Was bringt es, die zwei Auto-ID-Technologien zu kombinieren?

Electronic inventory management concept. logistics tech. RFID. B
Bild: ©metamorworks/stock.adobe.com

Die Wirtschaft schwächelt, Fachkräfte fehlen und der internationale Wettbewerbsdruck steigt. Viele Unternehmen suchen daher nach Optimierungsmöglichkeiten, um ihren Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Besonders dort, wo Fehler teuer werden können, etwa in der Lieferkette oder in der Fertigung, werden Prozesse genau geprüft. Nationale und internationale Kunden erwarten, dass Lieferzusagen eingehalten werden und verarbeitete Produktionsteile zurückverfolgt werden können. Zusätzlich lassen sich Kosten sparen, wenn Behälterkreisläufe zwischen Produktionsstandorten und bei der Auslieferung an Kunden digital kontrolliert und Überbestände abgebaut werden.

Passt der Barcode noch zur Zielsetzung?

Wenn Ziele verfolgt werden, bei denen eine reine Barcode-Kennzeichnung an ihre Grenzen stößt, bedeutet das nicht, dass die Technologie vollständig ersetzt werden muss. Günstige Barcode-Etiketten und die im Vergleich dazu teureren RFID-Transponder, inklusive Reader-Infrastruktur, können parallel eingesetzt werden.

In der Produktion sind beispielsweise C-Teile, Halbfertig- und Fertigkomponenten mit Barcode-Etiketten gekennzeichnet. Das ist eine günstige Methode der eindeutigen Identifizierung, erfordert jedoch manuelle Scan-Vorgänge und immer Sichtkontakt.

RFID hingegen basiert auf der drahtlosen Funkwellen-Kommunikation. Dadurch können mehrere Objekte gleichzeitig und aus der Ferne erfasst werden, ohne Sichtkontakt. Besonders in der Automatisierung verschiedener Logistikprozesse spielt diese Technologie ihre Stärke aus. Um Personal zu unterstützen, ist zudem der Einsatz von RFID-Gates an neuralgischen Punkten in Produktion und Intralogistik sinnvoll. Sie verifizieren Prozesse und helfen, Fehler zu vermeiden.

Wann macht RFID Sinn?

Track & Trace von Teilen oder auch Behältermanagement in zirkulären Prozessen ist mit der Barcode-Technologie aufwendig und teuer umzusetzen. Spätestens, wenn um Prozesssicherheit geht oder darum, im Warenausgang Fehler zu vermeiden, ist RFID die passende technologische Ergänzung.

Die Kennzeichnung muss dabei nicht auf der Ebene einzelner Artikel erfolgen, denn das kann in einigen Fällen unwirtschaftlich sein. Wohl aber können RFID-Transponder an Ladungsträgern, Gebinden oder Paletten eine Einheit von mehreren Artikeln zusammenfassen, die digital jederzeit nachverfolgt werden kann. Teile und Komponenten werden über ihren Barcode mit dem RFID-Transponder des Behälters verknüpft. So lässt sich der Weg jedes Behälters sowohl im Shopfloor als auch zwischen verschiedenen Standorten nachvollziehen. Der Behälterstatus, zum Beispiel ’Auftrag aktiv’, ’verfügbar’ oder ’in Reinigung’, ist jederzeit sichtbar und kann an übergeordnete Systeme gemeldet werden. Auch Endkunden können über den Status eines Auftrags informiert werden.

Warum kombinieren?

Solche Kombinationen sind dann empfehlenswert, wenn der Einsatz beider Technologien unter Kosten-Nutzen-Aspekten sinnvoll ist. In der Regel erhalten produzierende Unternehmen einen Großteil ihrer Teile bereits von ihren Zuliefern mit einer Barcode-Kennzeichnung. Das ist günstig und funktioniert in den meisten Fällen einwandfrei.

Wenn ein Betrieb allerdings zusätzlich viele Prozesse so transformieren möchte, dass diese fehlerarm, kostengünstiger und nachhaltiger ablaufen, ist RFID langfristig die bessere Wahl. Optimierte Nachschubsteuerung, lückenloses Track&Trace, Lagerungsprozesse, fehlerfreier Warenein- und -ausgang, Qualitätssicherung, automatisierte Überwachung und Instandhaltung, Echtzeit-Bestandsgenauigkeit sowie digitale Permanentinventur sind nur einige Beispiele für den Nutzen der Technologie. Auch zirkuläre Prozesse, wie sie etwa der Digitale Produkt Pass vorschreibt, lassen sich mit RFID umsetzen.

Etablierte Technologie und zusätzlicher Nutzen

Der Barcode ist etabliert und preiswert. RFID ermöglicht Bestandsgenauigkeit, Authentifizierung, Seriennummern, Nachverfolgung über den gesamten Lebenszyklus und vieles mehr. Die Daten werden automatisch und ohne Zusatzaufwand generiert. Beide Auto-ID Technologien arbeiten nicht gegeneinander, sondern wie ein sich ergänzendes Duo.



  • Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Die Maschinenexporte aus Deutschland stabilisieren sich zunehmend. Im September verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland beim Exportgeschäft ein Minus in Höhe von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitraum Juli…

    mehr lesen: Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

  • 90 Anträge für Campusnetze

    90 Anträge für Campusnetze

    Mit Campusnetzen können Industrieunternehmen ihr eigenes 5G-Netzwerk betreiben. Ein Jahr nach Inkrafttreten der entsprechenden Vergabebedingungen sind bei der Bundesnetzagentur rund 90 Anträge eingegangen.

    mehr lesen: 90 Anträge für Campusnetze

  • Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach…

    mehr lesen: Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf…

    mehr lesen: SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

  • Softeq eröffnet Innovation Lab

    Softeq eröffnet Innovation Lab

    Technologieentwicklung Softeq eröffnet Innovation Lab Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of…

    mehr lesen: Softeq eröffnet Innovation Lab

  • Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Genua hat seine Cyber-Diode für OPC UA erweitert. Die Securitylösung lässt den Datentransfer ausschließlich in eine Richtung zu – in Gegenrichtung blockt sie jeden Informationsfluss ab.

    mehr lesen: Sicherer Datentransfer mit OPC UA

  • Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Praktisch alle im Handel erhältlichen Thermografiekameras zeigen für die Messpunkte im Kamerabild Temperaturwerte an. Jedoch ist nicht offengelegt, wie der Kalibrierprozess stattgefunden hat.

    mehr lesen: Thermografiekameras und deren Kalibrierung

  • Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die deutschen Industrieunternehmen zwar weniger Beschäftigte, im Vergleich zum August 2020 ist die Zahl der Beschäftigen jedoch erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen.

    mehr lesen: Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

  • Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Im November starten die IT&Production-Fachmedien eine eigene Webinarserie – die IT&Production TechTalks. Jedes Webinar bietet drei Vorträge zu einem Schwerpunktthema – u.a. MES/MOM (24. November), Robotic Process Automation (26. November),…

    mehr lesen: Webinarserie: IT&Production TechTalks

  • Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen‘ wurde überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an I4.0-Vorgaben, angepasst. Die Reihe unterstützt Engineering-Organisationen dabei, geeignete Maßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung der…

    mehr lesen: Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

  • Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda hat die Übernahme von des Zero Trust Cybersecurity Startups Fyde mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, und Porto, Portugal, bekanntgegeben, um die Barracuda CloudGen SASE-Plattform um ZTNA-Funktionen zu erweitern.

    mehr lesen: Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde