Wirtschaftsstandort Deutschland fällt hinter Italien und Vietnam zurück

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Laut der 23. Studie der Commerzbank-Initiative ‚Unternehmerperspektiven‘ bewertet der deutsche Mittelstand die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kritischer denn je. Zugleich wirken die Unternehmen mit Investitionen der unsicheren Lage entgegen. Unter dem Titel ‚Wirtschaftsstandort Deutschland – Zeit, was zu bewegen!‘ präsentiert die Bank die Ergebnisse einer Befragung, die sich mit Lage und Perspektiven der Unternehmen befasst. Dabei kamen mehr als 1.500 Führungskräfte der ersten Ebene zu Wort.

Schulnoten für den Wirtschaftsstandort

Die Unternehmen bewerten ihren Wirtschaftsstandort wie folgt: 10% geben den Rahmenbedingungen in Deutschland ein ’sehr gut‘ oder ‚gut‘. 60% der Befragten bewerten sie als ‚befriedigend‘ bzw. ‚ausreichend‘, beinahe ein Drittel nennt sie ‚mangelhaft‘ oder ‚ungenügend‘. Im Ranking einer Liste von Wirtschaftsnationen landet Deutschland somit auf Platz 9 und liegt damit etwa hinter Vietnam oder Italien. Gegenüber einer früheren Befragung der Unternehmerperspektiven ist das eine deutliche Verschlechterung (2019: Deutschland auf Platz 1).

Kritisch blicken Unternehmerinnen und Unternehmer auch auf die abnehmende Relevanz des Qualitätssiegels ‚Made in Germany‘: 71% aller Befragten sind der Meinung, dass es an Bedeutung verloren hat.

Bürokratie ist die größte Herausforderung

Befragt nach Herausforderungen, nennen die Unternehmen den Bürokratieabbau an erster Stelle (46%). Die Themen Energiekosten (29%) und die Steuerbelastung (21%) folgen mit einigem Abstand dahinter. 98% sehen den Abbau von Bürokratie und weniger Regulierung als die dringendste Aufgabe der Politik an. Hier werden auch die Verbesserung der digitalen und physischen Infrastruktur (95%) sowie sinkende Energiepreise (88%) genannt.

Unternehmen investieren in Menschen und Technologie

Die befragten Unternehmen sehen sich auch selbst in der Verantwortung: Die Qualifikation der Beschäftigten (68%), die Optimierung der Prozessabläufe (62%) sowie die Unternehmenskultur (45% werden als Erfolgsfaktoren genannt, auf die die Unternehmen verstärkt setzen. Wenn es um die Entwicklung von Investitionen geht, steht Cybersecurity ganz oben. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht auch in qualifizierten Fachkräften und der Technologie der künstlichen Intelligenz (KI) lohnende Investitionsfelder für die Zukunft.

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