Was die Deutschen von aktuellen Technologien halten

Technikradar25 Visual 1920x1080

Die Deutschen stehen neuen Technologien laut aktuellem TechnikRadar aufgeschlossen gegenüber. So zeigen sich darin 65% der befragten KI-Nutzer fasziniert von der Technologie. Doch laut der der von Acatech konzipierten und repräsentativen Forsa-Umfrage verschieben sich die Prioritäten der Deutschen: 50% unterstützen die Forschung zur militärischen Verteidigung an deutschen Hochschulen. Generell unterstützen 62% technische Neuerungen nur dann, wenn sie im Einklang mit dem Gemeinwohl stehen. 45% fordern mehr Mitbestimmung, aber nur 9% fühlen sich von der Regierung über Technikfolgen ausreichend informiert.

Ein variiertes Meinungsbild zur Technologieforschung zu militärischen Zwecken zeigt sich bei einem Blick auf das Wahlverhalten der Befragten bei der letzten Bundestagswahl: Demnach stimmen Wählerinnen und Wähler von FDP (% 68), CDU/CSU (67%), SPD (53%) und Bündnis90/Die Grünen (51%) mehrheitlich zu. Bei Anhängern der Linken (27%), von BSW (33%) und AfD (41%) unterstützt nur eine Minderheit militärische Forschung. Drei von fünf Deutschen lehnen den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Steuerung autonomer Waffensysteme ab – unabhängig vom politischen Lager. Und 17% lehnen die militärische Technologieforschung an Hochschulen grundsätzlich ab.

„Die Debatte um Dual Use zeigt: Die Trennung zwischen ziviler und militärischer Forschung ist oft künstlich. Entscheidend ist, dass Forschung und Innovation friedlichen Zwecken dienen und unsere Gesellschaft schützen – das ist der Maßstab, an dem wir uns orientieren sollten. Diesen Maßstab teilen die Deutschen mehrheitlich“, sagt Acatech Präsident Jan Wörner.

Wunsch nach mehr Mitbestimmung bei umstrittenen Technologien

Viele Deutsche fühlen sich laut TechnikRadar über die möglichen Folgen von Technik schlecht informiert: Nur 9% meinen, die Regierung kläre sie ausreichend auf. 48% der Befragten vertrauen auf die Expertise von Wissenschaft und Fachleuten bei Entscheidungen über in der Studie als umstritten bezeichnete Technologien, insbesondere Wählerinnen und Wähler von Bündnis90/Die Grünen (61%) und den Linken (59%). Zugleich fordern 45% der Befragten mehr Mitbestimmung bei als umstritten Technologien, während nur 18% dies ablehnen. Unter den Wählerinnen und Wählern von AfD und BSW wollen 65% mehr Teilhabe.

Ambivalente Einstellung zu KI

Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) zeigen sich die Deutschen ambivalent: Sie erkennen den Nutzen von KI für die Gesellschaft, sehen aber auch die Risiken. Am positivsten bewerten die Befragten den KI-Einsatz in der medizinischen Diagnostik (nützlich: 66% / riskant: 34%). Bei autonomen KI-Agenten (nützlich: 38% / riskant: 34%) sowie bei KI-gestützter Produktion von Inhalten (nützlich: 52% / riskant: 44%) halten sich Nutzen und Risiken im Meinungsbild ungefähr die Waage.

90% der Befragten fordern eine klare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Insgesamt herrscht unter KI-Erfahrenen eine positive Grundhaltung: Viele empfinden generative KI als Arbeitserleichterung (50%) und sind von ihrer Leistungsfähigkeit fasziniert (65%).

Höchste Priorität für innere Sicherheit und öffentliche Infrastruktur

Bei den Zukunftsaufgaben setzen die Deutschen neue Prioritäten: Erstmals gelten im TechnikRadar innere Sicherheit und die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur für 91% als wichtige oder sehr wichtige Aufgabe. Die bisherige Spitzenreiterin, die Sicherung von Arbeitsplätzen, landet mit 90% auf Platz drei.

Im aktuellen TechnikRadar 2025 halten alle Gruppen die Sicherstellung des digitalen Zugangs auf dem Land (86%) für wichtiger als Datenschutz (77%) oder geregelte Zuwanderung (74%). Die Begrenzung der Klimaerwärmung verliert hingegen an Bedeutung und rutscht auf den letzten Rang ab (68%). Nur bei den 16- bis 34-Jährigen (73%) und den akademisch Gebildeten (79%) behauptet sich das Thema im Mittelfeld.

„Große Krisen wie die Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg oder politische Unsicherheiten ändern wenig an den grundsätzlichen Technikeinstellungen in Deutschland. Selbst aktuelle Entwicklungen wie generative KI, Smart-Home-Technologien oder digitale Plattformen erschüttern diese Stabilität nicht“, sagt Mike Schäfer, Co-Leiter der Studie.

Komfortableres Leben und Zielkonflikte

62% geben im TechnikRadar an, einen spürbaren Komfortgewinn durch digitale Technologien zu erleben. Kritisch sehen die Befragten den Einfluss der Digitalisierung auf soziale Beziehungen und die Psyche: Nur 9% glauben, dass digitale Technik unser Sozialleben verbessert. Besonders Jüngere sind besorgt: 47% der 16- bis 34-Jährigen sind der Auffassung, dass sie psychisch krankmacht. Bei den über 65-Jährigen teilen nur 28% diese Meinung.

Bei Fragen nach Datenschutz, Zahlungsbereitschaft, Nutzen und Komfort offenbaren sich in der Untersuchung Zielkonflikte: Nur 37% der Deutschen würde für besseren Datenschutz auf Komfort verzichten. Doch für Komfort zahlen, will nicht einmal ein Drittel (32%). 39% bevorzugen kostenfreie Angebote, selbst wenn diese persönliche Daten erfassen. Zugleich glauben 69%, dass die Marktkonzentration auf wenige digitale Großkonzerne Nachteile für die Gesellschaft bringt. Sechs von zehn Deutschen sorgen sich deshalb.

Keine pauschale Technikfeindlichkeit

Das TechnikRadar 2025 widerlegt aus Sicht der Studienverantwortlichen das Klischee der deutschen Technikfeindlichkeit, Die befragten bewerten Technologien darin differenziert und anwendungsbezogen: So sieht eine klare Mehrheit erneuerbare Energien (nützlich: 70% / riskant: 12%) positiv. Kritischer zeigen sich viele Deutsche bei Überwachungstechnologien (nützlich: 54% / riskant: 41%) und besonders bei gentechnisch veränderten Nutzpflanzen (nützlich: 23% / riskant: 57%). 64% widersprechen der Annahme, dass Technik alle Probleme lösen könne. Gleichzeitig glauben nur 15%, dass sie langfristig mehr Probleme schafft als zu beheben.



  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

  • Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

    Im Januar waren wieder mehr Menschen in Kurzarbeit. In der Industrie ging die Zahl nach Schätzungen des Ifo-Instituts insgesamt jedoch zurück, wobei es je nach Branche unterschiedliche Entwicklungen gibt.

    mehr lesen: Mehr Kurzarbeit insgesamt, Rückgang in der Industrie

  • Quantenprozessor besser machen

    Quantenprozessor besser machen

    Quantenrechner sollen unter anderem Optimierungsaufgaben lösen, etwa für Produktionsprozesse. Im Verbundprojekt ‘GeQCoS‘ wollen Forscher Konzepte für den Bau eines verbesserten Quantenprozessors entwickeln.

    mehr lesen: Quantenprozessor besser machen

  • Exeon erweitert Geschäftsführung

    Exeon erweitert Geschäftsführung

    Exeon erweitert die Geschäftsleitung um einen Chief Marketing Officer. Gregor Erismann, der die Stelle am 1. Februar 2021 antritt, war zuvor Geschäftsleitungsmitglied und CMO der Digitalagentur Namics.

    mehr lesen: Exeon erweitert Geschäftsführung