„Negative Prognosen resultieren aus der gebremsten Produktivität und sind auch Ausdruck einer tiefersitzenden Zukunftsangst. Diese kann sich lähmend auf den Innovationsmotor Maschinenbau auswirken. Tatsächlich sehen wir erste Indizien dafür. Gerade einmal 16 Prozent wollen zurzeit ihre Investitionen steigern, 6 Prozentpunkte weniger als im Langzeitmittel.“, sagt Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland und Strategy&.

Diese gebremste Investitionsbereitschaft führen die Umfrageteilnehmer vor allem auf steigenden Energie- und Personalkosten zurück. 83 Prozent der befragten Entscheidungsträger geben an, dass der steigende Kostendruck ein Wachstumshindernis für sie darstelle. Darüber hinaus blicken zwei von drei Entscheidern sehr skeptisch auf das Regulierungsumfeld. Inzwischen zählt Regulierung sogar zu den drei häufigsten Wachstumshindernisse für den Maschinenbau. In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil der Regulierungskritiker unter den Befragten mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: Den Klimawandel sehen aktuell 22 Prozent als Wachstumshindernis.

Nachhaltigkeit und ESG entwickeln in der Branche weiterhin zu wenig Dynamik. Zwar gibt die Mehrheit der Entscheider an, eine Umwelt-Strategie zu verfolgen und weitere Prioritäten auf Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit zu legen, allerdings sieht sich immerhin noch ein Drittel von ihnen nur unzureichend auf künftige Anforderungen seitens der Regulatoren vorbereitet. Ihr Anteil hat gegenüber dem Vorjahr sogar um 15 Prozentpunkte zugelegt. Dieses Ergebnis ist wenig überraschend vor dem Hintergrund, dass leicht weniger als ein Drittel der Unternehmen eine Nachhaltigkeitsroadmap definiert hat und lediglich 15 % einen standardisierten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

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