Wie Unternehmen und Belegschaft von Betriebsräten profitieren

Portrait of smiling workers in an industrial plant
Bild: ©industrieblick/stock.adobe.com

Führen Betriebe Roboter ein, geht das oft mit Arbeitsplatzabbau einher – Betriebsräte verhindern das. Dies zeigt eine Studie des ZEW Mannheim. Von der Weiterbeschäftigung trotz Automatisierung profitieren vor allem ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 55 Jahren, da diese schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Doch auch für die Unternehmen selbst bieten Betriebsräte Vorteile: Haben sie einen, steigt ihre Produktivität im Zuge der Automatisierung stärker als in Betrieben ohne Arbeitnehmervertretung. Die Studie basiert auf Befragungs- und Sozialversicherungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und umfasst etwa 18.000 Beschäftigte sowie deren Betriebe.

„Betriebsräte spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, negative Folgen der Automatisierung abzumildern. Davon profitieren besonders ältere Beschäftigte, die es nach einer Kündigung schwer haben, einen neuen Job zu finden. Betriebsräte verbessern die Weiterbeschäftigungschancen für die Belegschaft vor allem dann, wenn es viele Arbeitssuchende gibt“, erklärt Oliver Schlenker, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen und Co-Autor der Studie.

Automatisierung kann zu niedrigeren Löhnen führen, wenn Beschäftigte in geringer qualifizierte und schlechter bezahlte Berufe verdrängt werden. Dazu Schlenker: „Für Beschäftigte in leicht automatisierbaren Berufen sinken die Löhne aufgrund der Robotisierung um etwa dreieinhalb Prozent. Dies verhindern die Betriebsräte.“

Auch Unternehmen können profitieren

Zudem kann auch die Unternehmensseite stärker von der Automatisierung profitieren, sagt Schlenker. „Wir zeigen erstmals, dass die Produktivitätszuwächse durch Robotisierung höher sind in Betrieben mit Betriebsrat.“ Er erklärt: „Zum einen sorgen Betriebsräte dafür, dass die passenden Roboter eingesetzt werden und zum anderen, dass die Belegschaft adäquat geschult wird. In Kombination kann das zu mehr Produktivität führen.“

Hinweis zur Datengrundlage: Für die Studie verknüpften die Forschenden Befragungsdaten des IAB-Betriebspanels zur Adaption von Robotern zwischen 2015 und 2018 sowie zur Präsenz von Betriebsräten mit den Erwerbsbiografien der dort Beschäftigten. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die bereits vor der Einführung von Robotern in den Betrieben beschäftigt waren. Dabei vergleichen sie die Beschäftigungs- und Lohnentwicklung in Folge robotischer Automatisierung mit statistisch ähnlichen Beschäftigten. Dies sind Personen mit gleichen persönlichen und beruflichen Merkmalen in vergleichbaren Betrieben (z.B. ähnliche Größe, Lohnniveau und Branche), die sich jedoch darin unterscheiden, ob sie einen Betriebsrat haben oder nicht.



  • Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

    Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

    Der Karlsruher PLM-Anbieter Procad hat Acatec erworben. Wenige Monate nach Beginn einer Partnerschaft mit dem Spezialisten für Produktkonfiguratoren sprachen die Synergieeffekte für die Akquisition, heißt es in der Pressemitteilung.

    mehr lesen: Procad kauft Produktkonfigurator-Spezialisten Acatec

  • Das selbstständige Warehouse-Management-System

    Das selbstständige Warehouse-Management-System

    ZIM-Förderung für Forschungsprojekt ‚SeSoGEN‘ Das selbstständige Warehouse-Management-System Die CIM GmbH und die Technische Universität München entwickeln im Rahmen eines Forschungsprojektes intelligente Lagersoftware die selbstständig Einlagerungsstrategien entwickeln kann.

    mehr lesen: Das selbstständige Warehouse-Management-System

  • Mercedes-Benz und Siemens schließen Partnerschaft

    Mercedes-Benz und Siemens schließen Partnerschaft

    Mercedes-Benz will die Produktionsaktivitäten am Standort in Berlin-Marienfelde neu gestalten. Dort soll ein Zentrum für Digitalisierung entstehen. Dafür arbeitet der Autobauer mit Siemens zusammen.

    mehr lesen: Mercedes-Benz und Siemens schließen Partnerschaft

  • Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

    Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

    Im aktuellen IAB-Arbeitsmarktbarometer stehen die Zeichen auf Entspannung. Beide Komponenten des Indexes gaben im März positive Signale.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

  • UiPath übernimmt Cloud Elements

    UiPath übernimmt Cloud Elements

    Cloud Elements gehört ab sofort zu UiPath. Durch die Akquisition kann der RPA-Anbieter zukünftig Benutzeroberflächen- und API-basierte Automatisierung auf einer Plattform anbieten.

    mehr lesen: UiPath übernimmt Cloud Elements

  • Europäische CEO Alliance unterstützt Klimastrategie

    Europäische CEO Alliance unterstützt Klimastrategie

    CEOs unterschiedlicher Unternehmen haben sich zur CEO Alliance 2020 zusammengeschlossen, um Europa zu einer führenden Region in Sachen Klimaschutz zu machen.

    mehr lesen: Europäische CEO Alliance unterstützt Klimastrategie

  • Cognizant übernimmt ESG Mobility

    Cognizant übernimmt ESG Mobility

    Cognizant übernimmt ESG Mobility und will dadurch seine Expertise im Bereich autonome und vernetzte Mobilität ausweiten.

    mehr lesen: Cognizant übernimmt ESG Mobility

  • Robert Bosch GmbH ordnet Geschäftsführung neu

    Robert Bosch GmbH ordnet Geschäftsführung neu

    Die Robert Bosch GmbH gibt Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Uwe Rasche und Michael Bolle verlassen das Unternehmen. Somit werden die Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung neu geordnet.

    mehr lesen: Robert Bosch GmbH ordnet Geschäftsführung neu

  • Mehr Resilienz durch Digital Workplace

    Mehr Resilienz durch Digital Workplace

    In einer Studie von Campana & Schott geben zwei Drittel der Befragten an, dass digitale Arbeitsplätze Resilienz und Effizienz steigern. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer hat bereits solche Arbeitsplätze eingeführt.

    mehr lesen: Mehr Resilienz durch Digital Workplace

  • Forschung am digitalen Zwilling

    Forschung am digitalen Zwilling

    Das Projekt IoT4DigitalTwin ist Teil der europäischen Initiative IoT4Industry im Rahmen des Programms Horizon 2020. Geprom Connecting Inustries und Gefasoft GmbH haben ein Konsortium gebildet mit dem Ziel, einen digitalen…

    mehr lesen: Forschung am digitalen Zwilling

  • Open Industry 4.0 Alliance stellt App Store vor

    Open Industry 4.0 Alliance stellt App Store vor

    2019 hat sich die Open Industry 4.0 Alliance auf der Hannover Messe gegründet. Das mittlerweile 74 Mitglieder umfassende Konsortium stellt zur diesjährigen Messe einen eigenen App Store vor.

    mehr lesen: Open Industry 4.0 Alliance stellt App Store vor

  • Python-Anwendungen plattformunabhängig schützen

    Python-Anwendungen plattformunabhängig schützen

    Wibu-Systems hat sein Portfolio erweitert, sodass Hersteller ihre Python-Anwendungen einfach und flexibel plattformunabhängig mit CodeMeter schützen können.

    mehr lesen: Python-Anwendungen plattformunabhängig schützen