Servicequalität der ERP-Anbieter in der Kritik

Anwenderunternehmen bewerteten mehr als 40 ERP-Systeme
Anwenderunternehmen bewerteten mehr als 40 ERP-SystemeBild: Trovarit AG

Viele Unternehmen steuern mit ERP-Systemen ihre wichtigsten Geschäftsprozesse. Vor diesem Hintergrund untersucht Trovarit regelmäßig im Rahmen ihrer Studie „ERP in der Praxis“ die Zufriedenheit mit diesen Systemen. Die Ergebnisse der neusten Erhebung liegen nun vor: Mehr als 1.700 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum haben ihre ERP-Systeme bewertet und erneut viel Lob verteilt. Aber auch Kritik wurde laut: Die Zufriedenheit mit den Serviceleistungen der ERP-Anbieter ist spürbar gesunken. Auch die mobile Nutzbarkeit und die Performance der Systeme wurde bemängelt. Die Studie weist insgesamt Zufriedenheitsbewertungen für mehr als 40 ERP-Systemen aus.

Anwenderzufriedenheit mit den ERP-Systemen bleibt hoch

Mit einer Durchschnittsnote von 1,80 (Schulnotenprinzip) zeigt sich, dass die Software selbst weiterhin auf hohem Niveau zur Optimierung der Unternehmensprozesse beiträgt. ERP-Systeme unterstützen Unternehmen vor allem in Bereichen wie der Auftragsabwicklung und der Beschleunigung von internen Prozessen, wie etwa bei der Bereitstellung von Informationen. Traditionell als Schwachstellen eingestuft, wurden insbesondere die Themen „Schnittstellen“ sowie „Formulare und Auswertungen“ von den Anwendern besser bewertet als noch 2022. Dies weise auf technische Verbesserungen in diesen Bereichen hin, so Trovarit.

Die Zufriedenheit selbst hängt stark von der Komplexität der Installation ab. Kleinere und spezialisierte Systeme schneiden in der Erhebung oft besser ab als jene, die in großen, international aufgestellten Unternehmen eingesetzt werden. Hier ist die Komplexität der Installationen, bedingt durch größere User-Zahlen, vielschichtige Strukturen (Multi-Site, Multi-Language, Multi-Legal) und oft auch hohe angestrebte Automatisierungsgrade, deutlich höher.

Servicequalität geht zurück

Ein besonders kritischer Aspekt des ERP-Einsatzes ist die Bewertung der Dienstleistungen der ERP-Anbieter. Während die Software selbst gut abschneidet, zeigen sich in der Servicequalität deutliche Defizite. Die durchschnittliche Bewertung der Anbieter-Dienstleistungen liegt bei 1,96, was einem leichten Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren entspricht. Besonders unzufrieden zeigen sich die Anwender mit der Hotline und dem Support der Anbieter, insbesondere bei der Erreichbarkeit, der Kompetenz der Support-Mitarbeiter und der Reaktionsgeschwindigkeit. Auch bei Updates und Release-Wechseln sehen die Nutzer häufig Probleme. Viele Anwender bemängeln jedoch eine lückenhafte Anpassungsdokumentation und eine oft nicht ausreichende Unterstützung beim Implementieren neuer Funktionen oder Releases.

Schwächen in Mobilität und Performance

Wie schon in den Vorjahren bleibt die mobile Einsetzbarkeit der ERP-Systeme ein Schwachpunkt. Trotz technischer Fortschritte sind die Erwartungen der Anwender noch nicht erfüllt. Der zunehmende mobile Zugriff auf ERP-Installationen – auch bedingt durch verstärkte Nutzung aus dem Homeoffice – führt dazu, dass begrenzte Bandbreiten und instabile Internetverbindungen die Stabilität und Leistung der Systeme insgesamt beeinträchtigen.

Seiten: 1 2



  • Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

    Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

    Datensicherheit und Zugriffsschutz sind bei der Einrichtung industrieller Router eine oft komplexe Materie. Mit dem Tool Simply.

    mehr lesen: Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

  • Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

    Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

    Eine voranschreitende digitale Kommunikation, der Breitbandausbau und die quasi überall mögliche Verarbeitungsmöglichkeit von Daten beflügeln die Diskussion um Big Data in der Öffentlichkeit und Fachwelt gleichermaßen.

    mehr lesen: Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

  • Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

    Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

    Trend Micro hat kürzlich zwei Sicherheitslösungen für industrielle Steuerungssysteme (ICS) auf den Markt gebracht. Sie wurden von dem Joint Venture TXOne Networks entwickelt, in dem Trend Micro und der Hardware-Spezialist…

    mehr lesen: Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

    Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

    Aus drei mach eins: Aus den ERP-Anbietern Step Ahead Software, Germering, Godesys und Informing wird die Step Ahead Group.

    mehr lesen: Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

  • 5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

    5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

    Gemeinsam mit Unternehmen und Forschungspartnern Einsatzgebiete der neuen Mobilfunktechnologie 5G in der Produktion zu erforschen und praxisnah zu erproben, ist das Ziel des 5G-Industry Campus Europe.

    mehr lesen: 5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

  • Neuer CEO bei M&M Software

    Neuer CEO bei M&M Software

    Klaus Hübschle tritt Anfang 2020 die Nachfolge von Andreas Börngen als CEO von M&M Software an.

    mehr lesen: Neuer CEO bei M&M Software

  • Trends für die Fabrik der Zukunft

    Trends für die Fabrik der Zukunft

    Wohin entwickeln sich die Fabriken in den nächsten Jahren? Philipp Wallner von MathWorks wagt die Prognose, das fünf Faktoren darunter sein werden, die individuelles Fertigen und Ressourceneffizienz in Einklang bringen.

    mehr lesen: Trends für die Fabrik der Zukunft

  • Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

    Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

    Dietmar Heinrich wird neuer Finanzvorstand der Dürr AG. Zudem ernannte der Aufsichtsrat Dr. Jochen Weyrauch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

    mehr lesen: Schaeffler-Finanzchef Dietmar Heinrich wechselt zu Dürr

  • EU-Exporte bleiben stabil

    EU-Exporte bleiben stabil

    Die Maschinenbauer aus Deutschland müssen sich in einem zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen…

    mehr lesen: EU-Exporte bleiben stabil

  • PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

    PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

    1,5 Billionen US-Dollar PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality Eine Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC geht davon aus, dass das wirtschaftliche Potenzial für Virtual und Augmented Reality im Jahr…

    mehr lesen: PWC analysiert Potenzial für Augmented und Virtual Reality

  • Ethisches Hacking in der DACH-Region

    Ethisches Hacking in der DACH-Region

    Die Bug-Bounty-Plattform YesWeHack plant Investitionen in der DACH-Region. Nach dem Einstand auf der Nürnberger Security-Messe It-sa baut das Unternehmen zurzeit ein deutschsprachiges Team auf, um Kunden vor Ort noch besser…

    mehr lesen: Ethisches Hacking in der DACH-Region