Gefahren durch Berlins exfiltrierte Verwaltungsdaten

Malware Detected Warning Screen
Bild: ©James Thew/stock.adobe.com

Bei einem Ransomware-Angriff auf das Netz der Berliner Landesverwaltung wurden rund 5,8 Terabyte an Daten entwendet. Betroffen sind insbesondere die Bereiche der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Nach aktuellen Informationen wurden knapp 1,2 Millionen unverschlüsselte Dateien im Darknet zum Download bereitgestellt. Diese enthalten unter anderem Informationen zu Beamten, Angestellten und voraussichtlich auch zu Antragstellern.

Gefahren durch Social Engineering

Die exfiltrierten Daten könnten laut Martin J. Krämer, CISO Advisor bei KnowBe4, als Grundlage für Social Engineering-, Phishing- und Spear-Phishing-Angriffe dienen. Das im Darknet verfügbare Reservoir an internen Aktenzeichen, Dienstplänen sowie privaten Kontaktdaten und Bescheiden ermögliche es Angreifern, Mitarbeiter und Bürger mit täuschend echten Nachrichten zu kontaktieren. Ziel dieser Maßnahmen sei der Abgriff weiterer Zugangsdaten, die Einschleusung von Schadsoftware in staatliche Netzwerke sowie die Manipulation von Verwaltungsprozessen und Finanztransaktionen.

Strukturelle Schwachstellen der öffentlichen IT

Das Bedrohungsszenario betrifft nach Angaben des Fachmanns nicht nur die Hauptstadt, sondern potenziell den Bund sowie alle Bundesländer und Kommunen. Grund hierfür seien historisch gewachsene Verflechtungen, gemeinsame Schnittstellen und ähnliche Software-Infrastrukturen innerhalb der deutschen öffentlichen Hand. Erbeutete Zugangsdaten oder Kommunikationsmuster einer Gebietskörperschaft könnten somit als Ausgangspunkt für Folgeangriffe auf Partnerbehörden genutzt werden, da Phishing-Angriffe systematisch Vertrauensbeziehungen zwischen Institutionen ausnutzen.

Hürden bei der Etablierung einer Sicherheitskultur

Der Aufbau einer effektiven Sicherheitskultur in staatlichen Verwaltungsstrukturen werde durch träge Entscheidungswege, hierarchische Denkweisen und eine ausgeprägte Fehlervermeidungskultur erschwert. Diese Faktoren stünden einem agilen Risikomanagement im Weg. Zudem werde die IT-Sicherheit häufig ausschließlich der zuständigen Fachabteilung zugewiesen und auf jährliche Compliance-Pflichtschulungen reduziert. Bürokratische Beschaffungsprozesse sowie Silodenken behinderten die Einführung moderner Schulungskonzepte, während Angst vor Repressalien eine zeitnahe Meldung verdächtiger Aktivitäten durch das Personal hemmen könne.

Empfehlungen zur Risikoreduzierung

Um Behörden vor Folgeangriffen zu schützen, empfiehlt das Unternehmen die Umsetzung dreier Maßnahmen. Erstens solle eine Multifaktor-Authentifizierung (MFA) flächendeckend eingeführt werden. Zweitens sei eine Umstellung der IT-Zugangsrechte auf Zero Trust und Least Privilege erforderlich. Drittens solle die Sicherheitskultur durch kontinuierliche, verhaltensbasierte Security-Awareness-Trainings und realistische Phishing-Simulationen überarbeitet werden. Nur die Kombination aus einer umfassenden Sicherheitsarchitektur und einem entsprechend geschulten Bewusstsein der Belegschaft könne den Staat vor einem Kontrollverlust über die digitale Infrastruktur bewahren.



  • Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

    Im Zuge des 25-jährigen Bestehens der SimPlan Integrations hat die SimPlan Group angekündigt, dass im Jahr 2028 ein geplanter Geschäftsführerwechsel beim Tochterunternehmen stattfinden wird.

    mehr lesen: Geschäftsführerwechsel bei der SimPlan Integrations

  • Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

    Laut VDMA-Ausbildungsumfrage steht die duale Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau auf einem stabilen Fundament und punktet mit hochmotivierten und zufriedenen Ausbilderinnen und Ausbildern.

    mehr lesen: Was Ausbilder im Maschinen- und Anlagenbau beschäftigt

  • Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro übernimmt 3E Datentechnik

    Forterro, ein europäischer Anbieter von Industriesoftware, hat die geplante Übernahme des Software-Spezialisten 3E Datentechnik bekannt gegeben, dessen Software bei der Konstruktion und Herstellung von Fenstern und Türen zum Einsatz kommt.

    mehr lesen: Forterro übernimmt 3E Datentechnik

  • AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

    Das Forschungsprojekt AutoSim vereinfacht die Erstellung von Simulationsmodellen für die Produktion. Es kombiniert intelligente Datenverarbeitung mit interoperablen Informationsmodellen.

    mehr lesen: AutoSim automatisiert die Erstellung digitaler Simulationsmodelle

  • SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

    SAP investiert in die KI-Automatisierungsplattform n8n, wodurch sich die Bewertung des in Berlin ansässigen Startups auf 5,2Mrd.US$ erhöht und somit mehr als verdoppelt.

    mehr lesen: SAP investiert in KI-Unternehmen n8n

  • BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

    Unter der Federführung des BSI und der italienischen Cybersicherheitsbehörde ACN haben die Cybersicherheitsbehörden der G7-Staaten unter Mitwirkung der EU Kommission eine Richtlinie zur Software Bill of Materials (SBOM) for AI…

    mehr lesen: BSI veröffentlicht G7-Richtlinie zu SBOM for AI

  • Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

    Künstliche Intelligenz automatisiert längst digitale Prozesse. Jetzt übernehmen Roboter auch physische Routinen. Was das für die Menschen bedeutet, beleuchtet Sören Michl, Vice President AI Adoption bei IFS.

    mehr lesen: Was passiert mit dem Menschen, wenn die Roboter kommen?

  • Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

    Seit mehr als 60 Jahren gilt das ‚Bellsche Theorem‘ als Goldstandard, um zu zeigen, dass die Quantenmechanik den Regeln der klassischen Physik widerspricht.

    mehr lesen: Ein Schritt auf dem Weg zum Quanteninternet?

  • Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen

    Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen

    Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der VDI in Alexisbad gegründet. Aus diesem Anlass blickt der Verein zurück und gibt zugleich die Gründung eines neuen Gremiums bekannt.

    mehr lesen: Der VDI feiert 170-jähriges Bestehen

  • Cobot vs. stationär: Wie Roboter in der Fabrik eingesetzt werden

    Cobot vs. stationär: Wie Roboter in der Fabrik eingesetzt werden

    Eine aktuelle Robotik-Studie von Reichelt Elektronik, durchgeführt durch das unabhängige Institut OnePoll, untersucht, welche Arten von Robotern in deutschen Produktionsstätten eingesetzt werden und welche Arbeiten sie übernehmen.

    mehr lesen: Cobot vs. stationär: Wie Roboter in der Fabrik eingesetzt werden

  • Welches Potenzial in Werkerassistenzsystemen steckt

    Welches Potenzial in Werkerassistenzsystemen steckt

    Wie Werkerassistenzsysteme bislang verborgene Effizienzpotenziale aufdecken und warum sie sich oft schon nach wenigen Monaten amortisieren, erklärt Michael Kunze, Geschäftsführer von MKey Solution, einem Spezialisten für Messtechnik und Bildverarbeitung.

    mehr lesen: Welches Potenzial in Werkerassistenzsystemen steckt

  • IoT-Plattformen im Anwendercheck

    IoT-Plattformen im Anwendercheck

    IoT-Plattformen sind maßgeblich für digitale Geschäftsmodelle. Eine Studie analysiert Kundenzufriedenheit und Optimierungspotenziale.

    mehr lesen: IoT-Plattformen im Anwendercheck