei IoT Inspector

    Jan C. Wendenburg übernimmt die Leitung von IoT Inspector der Analyse-Plattform für Sicherheit im Internet der Dinge (IoT). Er kommt von Cergate zum IoT-Spezialisten.

    mehr lesen: Neuer CEO bei IoT Inspector

  • Verbände fordern Schulterschluss zwischen Autobauern und Zulieferern

    Verbände fordern Schulterschluss zwischen Autobauern und Zulieferern

    Die Branchenverbände IBU, IMU, DSV und VDFI sehen in einem gemeinsam veröffentlichten Brandbrief den „Standort Deutschland gefährdet“. Die Lieferkette der Automobilindustrie stehe vor dem Kollaps, heißt es darin.

    mehr lesen: Verbände fordern Schulterschluss zwischen Autobauern und Zulieferern

  • Interaktion zwischen Mensch und KI verbessern

    Interaktion zwischen Mensch und KI verbessern

    Im Forschungsprojekt ’GeMeKI’ entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktiontsechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit elf Partnern drei KI-gestützte Assistenzsysteme für das Fügen, Trennen und Umformen, die komplexes menschliches Expertenwissen in ihre…

    mehr lesen: Interaktion zwischen Mensch und KI verbessern

  • ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erneut zurück

    ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erneut zurück

    Mit einem Rückgang um 4,2 Punkte verzeichnet die ZEW-Konjunkturumfrage im Oktober den fünften Rückgang in Folge. Erstmals seit Februar verschlechtert sich auch die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage.

    mehr lesen: ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erneut zurück

  • Onoff eröffnet neuen Standort

    Onoff eröffnet neuen Standort

    Die Onoff AG eröffnet einen Standort in Erlangen und will damit zukünftig auch den Bereich digitales Engineering mit Echtzeitsimulation bedienen.

    mehr lesen: Onoff eröffnet neuen Standort