Wer sind die gefährlichsten Gruppen des Jahres?

cyber security
Bild: ©MK-Photo/stock.adobe.com

Wenn 2024 als Jahr des Comebacks der Ransomware galt, dann war 2025 das Jahr, in dem Angriffe gezielt auf Identitäten gerichtet waren. Das schreibt OpenText in der Pressemitteilung zur Veröffentlichung des jährlichen Nastiest Malware Report. Demnach drangen Cyberkriminelle nicht mehr nur in Netzwerke ein, sondern griffen gezielt Identitäten an. Social Engineering, Deepfakes und KI-gestützte Chattools verwandelten alltägliche Kommunikation in Angriffsvektoren. Gestohlene Passwörter oder abgefangene Anrufe reichten oft für den Zugriff auf interne Systeme.

Identitäten als Angriffsvektoren

Mit künstlicher Intelligenz, die Phishing, Stimmklonen und gefälschte Vorstellungsgespräche ermöglicht, wurde Cyberkriminalität zu einem Instrument der Identitätsmanipulation. Angreifer verwendeten legitime Zugangsdaten und umgingen damit klassische Sicherheitsmechanismen. Ransomware erzielte keine neuen Rekorde, der Markt blieb aber auf hohem Niveau stabil. Die Erpressungsökonomie setzte weniger auf Brute-Force-Verschlüsselung, sondern auf gestohlene Daten und Druckmittel.

Besonders auffällige Angreifer

Laut dem Report haben sechs Gruppen das Jahr 2025 geprägt:

Qilin (Agenda) verursachte über 200 bestätigte Angriffe auf Krankenhäuser, Labore und kommunale Einrichtungen. In einem Fall führte der Ausfall von Diagnosediensten zum Tod eines Patienten. Eine Funktion im Ransomware-Control-Panel ermöglichte es Partnern, mit einem von Qilin gestellten Verhandlungsberater zu kommunizieren. Die Standardisierung dieser Abläufe deutete auf eine zunehmend strukturierte Ransomware-as-a-Service-Infrastruktur hin.

Akira fokussierte sich auf Unternehmen und Managed Service Provider und war für nahezu jeden fünften Ransomware-Vorfall weltweit verantwortlich. Die Gruppe arbeitete mit festen Abläufen und kontrollierten Verhandlungen. Rabattaktionen und klare Regeln sollten Verlässlichkeit signalisieren. Akira nutzte VPN-Schwachstellen, agierte international und etablierte sich zur Ransomware-as-a-Service-Plattform.

Scattered Spider gehörte 2025 zu den einflussreichsten Gruppen. Durch Social Engineering, SIM-Swapping und Deepfake-Stimmen kompromittierte sie Unternehmen und umging Zugriffssysteme. Im September wurden Kernmitglieder festgenommen, Teile der Struktur führten die Methoden weiter. Die Kombination aus technischem Vorgehen und gezielter Identitätsausnutzung machte die Gruppe zu einem wichtigen Akteur bei Zugangsangriffen.

Play Ransomware versuchte 2025 mehr als 900 Managed Service Provider zu kompromittieren und griff damit auch deren Kundensysteme an. Die Gruppe verwendete intermittierende Verschlüsselung, bei der nur Dateianteile betroffen waren, was den Prozess beschleunigte und Erkennung erschwerte. Zudem nutzte sie angepasste Binärdateien und Tools für Linux- und ESXi-Umgebungen. Die gezielte Ausnutzung von Abhängigkeiten machte Play zu einem bedeutenden Akteur.

ShinyHunters zählte 2025 zu den aktivsten Gruppen. Die Akteure drangen in Cloud-Plattformen ein und blieben oft über Monate unbemerkt. Sie veröffentlichten gestohlene Daten, wenn sie wirtschaftlich verwertbar waren. Betroffen waren u. a. Google, Salesforce und Kering. ShinyHunters nutzte regulatorische Abläufe, indem Veröffentlichungen auf Zeiträume amtlicher DSGVO-Meldungen gelegt wurden, um zusätzlichen Druck auf Unternehmen auszuüben.

Lumma Stealer bildete eine Grundlage vieler Ransomware-Vorfälle. Die Malware sammelte Zugangsdaten, Cookies und Tokens aus infizierten Systemen. Diese Informationen wurden auf Darknet-Marktplätzen weitergegeben und von anderen Gruppen als Einstieg für Angriffe verwendet. Lumma kombinierte Datendiebstahl mit Social-Engineering-Kampagnen, etwa über gefälschte CAPTCHA- oder Fehlermeldungen, die Benutzer zur Ausführung bösartiger Befehle bewegten.

Erpressungen weiter eine Gefahr

Trotz verbesserter Abwehrmaßnahmen und zunehmender Verweigerung von Zahlungen bleibt Ransomware ein profitorientiertes Instrument. Lösegeldforderungen und -zahlungen stabilisierten sich nach einem Anstieg zu Jahresbeginn auf hohem Niveau. Die finanziellen Gesamtschäden steigen weiter. Einige Gruppen haben Schwierigkeiten, Forderungen durchzusetzen, andere organisierte Akteure verhandeln nach wie vor Zahlungen in Millionenhöhe. Die Professionalisierung dieses Modells hält an.

www.opentext.com



  • Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

    Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

    Daten werden benötigt, um in hochspezialisierten Prozessen Maschinen und Anlagen zu steuern.

    mehr lesen: Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

  • Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

    Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

    Die Nachfrage nach Batteriezellen wird aktuell vor allem durch kostengetriebene Massenproduktion in Asien und Nordamerika gedeckt, was auch Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau hat.

    mehr lesen: Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

  • Eclipse Foundation und DIN kooperieren

    Eclipse Foundation und DIN kooperieren

    Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Stiftungen, und das Deutsche Institut für Normung (DIN) haben eine Absichtserklärung bekannt gegeben.

    mehr lesen: Eclipse Foundation und DIN kooperieren

  • Machine-Vision-Industrie erwartet Umsatzrückgang

    Machine-Vision-Industrie erwartet Umsatzrückgang

    Die VDMA Fachabteilung Machine Vision rechnet für die Bildverarbeitungsindustrie in Deutschland mit einem Umsatzrückgang von 10 Prozent nominal im laufenden Jahr.

    mehr lesen: Machine-Vision-Industrie erwartet Umsatzrückgang

  • Mathematische Modelle für einen effizienteren Emissionshandel

    Mathematische Modelle für einen effizienteren Emissionshandel

    Der Emissionshandel ist ein zentrales Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Die Einführung von CO2-Zertifikaten soll Anreize für Unternehmen schaffen, ihre Emissionen zu reduzieren.

    mehr lesen: Mathematische Modelle für einen effizienteren Emissionshandel

  • Mission KI und Xayn entwickeln KI-basiertes Prüfsystem für sicheren Datenaustausch

    Mission KI und Xayn entwickeln KI-basiertes Prüfsystem für sicheren Datenaustausch

    Um die Attraktivität von Datenräumen und den datenraumübergreifenden Austausch von Daten zu erhöhen, entwickelt das Berliner KI-Startup Xayn im Rahmen der Initiative Mission KI ein KI-basiertes Sicherheits- und Qualitäts-Monitoring. Die…

    mehr lesen: Mission KI und Xayn entwickeln KI-basiertes Prüfsystem für sicheren Datenaustausch

  • Die Welt der additiven Fertigung in Frankfurt

    Die Welt der additiven Fertigung in Frankfurt

    Bis Ende September haben sich 820 Unternehmen für die Formnext in Frankfurt angemeldet. Die Messe für Additive Manufacturing (AM) findet vom 19. bis zum 22. November 2024 statt. Besucher können…

    mehr lesen: Die Welt der additiven Fertigung in Frankfurt

  • Der IT.Connect meets Cybersecurity Day 2024

    Der IT.Connect meets Cybersecurity Day 2024

    Am 5. November 2024 wird die Congresshalle Saarbrücken im Rahmen des IT.Connect meets Cybersecurity Day zu einem Zentrum der IT- und Cybersicherheitsbranche.

    mehr lesen: Der IT.Connect meets Cybersecurity Day 2024

  • Die Krux mit der Kundenzufriedenheit

    Die Krux mit der Kundenzufriedenheit

    Syncron, ein Hersteller für Service-Lifecycle-Management (SLM), hat die Studie ‚Modernizing the Aftermarket‘ veröffentlicht.

    mehr lesen: Die Krux mit der Kundenzufriedenheit

  • Schwache Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte

    Schwache Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte

    Wie das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung nun mitteilt, steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht mehr in allen Bundesländern – die Arbeitslosigkeit nimmt überall zu.

    mehr lesen: Schwache Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte

  • Automobilindustrie: Stimmung leicht verbessert

    Automobilindustrie: Stimmung leicht verbessert

    Der Geschäftsklimaindex der deutschen Automobilindustrie ist im September um 1,3 Punkte gestiegen. Der Indikator bleibt aber mit -23 Punkten im langfristigen Vergleich auf sehr niedrigem Niveau.

    mehr lesen: Automobilindustrie: Stimmung leicht verbessert

  • Accenture und Nvidia erweitern Partnerschaft

    Accenture und Nvidia erweitern Partnerschaft

    Accenture und Nvidia haben die Erweiterung ihrer Partnerschaft im Bereich künstlicher Intelligenz bekannt gegeben.

    mehr lesen: Accenture und Nvidia erweitern Partnerschaft