Peak Quantum will fehlerkorrigierten Quantencomputer entwickeln

Das Team von Peak Quantum
Das Team von Peak Quantum – Bild: Peak Quantum GmbH

Das Quantencomputing-Unternehmen Peak Quantum hat vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eine Förderzusage für das Verbundprojekt Athena-X im Rahmen der Quanten Computing Competition erhalten. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung will das 2024 gegründete Münchner Startup einen fehlerkorrigierten Quantencomputer auf Basis einer alternativen supraleitenden Qubit-Architektur entwickeln. Wie aus der Pressemitteilung weiter hervorgeht, führt Peak Quantum das Konsortium an und übernimmt als Systemarchitekt die Verantwortung für die Entwicklung und Fertigung der Quantenprozessoren sowie die Koordination des Gesamtsystems.

Die Quantum Computing Competition ist Teil des Forschungsprogramms ‚Quantensysteme‘ des BMFTR und wird im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland umgesetzt. Ziel der Fördermaßnahme ist es, die technologischen Voraussetzungen für fehlerkorrigierte Quantencomputer zu schaffen. Laut Peak Quantum-Mitteilung werden dazu insgesamt 640Mio.€ Fördergeld mobilisiert, verteilt auf sechs Verbundprojekte und drei Technologieplattformen: supraleitende Qubits, neutrale Atome und gefangene Ionen. Bis 2030 sollen mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau realisiert werden.

Fehler bereits im Ursprung korrigieren

Als eine der zentralen Hürden auf dem Weg zu praktisch nutzbaren Quantencomputern beschreiben die Projektbeteiligten die Fehleranfälligkeit heutiger Hardware. Der etablierte Ansatz der Quantenfehlerkorrektur begegnet diesem Problem, indem viele physikalische Qubits zu einem zuverlässigeren logischen Qubit zusammengefasst werden. Wie betont wird funktioniert dies zwar, erfordert jedoch zusätzliche Hardware, Steuerung und Kühlung und erhöht damit die Komplexität des Gesamtsystems.

Athena-X will hier bereits beim Ursprung der typischen Fehler in Quantencomputern ansetzen. Statt ausschließlich auf die Skalierung etablierter Transmon-Qubits zu setzen, verfolgt das Projekt eine alternative supraleitende Qubit-Architektur, die Fehler bereits auf Hardware-Ebene reduzieren soll. Dadurch ist weniger Aufwand für nachgelagerte Fehlerkorrektur erforderlich. Im Projekt soll die im Labor demonstrierte Architektur reproduzierbar gefertigt, skaliert und gemeinsam mit Steuerelektronik und Fehlerkorrektur in ein vollständiges Quantensystem integriert werden.

„Die Fehlerkorrektur entscheidet darüber, ob Quantencomputer den Schritt in die industrielle Anwendung schaffen. Im Labor haben wir bewiesen, dass das Prinzip der Fehlerreduktion auf Hardware-Ebene funktioniert. Mit Athena-X geht es jetzt darum, diese neue Architektur reproduzierbar zu fertigen, zu skalieren und in ein vollständiges fehlerkorrigiertes System umzusetzen“, sagt Leon Koch, Mitgründer und CEO von Peak Quantum.

Peak Quantum übernimmt Verantwortung für das Gesamtsystem

Die Quantum Computing Competition sieht vor, dass jedes Forschungs- und Entwicklungsprojekt von einem Unternehmen als Systemarchitekt koordiniert wird. Bei Athena-X übernimmt Peak Quantum diese Rolle. Das Unternehmen führt das Konsortium an und verantwortet Architektur, Entwicklung und Fertigung der Quantenprozessoren sowie deren Integration und spätere Kommerzialisierung.

Das Konsortium ist aus dem Münchner Quantenökosystem hervorgegangen, in dem auch Peak Quantum seinen Ursprung hat, und vereint das Walther-Meißner-Institut (WMI), das Munich Quantum Valley (MQV), die Fraunhofer Gesellschaft sowie Zurich Instruments Germany und die Arbeitsgruppe von Prof. Jens Eisert an der Freien Universität Berlin.

Für den Schritt von der Forschung in die industrielle Fertigung bringt Peak Quantum zudem seine Rolle als Betreiber der Supreme-Pilotlinie für supraleitende Quantenchips im Rahmen des EU Chips Act ein.



  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

  • Wo steht die IT-Sicherheit?

    Wo steht die IT-Sicherheit?

    Cyberangriffe nehmen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Raffinesse zu. Allerdings beeinträchtigt der IT-Fachkräftemangel viele Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

    mehr lesen: Wo steht die IT-Sicherheit?

  • Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

    Etwa jeder zweite Manager gibt sich die Note ‘gut‘ oder ‘sehr gut‘, wenn es um die eigene Digitalkompetenz geht. Wie die Studie des Bitkom zeigt, ist unter den Befragten jedoch…

    mehr lesen: Manager stellen sich gute Digitalkompetenz aus

  • Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

    Die Konjunkturlage trübt sich ein. Wie das Wirtschaftsinstitut ZEW mitteilt, rechnen die befragten Finanzexperten jedoch mit einer langfristigen Erholung. Das Niveau von vor der Corona-Krise soll jedoch erst im Jahr…

    mehr lesen: Konjunktur trübt sich ein, langfristige Erholung erwartet

  • Update für Industrie 4.0

    Update für Industrie 4.0

    Den gemeinnützigen Verein SmartFactory KL treibt das Ziel, die Ansätze von Industrie 4.0 verstärkt in der Produktionspraxis zu bringen. Im Rahmen der Initiative wurden deshalb bereits realitätsnahe Lösungen, erste Produkte…

    mehr lesen: Update für Industrie 4.0

  • Jennifer Morgan verlässt SAP

    Jennifer Morgan verlässt SAP

    Co-CEO Jennifer Morgan verlässt SAP Ende April. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird Christian Klein das Unternehmen zukünftig alleine führen.

    mehr lesen: Jennifer Morgan verlässt SAP

  • Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

    Eine Szenarienrechnung des Ifo-Instituts zeigt, dass im Gegensatz zur Finanzkrise 2009 die Wirtschaft aller Bundesländer gleichermaßen vom aktuellen ‘Shutdown‘ betroffen ist.

    mehr lesen: Wirtschaftliche Auswirkungen in allen Bundesländern

  • Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

    Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

    Cybersecuritybedrohungen für kritische Infrastrukturen steigen und stellen eine erhebliche Gefahr für Mitarbeiter sowie ein finanzielles Risiko dar.

    mehr lesen: Sicherheitsarchitektur für das Industrial IoT

  • VDMA-Blitzumfrage

    VDMA-Blitzumfrage

    In einer dritten Blitzumfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutsche Maschinenbau zeigt sich eine Verschiebung. Viele Unternehmen berichten von Stornierungen und Auftragseinbußen.

    mehr lesen: VDMA-Blitzumfrage