Wie Schatten-KI und unsichere Arbeitsroutinen das Risiko erhöhen

Ransomware Malware Attack. Business Computer Hacked
Bild: ©Andrey Popov/stock.adobe.com

Laut einer aktuellen Untersuchung von WatchGuard Technologies geht das Verhalten der Belegschaft von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit erheblichen und oft verborgenen Cybersicherheitsrisiken einher. Demnach geben 64% der Befragten zu, nicht autorisierte KI-Tools für ihre Arbeit zu nutzen. Der Cybersecurity-Spezialist erklärt dazu, dass viele Unternehmen keine Kenntnisse darüber haben, welche KI-Werkzeuge im eigenen Geschäftsalltag tatsächlich zum Einsatz kommen. Sie stehen damit einhergehenden Gefahren blind gegenüber.

„Unternehmen investieren zwar in Sicherheitslösungen, doch vielen fehlt es nach wie vor an Einblick in die tatsächlichen Arbeitsabläufe ihrer Belegschaft“, sagt Marc Laliberte, Director of Security Operations bei WatchGuard. „Alltägliche Verhaltensweisen – von der Nutzung künstlicher Intelligenz bis hin zum verbesserungswürdigen Umgang mit Passwörtern – bergen Risiken, für deren Bewältigung herkömmliche Kontrollmechanismen nicht ausgelegt sind.“

’Schatten-KI’ als blinder Fleck

WatchGuard erklärt weiter, dass KI-Tools für den Privatgebrauch inzwischen eine ganz eigene Kategorie im Hinblick auf geschäftliche Sicherheitsrisiken bilden und bisher nur wenige Unternehmen mit einem verbindlichen Governance-Ansatz darauf reagiert haben. Laut Bericht glauben weniger als 30% der Befragten, dass ihr Unternehmen über eine genaue Bestandsaufnahme der intern eingesetzten Software verfügt. Fast 40% gehen davon aus, dass ihr Arbeitgeber nicht genau weiß, welche Anwendungen die Belegschaft wie nutzt.

Dieser Mangel an Steuerung – einschließlich organisatorischer Vorgaben hinsichtlich zugelassener Tools und einer Konkretisierung, welche Informationen überhaupt weitergegeben werden dürfen – schaffe einen gefährlichen blinden Fleck für IT- und Cybersicherheitsteams, so WatchGuard.

Alte Gewohnheiten als sicherheitsrelevante Herausforderung

Laut Studie untergraben auch andere, weit verbreitete Verhaltensweisen die Sicherheitsmaßnahmen von Unternehmen und eröffnen Hackern zusätzliche Angriffsmöglichkeiten:

76% der Befragten geben zu, für mehrere Konten dasselbe Passwort zu verwenden. WatchGuard erklärt dazu, dass bereits ein einziger kompromittierter Zugangsdatensatz ein Unternehmen anfällig für Kontoübernahmen, laterale Bewegungen und umfangreichen Datendiebstahl über mehrere Systeme, Plattformen und Anwendungen hinweg macht. Darüber hinaus gaben 30% der Befragten an, ihre Passwörter an andere weiterzugeben.

70% nutzen im Geschäftsalltag öffentliches WLAN, während 50% angeben, ohne VPN-Schutz auf Unternehmensressourcen zuzugreifen. Dies vergrößere die Angriffsfläche eines Unternehmens erheblich, so WatchGuard. Das Unternehmen verweist etwa auf sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe, die genau auf solche ungesicherten Verbindungen abzielen.

55% der Befragten nutzen ihre Arbeitsgeräte auch für private Zwecke. Auch hier sieht WatchGuard eine wachsende Gefahr bezüglich Malware-Infektionen, Phishing-Angriffen und Zugriffen auf Anwendungen oder Websites, bei denen Sicherheitskontrollen des Unternehmens gezielt umgangen werden. Auch der Wechsel zu Hybrid- und Remote-Arbeit eröffne Angreifern neue Chancen, um Unternehmensdaten zu kompromittieren. Laut dem Cybersecurity-Spezialisten wird es für Sicherheitsteams dadurch immer schwieriger, Risiken wirksam zu mindern.

„Die Erkenntnisse der Umfrage verdeutlichen einen grundsätzlichen Wandel in Bezug auf Cybersicherheitsrisiken. Da Unternehmen neue Technologien einführen und dezentrales Arbeiten fördern, wird insbesondere der Umgang mit menschlichem Verhalten zu einer zentralen Anforderung“, so Laliberte. Er sieht hier für Managed Service Provider (MSP), zu denen auch WatchGuard zählt, eine Chance, über die Technologie hinaus in neue Bereiche der Wertschöpfung vorzudringen – mit Fokus auf eine transparente Darstellung von Nutzerrisiken, Richtlinien-Governance und die kontinuierliche Sensibilisierung für Sicherheitsfragen.

Der Cybersecurity-Spezialist empfiehlt kleinen und mittleren Unternehmen sowie MSP-Partnern, sich auf sechs praktische Maßnahmen zu konzentrieren: die Durchsetzung einer flächendeckenden Nutzung von Passwort-Managern und Multifaktor-Authentifizierung (MFA), die gezielte Identifikation der unbefugten Nutzung oder des Einsatzes von Schatten-KI, die Festlegung klarer Richtlinien zur zulässigen Nutzung von KI, die Ausweitung des Schutzes über das Büro hinaus durch VPN und Zero-Trust-Ansätze sowie die Durchführung kontinuierlicher Sicherheitsschulungen bei gleichzeitiger Erfassung von Kennzahlen zu menschlichen Risiken neben technischen Indikatoren.

Der vollständige Report ist online verfügbar.



  • Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

    Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

    Wechsel an der Spitze von Syslogic. Raphael Binder hat zum 1. Januar die Geschäftsleitung der Embedded-Spezialistin übernommen.

    mehr lesen: Raphael Binder übernimmt Geschäftsleitung von Syslogic

  • SAP verlängert Support für Business Suite

    SAP verlängert Support für Business Suite

    SAP verlängert den Support für seine Business Suite um zwei Jahre bis Ende 2027. Zudem sagt der Softwarekonzern die Wartung für SAP S/4HANA bis 2040 zu.

    mehr lesen: SAP verlängert Support für Business Suite

  • Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

    Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

    Frank Paul Nonnenmann hat Anfang Februar Michael Unger als Geschäftsführer beim Sensor- und Automatisierungsspezialisten Balluff abgelöst.

    mehr lesen: Wechsel in der Geschäftsführung bei Balluff

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten

    Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten

    Ethische Grundsätze gewinnen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr an Bedeutung. Wie aus einer Studie der Management und Technologieberatung BearingPoint hervorgeht, stecken entsprechende Richtlinien noch in den Kinderschuhen.

    mehr lesen: Ethik ist wichtig, ethische Richtlinien aber noch selten

  • Deutsche Messe schreibt Hermes Award aus

    Deutsche Messe schreibt Hermes Award aus

    Noch bis zum 19. Februar können sich alle Unternehmen und Institutionen, die auf der Hannover Messe ausstellen oder sich in anderer Weise inhaltlich beteiligen, um den Hermes Award bewerben.  

    mehr lesen: Deutsche Messe schreibt Hermes Award aus

  • Mitbestimmung in Zeiten der digitalen Transformation

    Mitbestimmung in Zeiten der digitalen Transformation

    Seit 100 Jahren gibt es das Betriebsrätegesetz. Zu diesem Jubiläum und vor dem Hintergrund der digitalen Transformation spricht sich die IG Metall für Modernisierung der Mitbestimmung aus.

    mehr lesen: Mitbestimmung in Zeiten der digitalen Transformation

  • Siemens: Umsatz leicht über Vorjahr

    Siemens: Umsatz leicht über Vorjahr

    Siemens hat seine Umsatzerlöse im ersten Geschäftsquartal um 1% auf 20,3Mrd.€ gesteigert. Der Gewinn lag nach Steuern bei 1,1Mrd.€ (-3% gegenüber Vorjahr).

    mehr lesen: Siemens: Umsatz leicht über Vorjahr

  • Peter Körte leitet Strategieabteilung bei Siemens

    Peter Körte leitet Strategieabteilung bei Siemens

    Die Siemens AG hat Peter Körte zum neuen Strategiechef ernannt. Der Konzern will damit seinen Fokus auf das industrielle Internet der Dinge richten.

    mehr lesen: Peter Körte leitet Strategieabteilung bei Siemens

  • Mit künstlicher Intelligenz dem Verschleiß auf der Spur

    Mit künstlicher Intelligenz dem Verschleiß auf der Spur

    Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben ein System zur vollautomatischen Überwachung von Kugelgewindetrieben in Werkzeugmaschinen entwickelt. Dabei kommt eine direkt in die Mutter des Kugelgewindetriebs integrierte Kamera zum…

    mehr lesen: Mit künstlicher Intelligenz dem Verschleiß auf der Spur

  • Cosmo Consult gründet Life Science-Geschäftseinheit

    Cosmo Consult gründet Life Science-Geschäftseinheit

    Hersteller von Pharmazeutika, biologischen Präparaten und Medizinprodukten sowie alle verbundenen Unternehmen arbeiten in einem stark regulierten Umfeld und auch technologische sowie gesellschaftliche Herausforderungen nehmen zu. Bei Cosmo Consult trägt man…

    mehr lesen: Cosmo Consult gründet Life Science-Geschäftseinheit

  • Alles rund um industrielle Instandhaltung

    Alles rund um industrielle Instandhaltung

    Vom 12. bis zum 13. Februar 2020 findet in Dortmund die Maintenance statt. Rund 220 Aussteller werden dann auf dem dortigen Messegelände erwartet – darunter Dienstleister, Handelshäuser und Software-Anbieter. Wie…

    mehr lesen: Alles rund um industrielle Instandhaltung