
Laut einer Analyse des Deutschen Patent- und Markenamts hat sich die Innovationstätigkeit auf dem Gebiet der Quantentechnologien in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren nahezu versiebenfacht. Ein großer Teil davon kommt von Firmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland.
„Auch wenn die Entwicklung sicher noch am Anfang steht, beobachten wir in der Quantentechnologie derzeit schon eine immense Innovationsdynamik“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Sie forderte, dass Deutschland das Potenzial seiner Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Startups nutzen müsse, um Innovationen in der Quantentechnologie mitzuprägen.
Insgesamt 815 Patentanmeldungen
Das DPMA verweist darauf, dass die Patentmeldezahlen in diesem Technologiegebiet insgesamt noch vergleichsweise niedrig sind, jedoch eine hohe Dynamik aufweisen: Im vergangenen Jahr veröffentlichten die Patentbehörde und das Europäische Patentamt 815 Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland und mit Bezug zur Quantentechnologie; zehn Jahre zuvor waren es noch 120. Besonders stark entwickelte sich das Quantencomputing, das mit 361 Anmeldungen inzwischen auch der mit Abstand anmeldestärkste Bereich ist. Dahinter folgt der Bereich Quantenbauelemente, in den Einzelkomponenten fallen, die z.B. die Grundlage für Quantencomputer bilden oder in Form von Quantenpunkten für die Erzeugung von Licht genutzt werden können (209 Anmeldungen). An dritter Stelle folgt die Quantenkommunikation (174).
Im Länder-Ranking kamen die meisten Veröffentlichungen im vergangenen Jahr aus den Vereinigten Staaten (167), dahinter folgten Deutschland (111) und die Republik Korea (102). Japan (100) und Frankreich (84) lagen auf den Plätzen 4 und 5.
Im Anmelder-Ranking rangiert unter den Top-5 kein deutsches Unternehmen auf seinem Heimatmarkt. Auf den ersten vier Plätzen stehen Displayhersteller, die rund 20% aller Anmeldungen auf sich vereinen. Die meisten Anmeldungen hat das japanische Unternehmen Fujitsu (47 Anmeldungen), darauf folgen die koreanischen Unternehmen LG Display (34) und Samsung Display (33) und die chinesische BOE Technology Group (31). Auf Rang 5 steht der US-Digitalkonzern Google. Das DPMA betont zudem, dass sich in den vergangenen Jahren auch spezialisierte Startups gegründet haben, die ebenfalls erheblich zur Innovationstätigkeit beitragen und Patente anmelden.
Quantentechnologien versprechen Potenzial für verschiedene Anwendungsfelder: von leistungsfähigen Quantencomputern, die komplexe Berechnungen bezüglich Kryptografie sowie in der Materialforschung oder Wirkstoffentwicklung ermöglichen könnten, über abhörsichere Quantenkommunikation bis hin zu hochsensiblen Quantensensoren, die etwa in der Navigation, der Medizin oder der Umweltmessung eingesetzt werden können.
Hinweis: Für die Analyse zur Digitalisierung wurden veröffentlichte Patentanmeldungen mit Wirkung für Deutschland beim DPMA und beim Europäischen Patentamt ohne Doppelzählungen betrachtet. Patentanmeldungen werden nach 18 Monaten veröffentlicht. Im Jahr 2025 neu angemeldete Erfindungen sind daher noch nicht enthalten.






































