Forschungseinrichtungen starten KI-Projekt Soofi

Dein20Sovereing20Open20Source20Foun 20251119090137
Bild: KI Bundesverband e.V.

Unter dem Namen Soofi arbeiten zukünftig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechs deutschen Forschungseinrichtungen und zwei Startups zusammen, um souveräne europäische Alternativen zu KI-Technologien aus den USA und China bereitzustellen. Mit den entwickelten Modellen wollen die Beteiligten einen Beitrag zur industriellen Nutzung von KI leisten.

Wie die Organisationen in einer Pressemitteilung berichten, fehlt ein europäisches LLM von ausreichender Größe, das als Ausgangspunkt für branchenspezifische Spezialisierungen und ressourceneffiziente Derivate (beispielsweise durch Destillation) dienen kann. Auch sogenannte Reasoning-Modelle (LRMs), die durch strukturiertes Denken komplexe Aufgaben lösen können, seien bisher kaum aus europäischer Hand verfügbar.

Zugleich setzen deutsche Unternehmen Anwendungen auf Basis von KI bereits vielfältig ein, allerdings meist auf Basis-Modellen, die nicht aus Europa stammen. Die Projektbeteiligten sehen die Gefahr einer ähnlichen Entwicklung wie bei den Cloud Services: Teile der Wertschöpfung werden ins Ausland abgegeben, deutsche Unternehmen werden zu reinen Anwendern von Kerntechnologien und es entsteht eine gefährliche Abhängigkeit von nicht-europäischen Diensten.

Ziel von Soofi ist die Entwicklung eines 100Mrd. Parameter großen offenen KI-Sprachmodells, das der Wirtschaft und Gesellschaft frei zur Verfügung steht und den Anforderungen an Compliance (z.B. EU AI Act) und europäischen Wertvorstellungen entspricht. Auf Basis dieses Large Language Models (LLM) wird über spezielle Verfahren auch ein sogenanntes Reasoning-Modell erstellt, um die Qualität des Gesamtsystems zu erhöhen und den Ressourcenverbrauch zu optimieren. Daneben sollen über KI-Agententechnologien erste Anwendungsfälle umgesetzt werden.

Reasoning-Modelle gelten für die deutsche Industrie als bedeutsam, weil sie komplexe technische, regulatorische und organisatorische Zusammenhänge analysieren, logisch miteinander verknüpfen und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen treffen können. Sie erweitern klassische LLMs um die Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen und mehrstufige Probleme zu lösen. So entsteht ein neuer Grad an Automatisierung und Qualität in Entwicklung, Produktion und Wissensmanagement – weit über das hinaus, was herkömmliche Sprachmodelle leisten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen aus sechs Forschungseinrichtungen sowie zwei Startups:

  • Fraunhofer IAIS (Joachim Köhler)
  • Fraunhofer IIS (Jan Plogsties)
  • DFKI (Antonio Krüger)
  • Uni Würzburg (Prof. Andreas Hotho)
  • Uni Hannover (Prof. Wolfgang Nejdl)
  • TU Darmstadt (Prof Kristian Kersting)
  • Beuth-Hochschule Berlin (Prof. Alexander Löser)
  • Ellamind GmbH (Björn Plüster)
  • Merantix Momentum (Thomas Wollmann)
  • KI-Bundesverband (Jörg Bienert) als Konsortialführer

„Soofi bietet uns die Gelegenheit, unsere Forschung im Bereich LLMs weiterzuführen, Kooperationen innerhalb Deutschlands und Europas zu intensivieren und hochmotivierte Talente in Deutschland zu halten“, sagt Dr. Nicolas Flores-Herr, Teamleiter Foundation Models & GenAI Systems am Fraunhofer IAIS.

Jörg Bienert vom KI-Bundesverband ergänzt: „Soofi ist ein neben Initiativen wie der Gigafactory und dem EU AI Action Plan ein wichtiger Schritt in die Entwicklung von unabhängigen KI-Modellen als Baustein für ein offenes, unabhängiges und leistungsfähiges Ökosystem in Deutschland und Europa.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bis Ende Juli 2026 mit einer Summe von 20Mio.€ im Rahmen von 8ra gefördert. 8ra ist eine Initiative, die von zwölf EU-Mitgliedstaaten und teilnehmenden Unternehmen des IPCEI-CIS etabliert wurde, und bildet die Grundlage für die nahtlose Nutzung von Cloud- und Edge-Diensten durch europäische Anbieter.

Laut Pressemitteilung findet das Projekt in der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom seine Heimat. Hier stellt die Telekom Tochter T-Systems die komplette souveräne KI-Recheninfrastruktur bereit, auf der das Modell trainiert wird. Die Ergebnisse stehen allen EU-Mitgliedstaaten sowie dem gesamten europäischen Unternehmensökosystem zur Verfügung.



  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten

  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte