KI-Sicherheitslücken erreichen neuen Höchststand

AI processing large datasets for task training and inference using deep learning. Neural network accelerating complex computational calculations, making predictions using data, 3D render animation
Bild: ©DC Studio/stock.adobe.com

TrendAI, ein Geschäftsbereich des Cybersecurity-Spezialisten Trend Micro, hat analysiert, welche Anfälligkeiten das globale KI-Ökosystem gefährden. Demnach haben KI-bezogene Schwachstellen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Trend Micro identifizierte von 2018 bis Ende 2025 insgesamt 6.086 Software-Schwachstellen, die direkt KI-Systeme betreffen – aus einer Gesamtdatenbank von mehr als 330.000 CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures). Allein im Jahr 2025 wurden 2.130 KI-bezogene Sicherheitslücken gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 34,6% gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Die Gesamtzunahme von CVEs betrug lediglich 17,9% – für Trend Micro ein deutliches Signal, dass Angreifer es zunehmend auf KI-Systeme abgesehen haben. Der Anteil KI-bezogener Schwachstellen an allen CVEs erreichte 2025 mit 4,42% den höchsten je gemessenen Wert.

CVSS oft hoch oder kritisch

Der Cybersecurityspezialist sieht nicht in Quantität, sondern auch in der Qualität der Lücken einen Anlass zur Sorge: Von den 3.257 mit einem Schweregrad bewerteten KI-Schwachstellen fallen 48,9% in die Kategorien ‚hoch‘ oder ‚kritisch‘ (Common Vulnerability Scoring System, CVSS ab 7,0). Besonders exponiert sind dabei die aktuell besonders schnell wachsenden Bereiche des KI-Ökosystems: In der KI-Lieferkette weisen 46,5% der Schwachstellen hohe oder kritische Schweregrade auf, gefolgt von dem LLM-Ökosystem (Large Language Models, 45,1%), Agentischer KI (40,5%) und MCP-Servern (Model Context Protocol, 38,2%). Trend Micro verweist darauf, dass es gerade in diesen gefährdeten aufstrebenden Bereichen häufig an ausgereiften Sicherheitspraktiken fehlt, was zu einem gefährlichen Missverhältnis zwischen Innovationsgeschwindigkeit und Absicherung führt. Im Gegensatz dazu weisen ausgereifte Kategorien wie Frameworks für Maschinelles Lernen (32,9%), KI-Datenpipelines (27%) und GPUs / KI-Hardware (18%) in der Analyse eine geringere Konzentration schwerwiegender Schwachstellen auf.

MCP-Server und agentische KI als Risikofaktoren

Zwei Entwicklungen stechen in der Analyse besonders hervor: Das plötzliche Auftreten von Schwachstellen in MCP-Servern, die bisher gänzlich unbekannt waren, bietet Bedrohungsakteuren eine große, neuartige Angriffsfläche. Zudem beobachtet TrendAI eine „explosionsartige Zunahme“ von Schwachstellen in agentischen KI-Systemen. MCP-Server – Schnittstellen, die es KI-Agenten ermöglichen, eigenständig auf externe Tools und Dienste zuzugreifen – verzeichneten 2025 direkt 95 neue CVEs (gegenüber nahezu null in den Vorjahren). Über 60% dieser Schwachstellen betreffen Injection-Angriffe, die es ermöglichen, schädliche Befehle direkt in KI-Systeme einzuschleusen. Agentische KI, also autonome Systeme, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen, verzeichnete den größten prozentualen Anstieg aller Kategorien: von 74 CVEs im Jahr 2024 auf 263 im Jahr 2025, ein Zuwachs von 255%.

Weitere Zunahme erwartet

TrendAI Research prognostiziert für 2026 zwischen 2.800 und 3.600 neue KI-bezogene Schwachstellen, was einen weiteren Anstieg von bis zu 69% gegenüber 2025 darstellt. Besonders MCP-Server (plus 89-195%) und agentische KI (plus 33-109%) dürften das stärkste Wachstum verzeichnen. „KI ist keine neue Angriffsfläche mehr, sondern hat sich mittlerweile etabliert“, erklärt Richard Werner, Security Advisor bei TrendAI. „Unsere Untersuchung zeigt, dass die Schwachstellen in KI-Systemen schneller zunehmen als im gesamten Software-Ökosystem und dass die größten Risiken in gemeinsam genutzten Komponenten wie Modell-Frameworks und Lieferketten liegen.“ Werner fordert Unternehmen dazu auf, beim produktiven Einsatz von KI produktiv Cybersicherheit als Grundlage jedes Projekts zu berücksichtigen. Die Technologie erfordere dieselbe Transparenz und dasselbe Risikomanagement wie jedes andere kritische Geschäftssystem.



  • Weiter Zurückhaltung bei Neueinstellungen

    Weiter Zurückhaltung bei Neueinstellungen

    Bundesweit gab es im ersten Quartal 2021 1,13Mio. offene Stellen und damit mehr als im gleichen Zeitraum 2020. Im Vergleich zum 4. Quartal 2020 gingen die offenen Stellen jedoch zurück.

    mehr lesen: Weiter Zurückhaltung bei Neueinstellungen

  • Konjunkturerwartung steigen im Mai

    Konjunkturerwartung steigen im Mai

    Höchster Wert seit Pandemie-Beginn Konjunkturerwartung steigen im Mai Mit 84,4 Punkten steigen die ZEW-Konjunkturerwartungen im Mai auf den höchsten Wert seit mehr als 20 Jahren und auch die aktuelle Lage…

    mehr lesen: Konjunkturerwartung steigen im Mai

  • Valantic und Systema arbeiten zusammen

    Valantic und Systema arbeiten zusammen

    Das IT-Beratungs- und Softwarehaus Valantic partnert künftig mit Systema, einem eigentümergeführten Systemintegrator, der sich auf Softwarelösungen und Dienstleistungen zur MES-Integration, Fertigungsautomatisierung und Produktionsoptimierung spezialisiert hat.

    mehr lesen: Valantic und Systema arbeiten zusammen

  • Industrie will mehr produzieren

    Industrie will mehr produzieren

    Die Deutschen Industrieunternehmen wollen ihre Produktion ausweiten. Die gesteigerten Erwartungen verhelfen dem entsprechenden Indikator des Ifo Instituts zum höchsten Stand seit 1991.

    mehr lesen: Industrie will mehr produzieren

  • Mehrheit der Industrieunternehmen geht gestärkt aus der Krise

    Mehrheit der Industrieunternehmen geht gestärkt aus der Krise

    57 Prozent der Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie gehen davon aus, gestärkt aus der Coronakrise hervorzugehen. Das geht aus einer Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut hervor. Um diese…

    mehr lesen: Mehrheit der Industrieunternehmen geht gestärkt aus der Krise

  • Agile Methoden liegen im Trend

    Agile Methoden liegen im Trend

    Das sogenannte Wasserfall-Prinzip in der Software-Entwicklung kommt immer seltener zum Einsatz. Häufiger sind agile Methoden wie die ’Continuous Integration’, bei denen Software in kleinen Einheiten kontinuierlich erweitert und verbessert wird.…

    mehr lesen: Agile Methoden liegen im Trend

  • LiefKettG nimmt Schutz von Arbeitnehmern und Umwelt in den Fokus

    LiefKettG nimmt Schutz von Arbeitnehmern und Umwelt in den Fokus

    Das Bundeskabinett hat im März den Entwurf für das neue Lieferkettengesetz beschlossen. Wird das Gesetz in dieser Form erlassen, so werden in deutschen Unternehmen einige Änderungen erforderlich. Der Softwareanbieter Comarch…

    mehr lesen: LiefKettG nimmt Schutz von Arbeitnehmern und Umwelt in den Fokus

  • Siemens mit deutlicher Gewinnsteigerung im 2. Quartal

    Siemens mit deutlicher Gewinnsteigerung im 2. Quartal

    Siemens beendet das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit positiven Neuigkeiten. Umsatzerlöse und Gewinn legen kräftig zu.

    mehr lesen: Siemens mit deutlicher Gewinnsteigerung im 2. Quartal

  • Mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung

    Mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung

    Insgesamt 8,2Mrd.€ hat der Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2019 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Auch in der Pandemie behalten F&E-Ausgaben einen hohen Stellenwert.

    mehr lesen: Mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung

  • Sicherheitsrisiko neu definieren – Hacker engagieren

    Sicherheitsrisiko neu definieren – Hacker engagieren

    IT-Sicherheit ist ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen. Denn kommt es zu einem erfolgreichen Angriff kann dies teuer werden. Durch die Nutzung sogenannter Bug-Bounty-Plattformen können Unternehmen kriminellen Hackern vorgreifen.

    mehr lesen: Sicherheitsrisiko neu definieren – Hacker engagieren

  • Zusammenarbeit funktioniert nur in jedem fünften Unternehmen

    Zusammenarbeit funktioniert nur in jedem fünften Unternehmen

    Corona stellt Unternehmen und deren Mitarbeiter nach wie vor auf eine harte Probe. Laut der Studie ‚Kollaboration – Erfolgsfaktor Zusammenarbeit‘ schaffen es aktuell nur 22 Prozent der Unternehmen, eine Zusammenarbeit…

    mehr lesen: Zusammenarbeit funktioniert nur in jedem fünften Unternehmen

  • Bestellungen im März und im 1. Quartal steigen

    Bestellungen im März und im 1. Quartal steigen

    Im März haben die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt. Dabei kamen sowohl aus dem Aus- als auch aus dem Inland positive Signale.

    mehr lesen: Bestellungen im März und im 1. Quartal steigen