Mit einer Software Bill of Materials schnell reagieren

Shes a genius programmer. Cropped shot of a young computer programmer looking through data
Bild: ©Cecilie Skjold Wackerhausenpeopleimages.com/stock.adobe.com

Die Sicherheit von Software und eingebetteten Systemen ist heute wichtiger denn je. Berichte über Sicherheitslücken wie die Log4j-Krise zeigen, welche Folgen ein unzureichendes Schwachstellenmanagement haben kann. Hacker nutzen bekannte Schwachstellen aus, während Unternehmen oft zu spät reagieren. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist die Software Bill of Materials (SBoM). Sie fungiert als digitales Inventar aller Software-Komponenten eines Systems. Die Open Industry 4.0 Alliance (OI4) beleuchtet die Auswirkungen für Hersteller, Integratoren und Anwender.

Die Herausforderungen der bisherigen Ansätze

Traditionelle Sicherheitsstrategien sind oft reaktiv und unkoordiniert. Werden Sicherheitslücken entdeckt, werden Updates oft verspätet ausgeliefert, und Endnutzer erfahren erst vergleichsweise spät, ob ihre Systeme betroffen sind. Im Rahmen der Log4j-Krise, in der Millionen von Geräten und Softwareinstallationen über lange Zeiträume anfällig blieben, war beispielsweise vielen Nutzern nicht bewusst, dass sie die fehlerhafte Log4j-Bibliothek nutzten.

Ein weiteres Problem sieht die OI4 darin, dass Hersteller von Geräten und Maschinen häufig keinen direkten Kontakt zu den Endnutzern haben. Sicherheitsinformationen gelangen so nur langsam oder gar nicht zu den Betroffenen. Zudem erhöhe die zunehmende Komplexität heutiger Systeme – mit einer Vielzahl an integrierten und offenen Software-Komponenten – das Risiko, den Überblick zu verlieren.

Was ist eine Software Bill of Materials (SBoM)?

Eine SBoM ist vergleichbar mit einem Materialverzeichnis für physische Produkte. Während bei einem E-Bike Komponenten wie Rahmen, Motor und Batterie aufgelistet werden, enthält die SBoM die Softwarebestandteile eines Geräts. Bei einem Industrieprodukt könnten dies beispielsweise Betriebssysteme (Linux, Windows), Firmware, Treiber und Open-Source-Bibliotheken sein. Die SBoM schafft Transparenz, indem sie eine Übersicht über alle Software-Komponenten bietet. Dies erleichtert die Bewertung von Risiken und Unternehmen können bei neu entdeckten Schwachstellen sofort reagieren.

Welche Effekte bietet die SBoM im industriellen Kontext?

Für Hersteller: Hersteller können SBoM mithilfe von Tools wie etwa dem Yocto Build Environment oder Syftautomatisch automatisiert in ihren Entwicklungsprozessen generieren. Dabei werden die SBoM im CycloneDX-Format erstellt, wodurch sie in Schwachstellen-Analyseplattformen wie Dependency-Track integriert werden kann.

Seiten: 1 2



  • Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Chefs glauben: Ein Drittel der Angestellten ist im Home-Office mit Tätigkeiten wie Wäsche waschen beschäftigt. Dennoch ist das Ansehen von Remote-Work bei Managern sogar gestiegen, ergab jetzt eine Umfrage von…

    mehr lesen: Abgelenkt und trotzdem produktiver

  • Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Die meisten Firmen weltweit verzeichnen aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzrückgänge. Doch neun von zehn Firmen investieren weiter in ihre Digitalisierung. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren von Tata Consultancy Services (TCS) nach…

    mehr lesen: Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

  • Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland will den Anbieter von Enterprise Content Management-Lösungen Alfresco kaufen. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, im vierten Quartal soll den Kauf abgeschlossen sein.

    mehr lesen: Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entsteht gerade die Software KMUsecure. Das Programm soll produzierende KMU dabei unterstützen, kritische Netzwerkschnittstellen zu sichern und Vernetzung leichter zur Optimierung zu nutzen.

    mehr lesen: Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

  • Accenture übernimmt Salt Solutions

    Accenture übernimmt Salt Solutions

    Der SAP-Partner und MES-Integrator Salt Solutions wird Teil von Accenture. Wie die Unternehmensberatung bekannt gab, ist die Vereinbarung bereits unterschrieben.

    mehr lesen: Accenture übernimmt Salt Solutions

  • Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Im Projekt Scale4Edge arbeiten 22 Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft an besonders vertrauenswürdiger Computerhardware. Entstehen soll ein skalierbares Edge-Computing-Ökosystem rund um die Risc-V-Architektur etwa für Industrieanwendungen, Heimautomation und selbstfahrende Autos.

    mehr lesen: Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

  • Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovation gehört zu den drei wichtigsten Digitalisierungszielen im Mittelstand, gleich nach Mitarbeiterproduktivität und Prozessmodernisierung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im Auftrag des ERP-Anbieters Proalpha entstand. Doch wo ist…

    mehr lesen: Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

  • Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im September 2020 um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit nicht…

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

  • Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

    Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

    Parallel mit den ersten Profinet-Spezifikationen veröffentlichte PI ein umfassendes Security-Konzept, das in mehreren Schritten weiter detailliert und angepasst wurde.

    mehr lesen: Ergänztes IT-Sicherheitskonzept für Profinet

  • GIS und EAM fusionieren zu Rodias

    GIS und EAM fusionieren zu Rodias

    Innerhalb der Robur-Gruppe haben sich die Firmen GIS und EAM zusammengetan. Beide Firmen bringen langjährige Erfahrungen rund um die Instandhaltung, Wartung und das Anlagenmanagement in den Zusammenschluss ein. Als Rodias…

    mehr lesen: GIS und EAM fusionieren zu Rodias

  • Credential Stuffing in der Medienbranche

    Credential Stuffing in der Medienbranche

    Angriffe auf Medienunternehmen durch Kontoübernahmen stiegen bereits zwischen 2018 und 2019 deutlich an. Im Zuge der diesjährigen Pandemie vervierfachten sich schädliche Anmeldeversuche sogar.

    mehr lesen: Credential Stuffing in der Medienbranche