Gleicher Preis, nur weniger oder schlechter

Grafik 1 Preisweitergabe
Bild: Ivalua Inc

Eine internationale Studie des Beschaffungssoftware-Anbieters Ivalua zeigt, dass sich das aus dem Konsumgüterbereich bekannte Muster der Skimpflation – gleicher Preis bei geringerer Qualität oder Menge – auch im industriellen Einkauf durchsetzt. Für die Studie wurden im März durch das Marktforschungsinstitut Sapio Research 800 Einkaufs- und Supply-Chain-Entscheider in Deutschland, Frankreich, den USA und dem Vereinigten Königreich befragt, je 200 pro Land. Die Befragung zeigt, dass im Direktmaterial-Einkauf zunehmend auf günstigere Materialien, abgesenkte Spezifikationen oder preiswertere Lieferanten zurückgegriffen wird, oft ohne ausreichende Steuerung durch geeignete Werkzeuge oder Einblicke in die Lieferkette.

Grafik 2 Wahrnehmung Land
Bild: Ivalua Inc

Einsparungen selten an Kunden weitergegeben

Laut der Studie erhöhten 43 Prozent der Unternehmen, die im vergangenen Jahr auf günstigere Komponenten umgestiegen sind oder ihre Spezifikationen angepasst haben, anschließend ihre eigenen Verkaufspreise; 47 Prozent hielten sie konstant, nur 10 Prozent senkten sie. In Deutschland liegt der Anteil der Preissenkungen der Studie zufolge mit fünf Prozent noch niedriger, während 62 Prozent der deutschen Unternehmen ihre Preise unverändert ließen. Deutschland weist demnach zugleich im Ländervergleich den geringsten Überblick über das Lieferantenrisiko auf.

Trading-down entlang der Lieferkette

Der Studie zufolge gibt mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) an, dass Kostendruck sie zu einer Qualitätsreduktion bei Komponenten zwingt; 49 Prozent beobachten ein entsprechendes Verhalten bei ihren eigenen Lieferanten. 59 Prozent der Einkaufsorganisationen haben demnach im vergangenen Jahr ihre Spezifikationen angepasst, 36 Prozent sind auf günstigere Lieferanten oder Komponenten umgestiegen. Im Schnitt habe sich laut Ivalua fast ein Fünftel des Direktmaterial-Budgets zu kostengünstigeren Quellen verschoben.

Fehlende Transparenz jenseits Tier-1

Der Studie zufolge verfügen 44 Prozent der Befragten über keine Transparenz jenseits ihrer Tier-1-Lieferanten, in Deutschland sind es 50 Prozent. 45 Prozent hätten kein einheitliches, verlässliches Bild ihres Lieferantenrisikos, in Deutschland liegt dieser Wert laut Studie mit 54 Prozent am höchsten im Ländervergleich. 58 Prozent der Befragten geben zudem an, dass ihre Abhängigkeit von Tabellenkalkulationen sie menschlichen Fehlern aussetze. Unternehmen, die KI-Werkzeuge im Einkauf einsetzen oder pilotieren, erkennen Skimpflation der Studie zufolge deutlich häufiger – 51 bzw. 58 Prozent – als Unternehmen, die den Einsatz erst erwägen (29 Prozent).

Seiten: 1 2



  • MES-Strategie entwickeln

    MES-Strategie entwickeln

    Ein Workshop von HIR Hoff Industrie Rationalisierung behandelt die mögliche Rolle von Manufacturing-Execution-Systemen in Zeiten der digitalen Transformation.

    mehr lesen: MES-Strategie entwickeln

  • Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

    Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

    Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie mit zunehmender Wucht zu spüren. Das geht aus einer zweiten Umfrage des VDMA unter 965 Mitgliedsfirmen hervor.

    mehr lesen: Maschinenbau spürt weitere Auswirkungen der Corona-Krise

  • Beratungsangebote rund ums Homeoffice

    Beratungsangebote rund ums Homeoffice

    Cosmo Consult will in der Corona-Krise mit teils kostenfreie Webinaren, Workshops und Beratungspaketen Fachwissen rund um Microsoft Teams und die digitale Zusammenarbeit im Homeoffice anbieten.

    mehr lesen: Beratungsangebote rund ums Homeoffice

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

    Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

    Nach 24,6 Punkten im Februar, ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex im März auf 0,6 Punkte zurückgegangen. Dabei sind von den negativen Folgen im Zuge der Corona-Krise vor allem die Industrie und der…

    mehr lesen: Stimmung in der Digitalbranche trübt sich ein

  • Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

    Im Maschinenbau werden immer häufiger modulare Anlagen gefertigt. Deren Zusammenstellung aus Spezialmodulen für verschiedene Teilaufgaben von unterschiedlichen Herstellern scheiterte bisher oft an inkompatiblen Kommunikationsstandards.

    mehr lesen: Mit OPC UA over TSN zur Losgröße 1

  • Automatica in den Dezember verlegt

    Automatica in den Dezember verlegt

    Die Messe München hat sich dazu entschlossen, die Messe Automatica, die vom 16. bis zum 19. Juni stattfinden sollte, in den Dezember zu verschieben.

    mehr lesen: Automatica in den Dezember verlegt

  • Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

    Neue Maschinen und Anlagen waren auch im vergangenen Jahr weltweit gefragt. Allerdings erfolgten die Geschäfte bereits unter erschwerten Bedingungen: Der Wandel in der Automobilindustrie, der Handelskrieg zwischen den USA und…

    mehr lesen: Weltmarkt für Maschinen legt 2019 leicht zu

  • Keine Hannover Messe in 2020

    Keine Hannover Messe in 2020

    Die Hannover Messe kann dieses Jahr nicht stattfinden. Grund ist die zunehmend kritische Lage aufgrund der Covid-19-Pandemie und eine Untersagungsverfügung der Region Hannover.

    mehr lesen: Keine Hannover Messe in 2020

  • Nächste Management-Generation bei Siemens

    Nächste Management-Generation bei Siemens

    Siemens-CEO Joe Kaeser hat den Aufsichtsrat darüber informiert, dass er keine Verlängerung seines Vertrages anstrebt. Er wird zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens Energy vorgeschlagen.

    mehr lesen: Nächste Management-Generation bei Siemens

  • Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

    Die Industrie setzt IoT-Lösungen vornehmlich in der Produktion, bei der Zeiterfassung und in der Lagerverwaltung ein. Dies geht aus einer Befragung hervor, die Ende vergangenen Jahres durchgeführt wurde.

    mehr lesen: Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Internet of Things?

  • Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten

    Finanzmarktexperten rechnen damit, dass die Corona-Pandemie das globale reale Bruttoinlandsprodukt erheblich belasten wird. Insbesondere die deutsche Wirtschaft wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen. Mit Blick auf einzelne Branchen schwanken die…

    mehr lesen: Weltwirtschaft vor erheblichen Wachstumsverlusten