Was Cyberkriminelle für 2026 planen

991964
991964

Ontinue, ein Spezialist für Managed Extended Detection and Response (MXDR), beschreibt vier Entwicklungen im Bereich Cyberkriminalität, die 2026 auf Unternehmen zukommen könnten.? Diese basieren auf Daten des Cyberthreat-Research-Teams von Ontinue sowie einer Analyse aktueller Entwicklungen im Darknet sowie in der Hackergemeinschaft.

1. Mehr identitätsbasierte Angriffe durch Kollaborationstools

Ontinue geht davon aus, dass Kollaborationstools wie Microsoft Teams verstärkt zum zentralen Angriffsvektor für Identitätsattacken erheben und verweist darauf, dass neue Funktionen wie Microsofts ‚Chat with Anyone‘ diesen Shift begünstigen, da sie die direkte Kontaktaufnahme mit Angestellten von Unternehmen erlauben, auch ohne selbst Teil des internen Workspaces zu sein: Demnach genügt eine gültige Plattformlizenz, die einfach von Microsoft zu erwerben ist, um sich etwa als IT-Support oder Kollege auszugeben. Cyberkriminelle übertragen so Smishing- und Phishing-Methoden in unternehmensinterne Chat-Umgebungen. Auch Malware lässt sich auf diesem Weg schneller verbreiten, da die Klickwahrscheinlichkeit bei Mitarbeitenden innerhalb eines vertraulich wirkenden Chats höher ist als bei E-Mail-Anhängen. Zudem entfallen klassische Warnsignale wie verdächtige Absenderdomains, auf die Nutzer mittlerweile achten. Als besonders kritisch beschreibt Ontinue, dass externe Chatanfragen häufig etablierte Sicherheitskontrollen wie E-Mail-Filter umgehen.

2. Neue Hackerkollektive

Trotz der Zerschlagung großer MaaS (Malware as a Service)-Anbieter entstehen kontinuierlich neue Gruppen, die bestehende Malware-Infrastrukturen, deren Quellcode und die Geschäftsmodelle ihrer Vorgänger übernehmen. Jeder behördliche Eingriff erzeugt so zwar erst einmal ein Vakuum, das andere kriminelle Akteure jedoch schnell füllen. Auch die Agilität der Gruppen steigt: Nach Takedowns verschwinden Hackerkollektive oft nur kurzfristig, um dann unter neuem Namen, mit angepassten Tools und Taktiken zurückzukehren. Dieser Zyklus beschleunigt sich nach Ansicht von Ontinue 2026 weiter. Gleichzeitig gehen die Experten des Unternehmens davon aus, dass die Konkurrenz im MaaS-Markt zunimmt, was zu technisch ausgereifteren Schadprogrammen führen könnte.

3. Infostealer bleiben profitabel und gefährlich?

Malware für den Informationsdiebstahl, darunter Schadsoftware wie Vidar oder Lumma, zählt für Hacker weiterhin zu den profitabelsten Angriffsarten. Laut Ontinue wird sich daran in naher Zukunft nichts ändern. Für 2026 rechnet der Cybersecurity-Spezialist – auch aufgrund behördlicher Eingriffe – mit einer Welle neuer Infostealer-Familien. Hacker könnten damit versuchen, EDR (Endpoint Detection and Response)-Systeme zu umgehen, Tokens abzufangen, Cloud-Apps zu infiltrieren und laterale Bewegungen nach dem Eindringen zu automatisieren. Für Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass klassische signaturbasierte Abwehrmaßnahmen weiter an Wirkung verlieren, während Geschwindigkeit bei der Erkennung, lückenlose Visibilität und engmaschige Identitätskontrolle an Wichtigkeit zunehmen.

Seiten: 1 2



  • Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Zur Münchner Sicherheitskonferenz (13. bis 15. Februar) hat die Google Threat Intelligence Group (GTIG) einen Bericht veröffentlicht, mit dem die Verfasser die Debatte um KI-gestützte Bedrohungen auf eine operative Ebene…

    mehr lesen: Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

  • Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

    Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren?

    mehr lesen: Humation nimmt humanzentrierte Automation in den Fokus

  • Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Webinar: Smart Maintenance mit KI

    Am 20. Mai 2026 um 14.00 Uhr steht im IT&Production -TechTalk das Thema Smart Maintenance mit KI im Mittelpunkt.

    mehr lesen: Webinar: Smart Maintenance mit KI

  • Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

    In einer komplexen Welt, in der alle überall und jederzeit verbunden sind, gilt intelligentes und transparentes Identity & Access Management (IAM) als ein wirksames Mittel zum Schutz der Unternehmens- und…

    mehr lesen: Rethink! IAM beleuchtet Cybersicherheit

  • Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

    Der Cyber Resilience Act (CRA) hat ab 2026 erstmals unmittelbare Auswirkungen, auf die sich die Hersteller digitaler Geräte, Maschinen und Anlagen mit Internetverbindung einstellen müssen.

    mehr lesen: Cyber Resilience Act startet mit Meldepflichten

  • Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Cyberagentur richtet Strategie neu aus

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit (Cyberagentur) hat ihre Strategie für die Jahre 2026 bis 2030 vorgestellt.

    mehr lesen: Cyberagentur richtet Strategie neu aus

  • Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet

    Junge Forschungstalente im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) ausbilden und Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übertragen – das ist das Ziel eines gemeinsamen Zentrums für angewandte Künstliche Intelligenz des Karlsruher Instituts…

    mehr lesen: Landesgraduiertenzentrum ConnAIx für Angewandte KI gegründet