4. Praktikable Ausweichlösungen vorbereiten

Nicht jeder ausgefallene Geschäftsprozess lässt sich sofort wiederherstellen. Deshalb sollten Unternehmen für kritische Abläufe stets praktikable Alternativen bereithalten. Dazu zählen Ersatzsysteme für wichtige Anwendungen, alternative Kommunikationskanäle oder manuelle Verfahren, mit denen sich bestimmte Tätigkeiten vorübergehend fortführen lassen. Auch der Zugriff auf geschäftskritische Daten und Dokumente sollte im Notfall möglich sein. Zudem müssen mögliche Abhängigkeiten von externen IT-Dienstleistern und Cloud-Anbietern berücksichtigt und deren Unterstützungsmöglichkeiten im Vorfeld geklärt werden. Entscheidend ist, dass die betroffenen Mitarbeiter die jeweiligen Ausweichlösungen kennen und nutzen können.

5. Ein klarer Kommunikationsplan

Im Fall einer Betriebsunterbrechung sollten Unternehmen vorab festlegen, wer im Ernstfall welche Informationen erhält, über welche Kanäle kommuniziert wird und wer dafür verantwortlich ist. Eine frühzeitige und abgestimmte Kommunikation gegenüber Kunden oder Lieferanten kann Unsicherheiten reduzieren und weitere negative Auswirkungen begrenzen.

Hier gilt es auch, die gesetzlichen Meldepflichten zu beachten: Je nach Art des Cybervorfalls und den geltenden regulatorischen Anforderungen müssen Unternehmen gegebenenfalls Behörden innerhalb festgelegter Fristen informieren. Entsprechende Vorgaben ergeben sich je nach Land, Branche und Unternehmen unter anderem aus der DSGVO, der nationalen Umsetzung der NIS2-Richtlinie oder DORA.

6. Regelmäßig testen

Regelmäßige Datensicherungen bzw. Backups garantieren keine erfolgreiche Wiederherstellung. Entscheidend ist, dass die gesicherten Daten im Ernstfall auch verfügbar und vollständig sind sowie innerhalb eines vertretbaren Zeitraums wiederhergestellt werden können. Hierbei können Wiederherstellungstests helfen.

Ebenso wichtig ist eine durchdachte Disaster-Recovery-Strategie für den sicheren Wiederanlauf geschäftskritischer Systeme. Externe IT-Dienstleister können dabei unterstützen. Auch die Backups selbst müssen ausreichend geschützt sein, etwa durch getrennte oder besonders gesicherte Sicherungskopien.

7. Den Ernstfall regelmäßig proben

Unternehmen sollten ihre Notfall- und Wiederherstellungspläne regelmäßig unter möglichst realistischen Bedingungen testen, etwa durch die Simulation eines IT-Ausfalls oder das Durchspielen konkreter Krisenszenarien. Solche Übungen helfen einerseits Mitarbeitern dabei, sich mit ihren Aufgaben vertraut zu machen, andererseits decken sie auch Schwachstellen in bestehenden Abläufen auf. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten Unternehmen anschließend nutzen, um ihre Pläne kontinuierlich zu verbessern und an veränderte Geschäftsprozesse oder IT-Infrastrukturen anzupassen.

Es ist nicht immer ein Cyberangriff

Betriebsunterbrechungen müssen nicht zwangsläufig durch schwerwiegende Cyberangriffe oder Katastrophenfälle ausgelöst werden. Schon ein fehlerhaftes Software-Update oder der unerwartete Ausfall eines zentralen IT-Systems kann erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb haben. Umso wichtiger ist es, nicht erst im Ernstfall über die Wiederherstellung nachzudenken. Unternehmen, die ihre kritischen Prozesse und Abhängigkeiten kennen, klare Verantwortlichkeiten und Prioritäten festgelegt haben und ihre Wiederanlaufpläne regelmäßig überprüfen, können Ausfallzeiten begrenzen, schneller zum Normalbetrieb zurückkehren und wirtschaftliche Schäden reduzieren.

Seiten: 1 2



  • Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

    Der exportorientierte deutsche Maschinenbau wurde von der weltweiten Corona-Pandemie hart getroffen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Darauf deuten sowohl die aktuelle Stimmungslage sowie die Konjunktur- und Umsatzprognose…

    mehr lesen: Maschinenbau: Stimmungslage im 2. Quartal

  • Cyber Security for Critical Infrastructures

    Cyber Security for Critical Infrastructures

    Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmen und die damit einhergehende Vernetzung praktisch aller Gebiete schaffen ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Vernetzung aber auch neue Gefahren und Cyberangriffe…

    mehr lesen: Cyber Security for Critical Infrastructures

  • Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

    In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.

    mehr lesen: Operational Technology im Fokus von Cyberattacken

  • Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

    Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Licht am Ende des Tunnels

  • Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

    Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.

    mehr lesen: Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs

  • Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

    Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.

    mehr lesen: Maschinenbauer zuversichtlich für die Zeit nach Corona

  • Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

    Google Cloud wird künftig verstärkt OPC UA nutzen, um Maschinendaten zur Verarbeitung an die eigene Infrastruktur zu übertragen. Dafür tritt die Firma der OPC Foundation als 773. Mitglied bei.

    mehr lesen: Google Cloud tritt der OPC Foundation bei

  • Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Zukünftig weniger Dienstreisen?

    Wie aus der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage hervorgeht, will mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen — vor allem aus der Industrie — im Zuge der Coronakrise Geschäftsreisen dauerhaft zurückfahren.

    mehr lesen: Zukünftig weniger Dienstreisen?

  • Besser aus der Krise kommen

    Besser aus der Krise kommen

    Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind groß, dennoch birgt die aktuelle Krise auch positives. Laut einer Umfrage des VDI führt die aktuelle Situation dazu, dass sich Unternehmen digitaler und krisenfester…

    mehr lesen: Besser aus der Krise kommen

  • Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

    Die Maschinenbau-Branche leidet unter den Folgen von Covid-19. Doch die Ursachen für die Probleme liegen tiefer. Das zeigt die jüngste Studie von Inform: ‚Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau:…

    mehr lesen: Zukunftssicherheit im deutschen Maschinenbau

  • BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

    BMW und Mercedes-Benz stoppen ihre Kooperation zur Entwicklung automatisierter Fahrzeuge. Die Entwicklung einer gemeinsamen Technologiebasis wäre zu aufwendig, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Auch die Konjunktur spiele bei der…

    mehr lesen: BMW und Mercedes-Benz legen Entwicklungskooperation auf Eis

  • Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet

    VDMA Robotik+Automation rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 Prozent. Vor Ausbruch der Pandemie ging der Verband von einem Rückgang von 10 Prozent aus.

    mehr lesen: Corona bremst Robotik und Automation stärker als erwartet