Mehr Schwachstellen, mehr Bedrohungsakteure und mehr Vorfälle

429677 greenbutterfly AdobeStock 457718844
Bild: ©greenbutterfly/stock.adobe.com

Forescout Research – Vedere Labs, das Bedrohungsforschungsteam von Forescout, hat seinen Report für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Demnach wurden mehr als 37.000 neu veröffentlichte Schwachstellen analysiert und 1.033 Bedrohungsakteure sowie Tausende von Cyberangriffen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 (Januar bis Juni) registriert.

Ergänzt wird die Analyse durch Erkenntnisse aus Drittquellen. Die Autoren melden rasante Fortschritte im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) und beobachten das Aufkommen von Frontier-KI-Modellen, die in Verbindung mit zunehmenden geopolitischen Spannungen die weltweite Bedrohungslage neu gestalten und den Druck auf Sicherheitsteams erhöhen.

Forescout zufolge stieg die Anzahl veröffentlichter Schwachstellen im Jahresvergleich um 51% auf 37.137, die Anzahl der gemeldeten Ransomware-Angriffe erhöhte sich um 25% auf 4.544 Vorfälle, und weltweit waren in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 103 Ransomware-Gruppen aktiv, ein Anstieg von 16%. Bedrohungsakteure mit Verbindungen zu China, Russland und dem Iran machten im Forescout-Report zusammen 32% der Akteure mit bedeutenden Aktivitätsupdates im ersten Halbjahr 2026 aus.

Weitere Ergebnisse des Berichts:

  • 46% der neu in den Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog der Cisa aufgenommenen Einträge waren CVEs, die bereits vor 2026 veröffentlicht wurden – ein Hinweis darauf, dass ältere Schwachstellen weiterhin ein aktives Risiko darstellen.
  • Vedere Labs verfolgte mehr als 5.700 Hacktivisten-Angriffsmeldungen über 98 Telegram-Kanäle, die sich vor allem gegen Israel, die USA, die Ukraine, Indonesien und den Iran richteten.
  • Der Bericht beleuchtet zudem zunehmend raffinierte Angriffe auf Software-Lieferketten, den wachsenden Missbrauch von KI sowie die fortgesetzte Ausnutzung von Netzwerkinfrastrukturen, Operational Technology (OT), Internet of Things (IoT) und Internet of Medical Things (IoMT).

„KI erhöht die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Cyberangriffen dramatisch“, sagt Daniel dos Santos, VP of Research bei Forescout. „Bei der Analyse von Angriffsmustern und Aktivitäten von Bedrohungsakteuren sehen wir, dass KI ihnen dabei hilft, Schwachstellen schneller zu identifizieren und auszunutzen, als Sicherheitsteams diese realistisch beheben können. Gleichzeitig führen geopolitische Konflikte zu Wellen opportunistischer und staatlich unterstützter Cyberaktivitäten, wodurch insbesondere Organisationen in kritischen Infrastrukturen zunehmend gefährdet sind. Im ersten Halbjahr 2026 waren die Branchen, die von den meisten beobachteten Bedrohungsakteuren ins Visier genommen wurden, Behörden und Verwaltung, Technologie, Finanzdienstleistungen, Bildung und Gesundheitswesen.“ Dos Santos betont, dass Unternehmen verstehen müssen, welche Systeme mit ihren Netzwerken verbunden sind. Es gehe darum, die risikoreichsten Assets zu identifizieren und Bedrohungen einzudämmen, bevor Angreifer sich lateral in kritische Systeme ausbreiten können.

KI- und Lieferkettenangriffe verändern die Bedrohungslandschaft

Zu den bedeutendsten Trends zählen die Verfasser des Berichts den wachsenden Einfluss KI-gestützter Angriffe, Kompromittierungen von Software-Lieferketten und Angriffe auf kritische Infrastrukturen. Die Forschenden beobachteten, wie Bedrohungsakteure KI missbrauchen, um Angriffe und Kampagnen zu beschleunigen. Darüber hinaus richteten Angreifer ihre Aktivitäten weiterhin auf vernetzte Geräte wie speicherprogrammierbare Steuerungen (PLCs), Human-Machine Interfaces (HMIs), automatische Tankmesssysteme (ATGs), medizinische Geräte, Router, Firewalls und andere spezialisierte Systeme, die häufig weniger Sicherheitsüberwachung erhalten als klassische IT-Assets.

Iranische Cyberoperationen entwickeln sich weiter

Die Autoren betonen zudem, dass sich das iranische Cyberbedrohungsökosystem weiterentwickelt hat. Die Forschenden beschreiben, wie staatlich unterstützte Akteure, Hacktivistengruppen und cyberkriminelle Organisationen traditionelle Grenzen der Zuschreibung zunehmend verschwimmen lassen. Der Bericht untersucht die Akteure, Fähigkeiten und Infrastrukturen hinter iranischen Cyberoperationen, darunter Spionagekampagnen, Einflussoperationen, Ransomware-Aktivitäten sowie Angriffe auf Operational Technology und kritische Infrastrukturen.

Angriffsflächen wachsen weiter

„Da die Angriffsflächen weiter wachsen, können sich Sicherheitsteams nicht mehr ausschließlich auf traditionelle Endgeräte konzentrieren“, erklärt Barry Mainz, CEO von Forescout. „Viele Unternehmen haben noch immer erhebliche blinde Flecken bei nicht verwalteten Assets sowie IoT-, OT- und IoMT-Geräten. Bedrohungsakteure kennen diese Schwachstellen und nutzen sie zunehmend aus. Sicherheitsverantwortliche sollten daher diese Geräte identifizieren und bewerten sowie Segmentierung und automatisierte Kontrollen einsetzen, um laterale Bewegungen im Netzwerk einzudämmen, den potenziellen Schaden zu begrenzen und zu verhindern, dass sich eine einzelne Kompromittierung auf kritischere Systeme ausbreitet.“

Laut Forescout unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Angriffsfläche in komplexen Umgebungen zu reduzieren, indem sie kontinuierlich gefährdete Assets identifizieren, Risiken priorisieren, die Netzwerksegmentierung stärken und ihre Reaktionsfähigkeit beschleunigen, wenn Bedrohungen auftreten.



  • Ausgezeichnete Produktfamilie

    Ausgezeichnete Produktfamilie

    Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) hat die SDoT-Produktfamilie als Cross Domain Solution (CDS) von Infodas mit dem diesjährigen Innovationspreis für innovative, vertrauenswürdige und praxistaugliche IT-Sicherheitslösungen ausgezeichnet. 

    mehr lesen: Ausgezeichnete Produktfamilie

  • Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

    Barracuda hat die Übernahme von des Zero Trust Cybersecurity Startups Fyde mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien, und Porto, Portugal, bekanntgegeben, um die Barracuda CloudGen SASE-Plattform um ZTNA-Funktionen zu erweitern.

    mehr lesen: Barracuda Networks erwirbt Startup Fyde

  • Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

    Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

    Die Hallen des Nürnberger Messegeländes bleiben im November 2020 aufgrund der Corona-Pandemie zwar leer. Die SPS-Messe soll dennoch stattfinden: Veranstalter Mesago liefert mit der SPS Connect vom 24. bis zum…

    mehr lesen: Virtuelle Messe fürreale Abschlüsse

  • Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen

    Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen

    In den beiden VW-Werken in Emden und im US-amerikanischen Chattanooga sollen ab 2022 rund 1.400 Fanuc-Roboter bei der Produktion einer neuen E-Fahrzeuggeneration unterstützen.

    mehr lesen: Fanuc liefert 1.400 Roboter an Volkswagen

  • Pay-per-Use ist im Kommen

    Pay-per-Use ist im Kommen

    Die mittelständische Industrie in Deutschland öffnet sich auf der Suche nach finanziellen Spielräumen und Einnahmequellen für neue Geschäftsmodelle. 57 Prozent der Unternehmen sind offen für so genannte Pay-per-Use-Modelle. Das ergibt…

    mehr lesen: Pay-per-Use ist im Kommen

  • Tage der digitalen Technologien

    Tage der digitalen Technologien

    Das Bundeswirtschaftsministerium lädt am 16. und 17. November zu den Tagen der digitalen Technologien ein. In diesem Jahr findet die Veranstaltung als reines Online-Event statt.

    mehr lesen: Tage der digitalen Technologien

  • Multiagentensysteme für die autonome Produktion

    Multiagentensysteme für die autonome Produktion

    Im Forschungsprojekt MAS4AI (Multi-Agent Systems for pervasive Artificial Intelligence for assisting humans in modular production environments) hat sich ein Konsortium aus siebzehn europäischen Partnern das Ziel gesetzt, ein Multiagentensysteme für…

    mehr lesen: Multiagentensysteme für die autonome Produktion

  • Sicherheit für Remote-Arbeitsplätze

    Sicherheit für Remote-Arbeitsplätze

    Fortinet stellt FortiGate 2600F vor. Die Netzwerk-Firewall verbindet Networking mit Security, sowohl in hybriden Rechenzentren, Multi-Cloudumgebungen als auch bei einer großen Anzahl von Remote-Arbeitsplätzen.

    mehr lesen: Sicherheit für Remote-Arbeitsplätze

  • Sehen, wenn die Schraube locker ist

    Sehen, wenn die Schraube locker ist

    Das Forschungszentrum IoT-COMMs hat eine intelligente Schraubverbindung entwickelt, die eine drahtlose, energieautarke Überwachung ermöglicht. Ziel ist es, eine energieautarke Überwachung von Strukturen wie z.B. Brücken, Gerüsten, Windkraftanlagen in einem permanenten…

    mehr lesen: Sehen, wenn die Schraube locker ist

  • Sabine Schaar wird Regional Vice President Sales bei Equinix

    Sabine Schaar wird Regional Vice President Sales bei Equinix

    Mit Sabine Schaar hat Equinix eine neue Vice President Sales für Deutschland. Schaar kommt von Capgemini Deutschland zu Equinix.

    mehr lesen: Sabine Schaar wird Regional Vice President Sales bei Equinix

  • Siemens mit leichten Umsatzeinbußen

    Siemens mit leichten Umsatzeinbußen

    Weniger Umsatz und weniger Aufträge. Die Siemens AG hat ihre Zahlen für das am 30. September abgelaufene Geschäftsjahr vorgestellt.

    mehr lesen: Siemens mit leichten Umsatzeinbußen

  • Mehr KI-Einsatz in der Industrie

    Mehr KI-Einsatz in der Industrie

    Die Deutschen stehen dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im industriellen Umfeld positiv gegenüber. In anderen Bereichen fällt die Zustimmung laut einer Bosch-Studie jedoch geringer aus.

    mehr lesen: Mehr KI-Einsatz in der Industrie