
KI gilt als Schlüsseltechnologie mit erheblichem Innovationspotenzial. Nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft prognostiziert eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Deutschland eine zusätzliche Wertschöpfung von 330Mrd.€.
Die praxistaugliche Durchführung der EU-Verordnung 2024/1689, die harmonisierte Vorschriften für KI festlegt, sei entscheidend, um Innovation zu fördern und gleichzeitig europäische Werte zu sichern, sagt Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Damit Europa im Wettbewerb um vertrauenswürdige KI bestehen kann, brauchen wir kluge Regulierung statt Bürokratie – eine Umsetzung, die Innovation fördert, Forschung einbindet und europäische Werte stärkt. Der Referentenentwurf des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung ist dafür ein wichtiger erster Schritt. Die Fraunhofer-Gesellschaft steht bereit, um bei der weiteren Konkretisierung und Umsetzung zu unterstützen“, betont Hanselka.
Prof. Axel Müller-Groeling, Vorstand für Digitalisierung und Infrastruktur der Fraunhofer-Gesellschaft, ergänzt: „Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und Regulierung kann ein innovatives und wettbewerbsfähiges Umfeld für KI in Deutschland geschaffen werden. Die Durchführung der KI-Verordnung sollte dieses Umfeld stärken.“ Dies könne durch eine direkte Einbeziehung der relevanten Akteure aus Forschung und Wirtschaft beispielsweise über den von uns vorgeschlagenen Beirat am Zentralen Koordinierungs- und Kompetenzzentrum (KoKIVO) erfolgen, so Müller-Groeling weiter: „Entscheidend ist ebenso, dass der Zugang zum geplanten KI-Reallabor für öffentliche Forschungseinrichtungen gewährleistet wird und so Transfer Hand in Hand mit Forschung an den KI-Modellen geht.“
Folgende Kernpunkte sind aus Sicht der Fraunhofer-Gesellschaft bei der Umsetzung der Verordnung in nationales Recht entscheidend:
Bürokratiearme Durchsetzungsstruktur: Die Fraunhofer-Gesellschaft befürwortet die Benennung der Bundesnetzagentur als zentrale Aufsichts- und Notifizierungsbehörde. Damit werde eine Fragmentierung vermieden und ein ‚Single Point of Contact‘ geschaffen.
Harmonisierung und Bürokratieabbau: Eine EU-weit einheitliche Durchsetzungsstruktur ist laut Fraunhofer-Gesellschaft essenziell, um eine Fragmentierung zu vermeiden.
Stärkung des Transfers: Öffentliche Forschungseinrichtungen sollten neben kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Startups Zugang zu KI-Reallaboren erhalten, fordert die Fraunhofer-Gesellschaft. Dies fördere den schnellen Transfer von Forschung in die Praxis.
Technologische Souveränität: Die Maßnahmen sollten die technologischen Kompetenzen Deutschlands stärken und gleichzeitig europäische Werte wahren.
Erhöhung der Mittel für KI-Infrastrukturen: Deutschland und die EU müssten ihre Anstrengungen verstärken und die finanziellen Mittel für KI-Initiativen merklich erhöhen, um international den Anschluss nicht weiter zu verlieren.
Zur nationalen Durchführung der EU-Verordnung für KI bedarf es nach Ansicht der Fraunhofer-Gesellschaft daher einer innovationsfreundlichen und praxisnahen Ausgestaltung des Gesetzes. Dabei müsse Regulierung als Enabler verstanden werden, der Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen stärkt.
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