Weltweite Chipversorgung in der Hand von 21 Unternehmen

semiconductor close up scaled 1
Bild: Prewave GmbH

Laut dem Vulnerability-Report des Wiener Supply-Chain-Spezialisten Prewave hängt die globale Halbleiterproduktion von 21 Unternehmen ab, die kritische Produktionsschritte kontrollieren. Demnach könnten lokal begrenzte Störungen wie etwa Naturkatastrophen oder geopolitische Spannungen Industrie und KI-Entwicklung auf der ganzen Welt beeinträchtigen.

Prewave identifiziert im Report fünf Engpässe im Halbleitermarkt:

1) Rohstoffe: High-Purity Quartz aus North Carolina

Prewave verweist zunächst darauf, dass rund 95% des weltweit benötigten High-Purity Quartz (HPQ) aus einem einzigen Abbaugebiet in Spruce Pine im US-Bundesstaat North Carolina stammen und von den Unternehmen Sibelco und The Quartz Corp. dominiert werden. Dieser Rohstoff ist unverzichtbar für die Herstellung von Silizium-Wafern, der physischen Grundlage jedes modernen Chips.

Als Beispiel für die Abhängigkeit nennt Prewave ein Beispiel aus 2024, als Hurrikan Helene die Region traf. Da die Weiterverarbeitung von Quarz zu Wafern mehrere Monate dauert, können kurzfristige Ausfälle zunächst abgefedert werden. Bei länger anhaltenden Störungen oder Lieferausfällen würde sich der Effekt jedoch zeitverzögert mit steigenden Preisen und möglichen Engpässen entlang der gesamten Chipproduktion global bemerkbar machen.

2) Waferproduktion: Japan und Südkorea dominieren

Dem Bericht zufolge konzentriert sich zudem ein wesentlicher Teil kritischer Produktionsschritte von Wafern auf wenige Anbieter und Standorte, vor allem in Japan und Südkorea. Die Unternehmen Shin-Etsu und Sumco halten gemeinsam mehr als 50% der globalen Waferproduktion, während Siltronic und SK Siltron einen Großteil der verbleibenden Kapazitäten stellen.

3) Fertigungsmaschinen: Schlüsseltechnologien bestimmen Kapazität

Ein oft unterschätzter Engpass liegt laut Prewave nicht in den Chips selbst, sondern in den Fertigungsanlagen. Das Unternehmen verweist hier auf den niederländischen Hersteller ASML, der weltweit eine nahezu einzigartige technologische Stellung bei der EUV-Lithografie einnimmt. Diese Technologie gilt als unverzichtbar für die Fertigung moderner Hochleistungschips unterhalb der 7-Nanometer-Strukturbreite – jener Chips, die für künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastrukturen oder moderne Smartphones benötigt werden.

Seiten: 1 2 3



  • Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz hat meistens Black-Box-Charakter. Doch nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Um die jeweiligen Lösungswege künstlicher Intelligenz zu erklären, gibt es spezielle Software-Lösungen. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat die…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz erklärbar machen

  • Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchführen als beispielsweise heutige Superrechner. Wie eine Befragung des Bitkom zeigt, verspricht sich die deutsche Wirtschaft viel von der Technologie.

    mehr lesen: Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

  • Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz auch für KMUs nutzbar machen. Das ist das Ziel des Modellprojekts ’KI-Transfer Plus’

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weltweit entstehen 6,4Mio.t CO2 durch den Speicherbetrieb in Rechenzentren. Dabei werden viele der gespeicherten Daten gar nicht mehr gebraucht – es handelt sich um sogenannte Dark Data.

    mehr lesen: Weniger Daten für geringere Emissionen

  • Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Seit April hat die Cosmo Consult-Gruppe einen neuen Geschäftsbereich gestartet. In diesem sollen Beratungsleistungen für Digitalisierungsprojekte gebündelt werden.

    mehr lesen: Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

  • Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Pierre Tanguy übernimmt bei Creaform die Vertriebsleitung für die DACH-Region und folgt damit auf Stefan Hoheisel.

    mehr lesen: Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

  • Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Im Projekt BaSynaos wollen Synaos und das DFKI den Datenaustausch zwischen Assets aus der Produktion und der Logistik ermöglichen. Dabei greifen die Forschungspartner auf das im Vorgängerprojekt BaSys 4.0 entwickelte…

    mehr lesen: Intralogistik und Produktion zusammenbringen

  • Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Der Maschinenmarkt für Antriebe könnte bis 2030 jährlich um knapp 3 Prozent schrumpfen, Umsätze mit Werkzeugmaschinen für elektrische Antriebe wachsen hingegen mit mehr 10 Prozent. Dies prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey…

    mehr lesen: Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    Mit 102,4 Punkten verzeichnet das IAB-Arbeitsmarktbarometer den höchsten Stand seit Mai 2019. Das Risiko negativer Effekte durch die aktuelle Infektionslage bleibt jedoch bestehen.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

  • Ressourcenschonender 3D-Druck

    Ressourcenschonender 3D-Druck

    Im Projekt ’BioMe’ wollen die Projektpartner die Anwendung von additiver Fertigung im Automobilbau nachhaltiger gestalten.

    mehr lesen: Ressourcenschonender 3D-Druck

  • Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Geschäftsklimaindex steigt leicht an

    Im aktuellen Ifo-Geschäftsklimaindex beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im März. Der Indexwert ist im 0,2 Punkte gestiegen.

    mehr lesen: Geschäftsklimaindex steigt leicht an