Moderne Produktionsmethoden erlauben es Fertigungsbetrieben zunehmend, die Produktion nah an den Absatzmärkten anzusiedeln. Dieser weltweite Trend zeichnet sich in der Mieback-Studie Nearshoring ab. Für ihre Standortstrategie müssen Unternehmen allerdings besonders auf die Organisation ihrer Lieferkette achten, teilt das Beratungshaus Miebach Consulting GmbH aus Frankfurt mit.

 

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Bild: Miebach Consulting GmbH

Die steigenden Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen in der globalisierten Geschäftswelt sorgen für einen neuen Trend: das Nearshoring. Unternehmen aus Industrieländern produzieren wieder mehr in der Nähe ihrer Absatzmärkte, anstatt die Herstellung ins entfernte Ausland zu verlagern. 51 Prozent der an der internationalen Miebach-Studie beteiligten Unternehmen stimmten dieser Aussage zu.

Europas Industrie wächst zusammen

Der Anteil solcher Investitionsentscheidungen könnte weiter ansteigen, denn 26 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen Nearshoring in hohem oder sogar in sehr hohem Maße als Zukunftstrend. Insbesondere in Europa wird die Nahverlagerung deutlich an Bedeutung gewinnen, während in Nordamerika verstärkt die Produktion im eigenen Land, das Onshoring, erwartet wird. Eine Verlagerung ins weiter entfernte Ausland bleibt dagegen in Asien interessant.

„Moderne Produktionsmethoden ermöglichen eine stärkere Kundenorientierung und liefern einen Wettbewerbsvorteil, wenn die Standortstrategie stimmt. Hier wird Near- und Onshoring für Unternehmen immer wichtiger. Die Bevölkerung insbesondere der großen Wirtschaftsregionen kann durch die Produktion in Absatzmarktnähe von einer Zunahme an Arbeitsplätzen profitieren“, sagt Bernd Müller-Dauppert, Mitglied der Geschäftsleitung, Miebach Consulting GmbH.

Lieferketten werden komplexer

Der Trend zum Near- und Onshoring hat allerdings auch Einfluss auf die Supply Chain: sie wird laut Einschätzung der Studienteilnehmer in vielen Fällen komplexer. Für eine passende X-Shoring-Strategie und die daraus folgende Standortentscheidung ist daher eine integrierte Betrachtung von Supply-Chain-und Produktionsnetzwerken erforderlich. Insgesamt nahmen 127 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an der Befragung teil. Die Studienteilnehmer kommen zu einem Drittel aus Amerika, der Rest aus Europa.