Was Unternehmen tun können, wenn Hacker erfolgreich waren

1
Bild: ©Skórzewiak/stock.adobe.com

Was tun, wenn das Unternehmen gehackt wurde? Jörg von der Heydt, Regional Director DACH bei Bitdefender, gibt im Folgenden einen Überblick über die Bedrohungslandschaft und über erste Maßnahmen nach einem erfolgreichen Angriff.

Kleine Betriebe mit bis zu 25 Mitarbeitern, die im Schnitt rund 50 Geräte schützen müssen, bieten bereits eine beachtliche Angriffsfläche. Wie andere Unternehmen haben sie nichts weniger als ihre geschäftliche Existenz und ihr Unternehmenswissen zu verlieren. Wer die gängigen Angriffsmechanismen kennt und sich die ersten Maßnahmen für den Tag X im Vorfeld zurechtlegt, kann vieles verhindern und im Ernstfall schneller sowie richtig handeln. Im Folgenden finden sich grundlegende Tipps zum Vorgehen bei den wichtigsten Angriffsarten.

Phishing-Angriffe

Phishing ist unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter eine der häufigsten Angriffsformen – vor allem in kleinen Unternehmen mit oft nicht geschultem und wenig technikaffinem Personal. Hacker versenden, beispielsweise im Namen eines Vorgesetzten, gefährliche Mails mit hoher Dringlichkeit, Handlungsaufforderungen und kompromittierten Links oder Daten. Mitarbeiter erhalten gefälschte Rechnungen oder Tech-Support-Anfragen, die Cyberkriminelle versendet haben. Massenmails finden in der Regel eine sich lohnende Anzahl an Opfern. Dabei können in den allermeisten Fällen die Mitarbeiter solche Angriffe selbst blocken. Künstliche Intelligenz hilft den Angreifern jedoch, immer bessere Fälschungen anzufertigen. Auch geübte Adressaten können so hinters Licht geführt werden. Was ist dann zu tun:

Eine Überprüfung der E-Mail-Versandprotokolle identifiziert weitere Opfer. Ein externer Admin kann hierbei behilflich sein.

Unternehmen sollten alle kompromittierten Anmeldedaten sofort ändern. Die Verantwortlichen müssen sicherstellen, dass jeder einzelne über neue und eindeutige Zugangsdaten verfügt.

Kommunikation ist wichtig. Vorgesetzte sollten die Mitarbeiter über den Vorfall informieren, um weiteren Schaden zu vermeiden. Ganz wichtig ist der Austausch über den konkreten Vorfall. Denn auch hier gilt: Aus Fehlern kann man nur lernen.

Ransomware

Ransomware-Angriffe, die in der Regel mit Phishing starten, verschlüsseln nicht nur Daten oder blockieren Prozesse, bis das Opfer ein Lösegeld zahlt. Oft verkaufen die Angreifer auch sensible Informationen oder drohen mit deren Veröffentlichung. Folgende Maßnahmen sollten in Betracht gezogen werden:

Infizierte Systeme sind möglichst zu isolieren, damit die Ransomware nicht ihren weiteren Weg im Netz findet. Beispielsweise nimmt man ein betroffenes Notebook zunächst vom Netz.

Externen Rat suchen: Polizei und Cybersicherheitsexperten sollten frühzeitig hinzugezogen werden. Letztere helfen festzustellen, welche Daten betroffen sind, und empfehlen weitere Vorgehensmaßnahmen.

Kein Lösegeld zahlen: Es gibt keine Garantie dafür, dass die Angreifer die Schlüssel zum Entschlüsseln wirklich übergeben, dass diese funktionieren oder nicht noch weiteren Schaden anrichten. Der Zugriff ins Netz bleibt auch nach der Schlüsselübergabe für die Dateien bestehen und die nächste Attacke ist vorprogrammiert. Das Lösegeld lässt sich oft einsparen, wenn Tools zur Entschlüsselung vorhanden sind. Ein Verzeichnis solcher Dekryptoren findet sich etwa unter nomoreransom.org. Diese Werkzeuge helfen in vielen Fällen, denn nicht jede Ransomware-Gruppe verwendet neueste Malware.

Daten sollten in Backups gesichert sein. Ein Backup ist zudem nur dann funktionsfähig, wenn ein Administrator es testet und verwaltet. Auch der Ablauf der Datenwiederherstellung sollte real durchgespielt werden.

Eine Cyberversicherung kann vor finanziellem Verlust bewahren.

Denial-of-Service (DoS) oder Distributed Denial-of-Service (DDoS) Angriffe

Bei Dos- oder DDoS-Attacken überlasten Angreifer ein System oder Netzwerk mit übermäßigem Datenverkehr und machen es für die Außenwelt unerreichbar. So können etwa Kunden keine Bestellungen aufgeben, Rechnungen erhalten oder mit dem Unternehmen kommunizieren.

Seiten: 1 2



  • Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

    Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

    In Zusammenarbeit mit Zoll-, Gewerbeaufsichts- und Strafverfolgungsbehörden geht Mercedes-Benz weltweit gegen Fälschungen vor.

    mehr lesen: Was Mercedes-Benz gegen Produktfälscher tut

  • Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

    Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

    Wissenschaftler am Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) und dem Paderborner Zentrum für Paralleles Rechnen (PC2) der Universität Paderborn haben ein Open-Source-Software-Tool entwickelt, das die Simulation von Lichtverhalten in Quantensystemen ermöglicht.

    mehr lesen: Wissenschaftler entwickeln Open-Source-Programm für die Quantenphysik

  • Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

    Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

    Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zur Stärkung der Cybersicherheit beschlossen.

    mehr lesen: Kabinett bringt NIS-2 auf den Weg

  • Insys Icom wird 33

    Insys Icom wird 33

    Insys Icom feiert in diesem Jahr 33-jähriges Bestehen. Das Regensburger Unternehmen wurde 1992 gegründet und ist heute in drei eigenständige Unternehmen gegliedert: Insys Icom, Insys Locks und Insys Test.

    mehr lesen: Insys Icom wird 33

  • Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

    Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

    Slalom Germany und Device Insight richten sich im Rahmen einer strategischen Kooperation an Fertigungsunternehmen und bieten ein gemeinsames Portfolio an, das Beratungsexpertise in den Bereichen Data, Analytics und KI mit…

    mehr lesen: Slalom und Device Insight mit strategischer Partnerschaft

  • Aus Felten wird MPDV

    Aus Felten wird MPDV

    Nach der Übernahme der Felten Group durch die MPDV Mikrolab GmbH im Jahr 2019 erfolgt nun die Integration des Unternehmens durch den MES-Spezialisten aus Mosbach.

    mehr lesen: Aus Felten wird MPDV

  • HTEC erklärt AI Distillation

    HTEC erklärt AI Distillation

    Große KI-Modelle wie GPT-4.5 oder OpenAI o3 bilden die Speerspitze des technologischen Fortschritts.

    mehr lesen: HTEC erklärt AI Distillation

  • Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

    Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

    Automatisierung beschleunigt Prozesse, verbindet Systeme und spart Zeit. Bots, APIs, Cloud-Workloads oder RPA-Tools übernehmen Aufgaben, die früher menschlichen Mitarbeitenden vorbehalten waren. Doch auch die digitalen Helfer verwalten sich nicht selbst:…

    mehr lesen: Warum Maschinenidentitäten zur Sicherheitsfalle werden können

  • Robotersteuerung aus dem Weltall

    Robotersteuerung aus dem Weltall

    Am 24. Juli führte das Surface-Avatar-Team am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen das letzte und laut DLR bisher anspruchsvollste Experiment der Mission Surface Avatar vor.

    mehr lesen: Robotersteuerung aus dem Weltall

  • Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

    Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

    Dassault Systèmes hat die Ascon Qube-Technologie von der Ascon Systems Holding GmbH übernommen.

    mehr lesen: Dassault Systèmes übernimmt Ascon Qube-Technologie

  • B-Human ist erneut Weltmeister

    B-Human ist erneut Weltmeister

    Das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) errang bei der RoboCup-WM in Salvador in Brasilien bei der 16. Teilnahme zum zwölften Mal den…

    mehr lesen: B-Human ist erneut Weltmeister

  • Itac und Red Hat kooperieren

    Itac und Red Hat kooperieren

    Die Itac Software AG und Red Hat haben eine strategische Technologiepartnerschaft geschlossen.

    mehr lesen: Itac und Red Hat kooperieren