
Laut einer Studie des Münchener Cybersicherheitsanbieters Myra Security vollziehen deutsche Unternehmen eine Kehrtwende bei europäischer Software: Demnach schließen noch 4,6% der IT-Entscheider deren Einführung aus. Vor einem Jahr waren es noch 47,7% – ein Rückgang um mehr als 90%. Fast jedes vierte Unternehmen (39,7%) befindet sich bereits in der Einführung europäischer Tools; 2025 lag dieser Anteil bei 20,4%.
Für die Erhebung wurden neben 1.007 IT-Entscheidern in Deutschland auch erstmals 504 Entscheider in Frankreich sowie 307 in den nordischen Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland befragt. Deutschland liegt beim Anteil der Unternehmen, die bereits europäische Software einführen, in der Studie knapp vor Frankreich mit 38,5% und den nordischen Ländern mit 35,5%.
Laut Untersuchung wird die grundsätzliche Unterstützung für europäische Digitalprodukte in Staat und kritischen Infrastrukturen in allen untersuchten Regionen als hoch bewertet. Frankreich liegt mit 93,6% an der Spitze, gefolgt von den nordischen Ländern mit 88,9% und Deutschland mit 87,5%. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zustimmung in Deutschland damit von 84,4% weiter gestiegen. SAP-Verantwortliche wissen, dass sie handeln müssen – aber nicht, wie sie fundiert entscheiden. ‣ weiterlesen
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Keine durchgehende Abkehr von US-Technologie
Der Studie zufolge erhöhen geopolitische Ereignisse den Handlungsdruck. So gibt im Durchschnitt die Hälfte der europäischen Entscheider an, ihren Fokus auf digitale Souveränität infolge aktueller Entwicklungen verstärkt zu haben. Eine durchgehende Abkehr von US-Technologie können die Studienverantwortlichen am Ergebnis nicht ablesen. So setzen 24,8% der französischen IT-Entscheider infolge geopolitischer Ereignisse stärker auf US-Software. In Deutschland sagen das 19,8% und in den Nordics 16,9%.
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, ist digitale Souveränität für die befragten Entscheider aus allen untersuchten Ländern in den Technologiefeldern Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste am wichtigsten. Cybersicherheit nennen 57,6% der Befragten in Deutschland, 57,1% in Frankreich und 68,4% in den nordischen Ländern. Bei KI liegen die Werte bei 50,1% in Deutschland, 52,4% in Frankreich und 48,6% in den Nordics.
Wechsel nicht ohne Hindernisse
Der Wechsel zu europäischen Technologien bleibt den Befragten zufolge jedoch anspruchsvoll. So berichten 34,6% der IT-Entscheider in Deutschland von hohen Migrationskosten. Insbesondere fehlende Informationen über europäische Alternativen werden von den befragten Unternehmen als weitere Migrationshemmnisse eingestuft.
Trotz dieser Hürden wächst die Zuversicht. 54,6% der deutschen IT-Entscheider halten es für realistisch, dass Europa bis 2035 eine strukturelle digitale Unabhängigkeit erreichen kann. In den nordischen Ländern liegt dieser Wert bei 64,5%, in Frankreich bei 46,4%.
„Die Ergebnisse der Studie bestätigen, was wir in der Praxis täglich erleben: Der Bedarf an digitaler Souveränität ist groß. Jetzt geht es darum, diese umzusetzen und echte Wahlfreiheit zu schaffen. Das bedeutet nicht, dass wir alles selbst entwickeln müssen. Wir brauchen aber auf jeder Ebene europäische Alternativen. Sprich, einen souveränen German-Stack.“, sagt Leonhard Kugler, Geschäftsführer Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDis).








































