IW-Köln berechnet Schäden für die Wirtschaft durch Pandemie und Krieg

Containerterminal Hamburger Hafen TEU Logistik Hafenumschlag
Bild: ©nmann77/ stock.adobe.com

Erst die Corona-Pandemie, dann der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die geopolitischen Verwerfungen: Die Krisen der vergangenen Jahre sind nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft vorbei gegangen. Wie hoch die Verluste sind hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnet. Demnach liegen die Ausfälle bei 735Mrd.€ in den vergangenen fünf Jahren – das entspricht 4,3 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Allein für die ersten beiden Pandemie-Jahre summieren die Wirtschaftsforscher die Verluste auf 290Mrd.€. 2022 betrugen die Einbußen an Wirtschaftsleistung 100Mrd.€, 2023 145Mrd.€ und 2024 gar 200Mrd.€.

Die Wirtschaftsforscher sehen vor allem drei Gründe für die wirtschaftlichen Schäden:

Während der Corona-Jahre haben geschlossene Geschäfte und gestörte Lieferketten den Konsum einbrechen lassen. Auch betonen die IW-Forscher, dass private Haushalte aufgrund der hohen Inflation infolge der kriegsbedingten Zunahme der Energiekosten und der wachsenden Unsicherheit stärker auf ihr Geld achten. In Folge dessen fuhren sie ihren Konsum zurück. Laut IW-Untersuchung hat pro Kopf jeder Deutsche seit 2020 im Schnitt 5.600 Euro weniger ausgegeben. Gesamtwirtschaftlich entspricht das einer Summe von fast 300 Milliarden Euro.

Der gestiegene Energiepreis nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine stoppte die Erholung in der Industrie, bevor sie sich von der Pandemie erholt hatte. Gestörte Lieferketten, hohe Energiekosten und geopolitische Krisen verunsichern die Unternehmen seitdem: Die Gesamtausfälle bei den Investitionen beziffert das IW auf 265Mrd.€.

Zudem hat die Weltwirtschaft an Dynamik verloren. Auch abseits der Ukraine prägen geopolitische Verunsicherung und Blockbildung das Bild was sich negativ auf den Welthandel auswirkt. Als Exportland leide die deutsche Wirtschaft darunter zusätzlich, so die Wirtschaftsforscher.

IW rechnet nicht mit Wirtschaftsaufschwung

„Auch 2025 rechnen wir mit keinem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland, der die aufgelaufenen Konsum- und vor allem Investitionsausfälle auffangen könnte“, sagt IW-Konjunktur-Experte Michael Grömling. Das liege jedoch nicht nur an den Krisen: „Über Jahrzehnte hat Deutschland bei den Investitionen gespart und so den Standort vernachlässigt. Das ist der schwammige Boden, auf dem die Krisen uns so hart treffen“, sagt der Studienautor.

Zur Methodik: Die Studie geht bei der Schätzung der Wertschöpfungsverluste von einem kontrafaktischen Konjunkturverlauf aus. Um die Verluste zu beziffern, rechnet sie also mit einer hypothetischen Wirtschaftsrealität, die in einer Welt ohne Corona, Krieg und globale Unordnung zu erwarten gewesen wäre und stellt sie der realen Wirtschaftsentwicklung gegenüber.



  • Neuer CEO und General Manager bei Schneider Electric in Lahr

    Neuer CEO und General Manager bei Schneider Electric in Lahr

    Schneider Electric hat seit dem 1. Juli mit Yusuf Pence einen neuen CEO sowie General Manager für den Standort in Lahr.

    mehr lesen: Neuer CEO und General Manager bei Schneider Electric in Lahr

  • Neuer Präsident für die IFR

    Neuer Präsident für die IFR

    Das Executive Board der International Federation of Robotics (IFR) hat Takayuki Ito zum Präsidenten gewählt.

    mehr lesen: Neuer Präsident für die IFR

  • VDMA Software und Digitalisierung mit neuem Vorstand

    VDMA Software und Digitalisierung mit neuem Vorstand

    Der VDMA Software und Digitalisierung hat einen neuen Vorstand gewählt.

    mehr lesen: VDMA Software und Digitalisierung mit neuem Vorstand

  • Friedhelm Loh Group beruft Niko Mohr in den Vorstand

    Friedhelm Loh Group beruft Niko Mohr in den Vorstand

    Die Führungsspitze der Friedhelm Loh Group hat ein neues Mitglied: Prof. Dr. Niko Mohr (Bild) erweitert zum 1. November 2024 den Vorstand der Gruppe.

    mehr lesen: Friedhelm Loh Group beruft Niko Mohr in den Vorstand

  • BSI sieht Cybersicherheit durch CRA signifikant gestärkt

    BSI sieht Cybersicherheit durch CRA signifikant gestärkt

    Saugroboter, smarter Katzenfutterautomat, die meisten Apps auf mobilen Geräten oder Smart-TVs – die steigende Zahl vernetzter Hard- und Softwareprodukte bringt neben Komfort und Automation auch Risiken und neuartige Angriffsvektoren.

    mehr lesen: BSI sieht Cybersicherheit durch CRA signifikant gestärkt

  • Pavel Boháč wird Aimtec-CEO

    Pavel Boháč wird Aimtec-CEO

    Der Digitalisierungsspezialist Aimtec ernennt Pavel Boháč (35) zum neuen CEO. Er folgt auf die Unternehmensgründer Jaroslav Follprecht und Roman Žák, die nun als Aufsichtsräte fungieren.

    mehr lesen: Pavel Boháč wird Aimtec-CEO

  • Stimmung im Maschinenbau verschlechtert sich

    Stimmung im Maschinenbau verschlechtert sich

    Die Stimmung und die Aussichten im Maschinenbau haben sich laut aktueller VDMA-Konjunkturumfrage aus dem September merklich eingetrübt.

    mehr lesen: Stimmung im Maschinenbau verschlechtert sich

  • Erster photonischer Quantencomputer in Deutschland rechnet in Paderborn

    Erster photonischer Quantencomputer in Deutschland rechnet in Paderborn

    Auch wenn Quantencomputer seit einigen Jahren Gegenstand intensiver Forschung sind, ist es bisher nicht gelungen, ausreichend robuste Systeme zu realisieren.

    mehr lesen: Erster photonischer Quantencomputer in Deutschland rechnet in Paderborn

  • BuildingSmart International und IDTA unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

    BuildingSmart International und IDTA unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

    Die BuildingSmart International (bSI) und die Industrial Digital Twin Association (IDTA) wollen künftig auf gemeinnütziger Basis zusammenzuarbeiten, um eine offene digitale Interoperabilität in der Gebäudetechnik zu fördern.

    mehr lesen: BuildingSmart International und IDTA unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

  • Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

    Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

    Daten werden benötigt, um in hochspezialisierten Prozessen Maschinen und Anlagen zu steuern.

    mehr lesen: Energieverbrauch beim Umformen und in der Zerspanung reduziert

  • Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

    Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

    Die Nachfrage nach Batteriezellen wird aktuell vor allem durch kostengetriebene Massenproduktion in Asien und Nordamerika gedeckt, was auch Auswirkungen auf den Maschinen- und Anlagenbau hat.

    mehr lesen: Erste agile Batteriezellfertigung eröffnet

  • Eclipse Foundation und DIN kooperieren

    Eclipse Foundation und DIN kooperieren

    Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Stiftungen, und das Deutsche Institut für Normung (DIN) haben eine Absichtserklärung bekannt gegeben.

    mehr lesen: Eclipse Foundation und DIN kooperieren