Open-Source-Plattform kartiert Ökosystem der Cyberkriminalität

Cybercrime Atlas Cosmos
Bild: World Economic Forum

Orange Cyberdefense und die Cybercrime-Atlas-Initiative des World Economic Forum (WEF) haben am Freitag (19. Mai) die frei zugängliche Plattform ‚Cybercrime Atlas Cosmos‘ gestartet. Der ontologiebasierte Wissensgraph erfasst Akteure, Werkzeuge, Marktplätze und Geldflüsse im globalen Cybercrime-Ökosystem, stellt ihre Verbindungen in einer interaktiven Karte dar und gibt auf diese Weise Einblicke in die Strukturen der organisierten Cyberkriminalität. Die Erstversion umfasst neun Kernkategorien, 229 identifizierte Elemente und 849 dokumentierte Verbindungen. Die Plattform ist kostenfrei über die Cybercrime-Atlas-Website des WEF erreichbar.

Gemeinsame Sprache entwickeln

Die Beteiligten betonen, dass Ermittlungsbehörden, Nachrichtendienste und IT-Sicherheitsunternehmen mit unterschiedlichen Begriffen und Formaten arbeiten. Cosmos soll hier ein gemeinsames und einheitliches Beschreibungssystem unterstützen, das die Abhängigkeiten innerhalb des kriminellen Ökosystems standardisiert abbildet. Nutzer können über eine interaktive Karte nach Kriminalitätssphären, Plattformen, Branchen und Akteuren filtern. Der Datensatz wächst mit neuen Erkenntnissen aus der Community.

„Cyberkriminalität ist zu einer Bedrohung im industriellen Maßstab geworden, die eine kollektive, quelloffene Antwort erfordert“, so Hugues Foulon, Chief Executive Officer von Orange Cyberdefense. „Unsere Zusammenarbeit mit dem WEF und der Start von Cosmos stehen für unser Engagement, durch Transparenz und geteilte Erkenntnisse Vertrauen aufzubauen.“

Auf Seiten von Orange Cyberdefense war Charl van der Walt, Head of Security Research, federführend. Sein Team hatte im Jahr 2024 das Analyse-Werkzeug ‚Cybercrime Now‘ veröffentlicht. Wie das Unternehmen mitteilt, lud die WEF-Community Orange daraufhin ein, die Technologie für Cosmos weiterzuentwickeln. Neben dem Cybersecurity-Spezialisten, der sich pro bono in die Entwicklung einbringt und die Technologie bereitstellt, trugen die Universitat de Girona, Scitum und TrendAI zur Forschung bei.