So sind selbst Unternehmen mit scheinbar diversifizierten Lieferketten faktisch von denselben wenigen Upstream-Produzenten abhängig. Diese strukturellen Abhängigkeiten bleiben oft verborgen, bis es zu einer tatsächlichen Störung kommt – zu einem Zeitpunkt, an dem alternative Beschaffungsoptionen meist nicht mehr kurzfristig verfügbar sind.

Lieferketten als geopolitisches Instrument

Prewave betont, dass diese Abhängigkeiten längst zu einem geopolitischen Machtinstrument geworden sind. Exportkontrollen, Sanktionen und Handelskonflikte beeinflussen direkt die Verfügbarkeit kritischer Technologien. Denn kein Wirtschaftsraum kann vollständig unabhängig operieren.

Für Unternehmen entsteht damit ein neues Risikoprofil: Zusätzlich zu operativen Störungen werden Lieferketten zunehmend durch geopolitische Entscheidungen beeinflusst. Prewave rät dazu, strukturelle Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen und mehrere geopolitische Szenarien parallel zu berücksichtigen. In der Transparenz über kritische Knotenpunkte der Lieferkette sieht der Supply Chain-Spezialist einen entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und technologische Handlungsfähigkeit.

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