THM stellt Reifegradmodell DigiTamm vor

Mit dem Reifegradmodell DigiTamm können Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad bestimmen.
Mit dem Reifegradmodell DigiTamm können Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad bestimmen.Bild: ©ARMMY PICCA/stock.adobe.com

Mit dem Reifegradmodell DigiTamm (Digital Transformation Assessment Maturity Model) stellt die Technische Hochschule Mittelhessen (THM), Mitglied des Vereins SEF Smart Electronic Factory, ein Instrument zur systematischen Erfassung des Digitalisierungsgrades in Industrieunternehmen vor.

„Mit DigiTamm erhalten KMU ein Instrument, um ihren digitalen Reifegrad zu bestimmen und daraus konkrete Handlungsfelder für eine Digitalisierungsstrategie abzuleiten. Das ist ein wichtiger Schritt, um die digitale Transformation im Unternehmen konzertiert zu gestalten“, erklärt Prof. Dr. Gerrit Sames, Leiter des Schwerpunktes Digital Business an der THM.

Werkzeugkasten Industrie 4.0 erweitert

Das Reifegradmodell basiert auf der Logik des ’VDMA-Werkzeugkasten Industrie 4.0‘ und erweitert diesen um weitere Kategorien. Es soll deutschen Unternehmen eine Grundlage fu?r eine systematische Entwicklung einer Digitalisierungs-Roadmap bieten – als Einstieg oder fu?r die Erweiterung von bereits laufenden Digitalisierungsmaßnahmen.

Sames: „Unser Modell berücksichtigt fünf essenzielle Kategorien: Produkt, Produktion, IT-Organisation und Prozesse, Mitarbeiter sowie IT-Sicherheit. Zu jeder Kategorie gibt es Merkmale, die in fünf Ausprägungsstufen bewertet werden – von der schwächsten bis zur höchsten Digitalisierungsform.“

Die Kategorie ’Produkte‘ fokussiert darauf, wie Industrie 4.0-Produkte – oder deren Teilkomponenten – entwickelt und weiterentwickelt werden können, um einen Mehrwert für Kunden zu schaffen. Hier geht es um Aspekte wie die Integration von Sensoren und Aktoren, Konnektivität, Datenspeicherung, Monitoring, produktbezogene IT-Services, Geschäftsmodelle und das Produktlebenszyklus-Management berücksichtigt. Die Kategorie ’Produktion“ zielt darauf ab, Produktionsprozesse zu optimieren und Kosten zu senken – durch Datenverarbeitung, M2M-Kommunikation, unternehmensweite Vernetzung, eine robuste IKT-Infrastruktur sowie die Einbindung von Werkzeugmanagement und Instandhaltung.

’IT-Organisation und Prozesse’ erfasst als weitere Kategorie die strategische Einbettung der Digitalisierung im Unternehmen und bildet elementare Prozesse wie Beschaffung und Auftragsabwicklung ab. Die Kategorie ’Mitarbeite’“ reflektiert den Wandel der Arbeitswelt durch veränderte Rollen, Qualifikationsverschiebungen und technologische Unterstützung in der Fertigung. Die Kategorie ’IT-Sicherheit’ zielt darauf ab, sorgt dafür, dass Risiken von Vernetzung – etwa zwischen Office-IT und Fertigungs-IT – begegnet wird – etwa durch Sicherheitsprüfungen, Endpunktsicherheit oder Netzabsicherung.

AWF-Modell ergänzt Reifegradmodell

Wie genau DigiTamm genutzt werden kann, hat die THM gemeinsam mit Unternehmen in der ’Arbeitsgemeinschaft fu?r Wirtschaftliche Fertigung (AWF)‘ erarbeitet. Ergänzend zu DigiTamm bietet das AWF-Modell einen Fahrplan für Digitalisierungsstrategien. Im Rahmen des Arbeitskreises definierten rund 20 Unternehmen vier Schritte: Zunächst geschieht die Ermittlung des Ist-Zustands anhand der genannten Kategorien, dann folgt die Identifizierung relevanter Handlungsfelder durch Megatrend-Analysen. In Workshops wird ein Soll-Zustand festgelegt, um schließlich eine priorisierte Roadmap mit Digitalisierungsprojekten abzuleiten.

Die Broschüre ’DigiTamm – Digital Transformation Assessment Maturity Model: Ein Reifegradmodell zur Einschätzung des Digitalisierungsstands in Industrieunternehmen’ steht hier zur Verfügung: epflicht-hessen.hebis.de



  • Der AI Act im Überblick

    Der AI Act im Überblick

    Die Europäische Union (EU) hat mit dem AI Act ein transnationales Regelwerk für einen sicheren und vertrauenswürdigen Einsatz von KI verabschiedet. Was genau in der Verordnung ausgeführt ist, welche Chancen…

    mehr lesen: Der AI Act im Überblick

  • Phoenix Contact: Dirk Görlitzer folgt auf Frank Stührenberg

    Phoenix Contact: Dirk Görlitzer folgt auf Frank Stührenberg

    Frank Stührenberg übergibt den Vorsitz der Geschäftsführung von Phoenix Contact an Dirk Görlitzer. Bis zum Ausscheiden Stührenbergs zum Jahresende 2024 teilen sich beide den den Posten.

    mehr lesen: Phoenix Contact: Dirk Görlitzer folgt auf Frank Stührenberg

  • Anstieg der Kurzarbeit in der Industrie gestoppt

    Anstieg der Kurzarbeit in der Industrie gestoppt

    Die deutsche Industrie hat im Winterhalbjahr wieder vermehrt Kurzarbeit gefahren. Laut Ifo Institut ist in den nächsten Monaten zwar mit einem erhöhten Niveau zu rechnen, eine weitere Verschärfung zeichnet sich…

    mehr lesen: Anstieg der Kurzarbeit in der Industrie gestoppt

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Wenn Excel-Listen etwas vorgaukeln

    Wenn Excel-Listen etwas vorgaukeln

    „Manipulierte Phantomzahlen in Excel können über Jahre hinweg ein florierendes Unternehmen vorgaukeln, das in Wahrheit kurz vor der Insolvenz steht“, sagt Jane Enny van Lambalgen. Die CEO von Planet Industrial…

    mehr lesen: Wenn Excel-Listen etwas vorgaukeln

  • NTT Data erwirbt Mehrheitsbeteiligung an ProvenTech

    NTT Data erwirbt Mehrheitsbeteiligung an ProvenTech

    Mit einer Mehrheitsbeteiligung an ProvenTech will NTT Data seine Marktreichweite im Bereich Life Sciences steigern. Das indische Unternehmen beschäftigt rund 350 Mitarbeiter.

    mehr lesen: NTT Data erwirbt Mehrheitsbeteiligung an ProvenTech

  • Ein Exoskelett für das Raumfahrttraining

    Ein Exoskelett für das Raumfahrttraining

    Bei Weltraummissionen werden Astronautinnen und Astronauten oft mit feinmotorischen Aufgaben wie Reparaturen oder Experimenten konfrontiert, die durch die Schwerelosigkeit im All erschwert werden.

    mehr lesen: Ein Exoskelett für das Raumfahrttraining

  • MKG wird Teil von Proalpha

    MKG wird Teil von Proalpha

    Proalpha übernimmt das Unternehmen MKG. Der niederländische ERP-Anbieter ist im Bereich der metallverarbeitenden Industrie tätig.

    mehr lesen: MKG wird Teil von Proalpha

  • Augenlicht aus dem 3D-Drucker

    Augenlicht aus dem 3D-Drucker

    Noch während der Operation eine neue Hornhaut ausdrucken und damit die Sehfunktion wiederherstellen: Diesen Schritt im Kampf gegen Hornhauterkrankungen soll künftig ein laserbasiertes Verfahren mit maßgeschneiderter Biotinte ermöglichen. Entwickelt haben…

    mehr lesen: Augenlicht aus dem 3D-Drucker

  • Die passende Software finden

    Die passende Software finden

    ’Mehrwert durch Software’ heißt der neue Branchenführer der VDMA-Gruppe Software und Digitalisierung. Der Branchenführer steht ab sofort zum Download bereit.

    mehr lesen: Die passende Software finden

  • PSI besetzt CTO-Posten mit Erol Bozak

    PSI besetzt CTO-Posten mit Erol Bozak

    Der Softwarehersteller PSI verstärkt das Management im Bereich Technologie und Entwicklung und ernennt Erol Bozak zum CTO.

    mehr lesen: PSI besetzt CTO-Posten mit Erol Bozak

  • Snowflake-Kunden im Visier von Cyberkriminellen

    Snowflake-Kunden im Visier von Cyberkriminellen

    Wie der Security-Spezialist Mandiant berichtet, haben es Bedrohungsakteure auf Kunden des Cloud-Anbieters Snowflake abgesehen. Die Unternehmen raten dazu, die Multi-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren.

    mehr lesen: Snowflake-Kunden im Visier von Cyberkriminellen