Die meisten Unternehmen sind durchaus bereit, ihren Teil dazu beizutragen. Leider sind die Anforderungen naturgemäß sehr komplex. Sich durch den Dschungel der Vorschriften zu wühlen, sie zu verstehen und umzusetzen, erfordert Geduld. Hinzu kommt, dass sich viele Institutionen vor NIS-2 nur wenig mit den Themen auseinandergesetzt haben. Das verschärfte Meldewesen erfordert beispielsweise, dass nun ein Dienstleisterregister geführt und konkrete Prozesse für die Meldepflicht definiert werden müssen – beides wurde vor NIS-2 vielerorts viel zu wenig beachtet. Hinzu kommt das Aufkommen von KI-gestützten Cyberangriffsmethoden, die zusätzliche Komplexität verursachen.

Dienstleister können unterstützen

Sollten Unternehmen von der Komplexität und dem Aufwand überfordert sein, bietet sich die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister an. Mit einem breiten Dienstleistungsportfolio – von Kryptografie über Backup-Services bis zur Absicherung wichtiger Kommunikationskanäle – helfen sie Unternehmen, sich punktuell NIS-2-konform aufzustellen und geschäftskritische Prozesse wie Kommunikation und Wertschriftenhandel abzusichern.

Die Verantwortung kann durch eine solche Zusammenarbeit jedoch nicht abgeschoben werden. Die Unternehmen bleiben für das Management ihrer Sicherheitsinfrastruktur, die Sicherstellung der eigenen Cyber-Resilienz und die funktionierende Zusammenarbeit mit ihren Partnern verantwortlich.

Einheitliche Sicherheitsstandards und Cyber-Resilienz

Viele wollen von NIS-2 nichts mehr hören, scheint das Thema doch in den letzten Jahren ausreichend in die Öffentlichkeit getragen worden zu sein. Umso wichtiger ist es jetzt zu betonen, dass es sich bei der Richtlinie nicht um eine ineffiziente EU-Bürokratie handelt, wie manche Schwarzmaler behaupten. Sie enthält sinnvolle Mindeststandards, die zu einer EU-weiten Angleichung der Cyber-Resilienz führen.

Um kritische Infrastrukturen und ihre Bürger zu schützen, müssen die Mitgliedstaaten an einem Strang ziehen und vergleichbare Standards einführen. Nur so lässt sich absichern, dass geschäftskritische Prozesse auch in Krisenzeiten funktionieren, was in vielen Branchen nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine moralische Verpflichtung darstellt. Ein Kommunikationsausfall während einer wichtigen Operation beispielsweise hätte im wahrsten Sinne des Wortes fatale Folgen.

Politisch aufgeschoben, wirtschaftlich sinnvoll

Der Bundestag wird die Umsetzung von NIS-2 vor der Bundestagswahl nicht mehr beschließen. Unternehmen sollten nicht weiter abwarten und die Umsetzung von NIS-2 nicht als Pflichtübung, sondern als strategische Notwendigkeit betrachten. Um in Zukunft nicht unvorbereitet zu sein, sollten sich alle Verantwortlichen in Unternehmen und Institutionen noch einmal vor Augen führen, dass eine effektive Cyber-Resilienz nur durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann.

Seiten: 1 2 3



  • Datenwirtschaft und KI als Chance begreifen

    Datenwirtschaft und KI als Chance begreifen

    Laut einer ZVEI-Umfrage fühlen sich die Unternehmen der Elektronikbranche eingeschränkt, wenn es um die Nutzung von Daten geht, auch aufgrund von Rechtsunsicherheiten bezüglich der DSGVO.

    mehr lesen: Datenwirtschaft und KI als Chance begreifen

  • Mehr Angriffe, mehr Lösegeld, doppelt Erpresst

    Mehr Angriffe, mehr Lösegeld, doppelt Erpresst

    Nach einer Analyse des Technologie-Dienstleisters NTT haben Ransomware-Attacken ein neues Rekordniveau erreicht: Bis zum Jahresende müssen sich Unternehmen alle elf Sekunden auf einen Angriff mit Erpresser-Schadsoftware einstellen. Dabei nutzen Cyberkriminelle…

    mehr lesen: Mehr Angriffe, mehr Lösegeld, doppelt Erpresst

  • Weg ins Firmennetzwerk oft schlecht gesichert

    Weg ins Firmennetzwerk oft schlecht gesichert

    In Deutschland nutzen die Menschen laut einer G Data-Erhebung zu selten sichere Passwörter, Antiviren-Programme oder Zwei-Faktor-Authentifizierung. Damit steigt das Risiko im beruflichen und auch im privaten Bereich.

    mehr lesen: Weg ins Firmennetzwerk oft schlecht gesichert

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Spatenstich für Neubau des Fraunhofer IPA

    Spatenstich für Neubau des Fraunhofer IPA

    In dieser Woche erfolgte der Spatenstich für den Neubau des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. Das Investitionsvolumen beträgt rund 37Mio.€.

    mehr lesen: Spatenstich für Neubau des Fraunhofer IPA

  • Peter Schneck wird Cenit-CEO

    Peter Schneck wird Cenit-CEO

    Peter Schneck wird Mitglied des Vorstands bei der Cenit AG und übernimmt zum 1. Januar 2022 die Position des CEO. Er folgt auf Kurt Bengel der das Unternehmen plangemäß zum…

    mehr lesen: Peter Schneck wird Cenit-CEO

  • Rekordjahr für Investitionen in Quantentechnologien

    Rekordjahr für Investitionen in Quantentechnologien

    Der McKinsey ‘Quantum Technology Monitor’ zeigt eine Zunahme der globalen Markt – und Technologieentwicklungen von Quantentechnologien. Dabei sind die angekündigten Investitionen im laufenden Jahr dreimal so hoch wie in 2020.

    mehr lesen: Rekordjahr für Investitionen in Quantentechnologien

  • Stimmung in der Industrie belastet Geschäftsklima

    Stimmung in der Industrie belastet Geschäftsklima

    Nach einem Rückgang im August ist der Ifo-Geschäftsklimaindex auch im September gesunken. Belastet werden die Zahlen dabei durch die schlechtere Stimmung in der Industrie.

    mehr lesen: Stimmung in der Industrie belastet Geschäftsklima

  • Yaskawa baut neue Europa-Zentrale

    Yaskawa baut neue Europa-Zentrale

    Yaskawa hat den Grundstein für eine neue Europa-Zentrale in Hattersheim gelegt. Das Unternehmen investiert rund 23Mio.€ in den neuen Standort.

    mehr lesen: Yaskawa baut neue Europa-Zentrale

  • VDMA Robotik + Automation wählt neuen Vorstand

    VDMA Robotik + Automation wählt neuen Vorstand

    Der VDMA Robotik + Automation hat im Rahmen seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Als neuer Vorsitzender folgt Hahn Automation-CEO Frank Konrad auf Wilfried Eberhardt.

    mehr lesen: VDMA Robotik + Automation wählt neuen Vorstand

  • Siemens und Zscaler kooperieren

    Siemens und Zscaler kooperieren

    Siemens und Zscaler arbeiten zusammen, um Kunden den sicheren Zugriff vom Arbeitsplatz im Büro oder mobil auf Operational-Technology(OT)-Systeme und -Anwendungen im Produktionsnetzwerk zu ermöglichen.

    mehr lesen: Siemens und Zscaler kooperieren

  • Bechtle erwirbt Open Networks

    Bechtle erwirbt Open Networks

    Der österreichische Ableger von Bechtle hat Open Networks erworben. Die neuen Spezialisten bringen insbesondere Erfahrung in den Bereichen Application Services, Datacenter, Security und Netzwerk mit. Die Firma betreut rund 250…

    mehr lesen: Bechtle erwirbt Open Networks