Wege zur Dekarbonisierung in der Produktion

Green petrochemical Industrial Oil and Gas Refinery plant with tree. Green industry eco production for sustainable saving environmental friendly low carbon footprint concept
Bild: ©Quality Stock Arts/stock.adobe.com

Dekarbonisierung ist für die produzierenden Unternehmen von großer strategischer Bedeutung. Nicht allein, weil gesetzliche Vorgaben und Regulierungen auf nationaler und EU-Ebene zum Handeln zwingen. Sondern auch, weil dieses Thema in der Öffentlichkeit, bei Verbrauchern und Geschäftspartnern zu einer Einflussgröße für Firmenreputation und Geschäftserfolg geworden ist. Doch von den vorgegebenen Zielen zu einer Strategie und deren Umsetzung im Unternehmen zu kommen, ist ein herausfordernder Weg – gerade auch für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs). Und im Vergleich zu großen Unternehmen tun sich KMU bislang oft schwer mit dem Thema. Laut der Studie Climate Governance von FTI-Andersch und Leuphana Universität Lüneburg hatten 2023 erst 40 Prozent eine Klimastrategie entwickelt, knapp 10 Prozent hatten dies für die nächsten zwölf Monate nicht vor. Copa-Data zählt einige Erfolgsfaktoren für eine CO2-optimierte Produktion auf.

Mehr als verbesserte Sensorik

Reduzierter Energieverbrauch, weniger CO2-Ausstoß: Das gilt für die energieintensive Prozessindustrie in besonderem Maße. Zwei Drittel aller Industrieemissionen werden durch den Verbrauch von Energie verursacht. Deshalb rücken insbesondere der Umbau bzw. die Neuanschaffung von Anlagen, effiziente Produktionsprozesse und -verfahren sowie die Nutzung von Produktionsabwärme in den Blick.

Mit einer Umstellung der Prozesse und emissionsarmen Technologien kann bereits ein Großteil der Emissionen vermieden werden (neben dem Umstieg auf erneuerbare Energien). Doch für einen solchen energieoptimierten Betrieb braucht es aus Sicht von Copa-Data mehr als eine verbesserte Sensorik. Erst, wenn sämtliche Daten über Energieströme und -verbräuche jederzeit zur Verfügung stehen, wird es möglich, diese gezielt zu überwachen, intelligent zu steuern und flexibel zu managen, heißt es weiter.

Neben dem klimafreundlichen Umbau der Produktionsanlagen gewinnt auch die eigene Energiegewinnung an Bedeutung – und wird mehr und mehr mit der Fertigung verbunden. Als Beispiele nennt Copa-Data hier die Nutzung der Abwärme von Kompressoren für andere Prozesse sowie eigene Solaranlagen.

Die Erfolgsfaktoren

Digitalisierung Die Digitalisierung ist das zentrale Werkzeug, um Energieflüsse und -verbräuche, Emissionen, Abwasser und Qualität digital auszuwerten und damit Produktionsabläufe besser zu verstehen und zu optimieren. Eine detaillierte Datenerfassung und -analyse erhöht neben der Transparenz auch die Flexibilität. Digitalisierung bildet die Grundlage für moderne Automatisierung.

Automatisierung Eine automatisierte Prozesssteuerung ermöglicht präzise abgestimmte Prozessschritte, den fehlerfreien, reibungslosen Betrieb in der Produktionslinie und eine permanente Qualitätskontrolle. Darüber hinaus hilft die Automatisierung, Verbräuche zu optimieren und Energie in Gebäuden, intelligent zu nutzen, z.B. für Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung etc. Automatisierung wird durch Standardisierung unterstützt.

Standardisierung Alle Maschinen einer Produktionslinie in einem Leitsystem zu integrieren, stellt einen enormen Aufwand dar, gerade wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Probleme bereiten insbesondere divergente Kommunikationsprotokolle und herstellerspezifische Implementierungen der Maschinensteuerung. Standardisierte Schnittstellen und Datenmodelle vereinfachen und beschleunigen die Integration deutlich und ebnen so den Weg zur effizienten Dekarbonisierung.

Die Unsicherheit über technologische und regulatorische Entwicklungen in den kommenden Jahren macht es Unternehmen nicht einfach, Investitions- und Richtungsentscheidungen für den Einstieg in die Dekarbonisierung zu treffen. Wie Copa-Data betont, betrifft dies insbesondere auch die Software, die die Grundlage für Digitalisierung und Prozessautomatisierung schafft. Spezialisierte Systeme, die sich auf eine Disziplin fokussieren, dabei aber keinen Datenaustausch zulassen, machten es Anwendern unnötig schwer, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen und das Potenzial der Anlagen voll auszuschöpfen. Die entscheidenden Kriterien für die nötige technologische Zukunftsoffenheit und Flexibilität sind aus Sicht des Softwareunternehmens deshalb: Systemoffenheit, Interoperabilität, Modularität und Interdisziplinarität. Diese Eigenschaften würden den flexiblen Einsatz und die einfache Integration von Softwaresystemen in bestehende heterogene Systemlandschaften ermöglichen.

Wie Copa-Data abschließend mitteilt, können offene IT-Plattformen die Modernisierung, Digitalisierung und Vernetzung von Systemen und Anlagen sowie eine auf das Unternehmen und seine Belegschaft abgestimmte Vorgehensweise unterstützen. Denn für die nachhaltige Transformation sei es entscheidend, dass sich die Beschäftigten mit den neuen Unternehmenszielen identifizieren und engagieren. Dies gelte für alle Unternehmen, insbesondere aber für mittelständische Betriebe.



  • Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

    Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

    Die Weidmüller-Gruppe gibt zum 1. Oktober 2024 Veränderungen in der ersten Führungsebene bekannt: Dr. Sebastian Durst, bisher Vorstand Operations, übernimmt die neu geschaffene Position des Chief Executive Officer (CEO).

    mehr lesen: Sebastian Durst wird CEO bei Weidmüller

  • Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

    Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

    Jörg Ziesmann (Bild) ist neuer Sales Director beim KI-Robotik-Spezialisten Sereact.

    mehr lesen: Sereact macht Jörg Ziesmann zum Sales Director

  • RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

    RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

    Der Lehrstuhl ‚Production Engineering of E-Mobility Components‘ (PEM) der RWTH Aachen erarbeitet mit Partnern aus der Forschung und der Industrie in den nächsten drei Jahren ein nachhaltiges elektrochemisches Speicherkonzept auf…

    mehr lesen: RWTH-Lehrstuhl PEM entwickelt mit Partnern Natrium-Ionen-Batterie

  • Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

    Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

    Theobald Software, ein Spezialist für SAP-Integration, strukturiert seine Führungsspitze neu und geht damit den nächsten Schritt in der Unternehmensgeschichte.

    mehr lesen: Theobald Software stellt Führungsspitze neu auf

  • Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

    Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

    Docufy, ein Anbieter von Software für die Technische Dokumentation, gibt die Übernahme der Theum AG bekannt.

    mehr lesen: Docufy übernimmt KI-Spezialisten Theum

  • Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

    Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

    Unter dem Titel ‚Driving Innovation & Building Safer Cars with Open Source Software‘ liefert eine Studie der Open-Source-Organisation Eclpise Foundation Erkenntnisse darüber, wie Entscheidungsträger und Softwareexperten in der Automobilindustrie Open-Source-Software…

    mehr lesen: Wie hilft Open-Source-Software in der Automobilentwicklung?

  • Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

    Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

    Merck und Siemens vertiefen ihre Zusammenarbeit und kündigen an, die intelligente Fertigung auf die nächste Stufe zu heben.

    mehr lesen: Merck und Siemens schließen strategische Partnerschaft

  • Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

    Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

    Künstliche Intelligenz (KI) wird in der deutschen Wirtschaft zunehmend genutzt, jedoch hauptsächlich von großen Unternehmen. Vor allem die IT-Branche selbst sowie unternehmensnahe Dienstleister gehören zu den Vorreitern. Kleine Unternehmen zögern…

    mehr lesen: Wie deutsche Unternehmen in Deutschland künstliche Intelligenz einsetzen

  • SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht

    SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht

    Wie die Umsetzung von Industrie 4.0 aussehen kann, zeigte die SmartFactory-KL (SFKL) während des Innovationstages 2024.

    mehr lesen: SFKL zeigt, wo die Industrie 4.0 steht

  • New Automation wählt Vorstand

    New Automation wählt Vorstand

    Der Verein New Automation hat sich personell im Vorstand verstärkt. Im Rahmen der jüngsten Mitgliederversammlung in Gerlingen bei Stuttgart wurden u.a. Unternehmensvertreter von Phoenix Contact, Weidmüller, Bürkert und ITQ sowie…

    mehr lesen: New Automation wählt Vorstand

  • Forterro übernimmt Abas Reseller Alltrotec

    Forterro übernimmt Abas Reseller Alltrotec

    Forterro, ein Software-Anbieter für den industriellen Mittelstand, gibt die Übernahme von Alltrotec bekannt, einem Abas Reseller und OEM-Partner, der zusätzlich zu den bekannten OEM-Lösungen wie Projektmanagement und Serviceplaner seine eigene…

    mehr lesen: Forterro übernimmt Abas Reseller Alltrotec

  • Kuka gründet neues Segment für Software- und Digitalgeschäft

    Kuka gründet neues Segment für Software- und Digitalgeschäft

    Kuka hat einen neuen Geschäftsbereich gegründet. Mit Kuka Digital will der Robotik- und Automatisierungsspezialist aus Augsburg sein Software- und Digitalgeschäft erweitern.

    mehr lesen: Kuka gründet neues Segment für Software- und Digitalgeschäft