
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover und des IPRI International Performance Research Institute führen für das Forschungsprojekt Resi-Globe in den kommenden Monaten Interviews mit Fach- und Führungskräften produzierender Unternehmen durch, die nach eigener Einschätzung gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Gesucht werden Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen. Voraussetzung ist, dass es sich um produzierende KMU handelt, also um produzierende Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden und weniger als 50Mio.€ Jahresumsatz.
Ein Begriff mit unterschiedlicher Bedeutung
Die Interviews dienen den Wissenschaftlern als Ausgangspunkt für die Erforschung unternehmerischer Resilienz. Aus den individuellen Erfahrungen der befragten Fach- und Führungskräfte wollen sie allgemeingültige Resilienz-Faktoren ableiten – also Eigenschaften, die Unternehmen helfen, Krisen gut zu bewältigen.
Diese Resilienz-Faktoren validieren die Forschenden anschließend quantitativ – mit einer groß angelegten Umfrage unter produzierenden KMU verschiedenster Größen und Branchen.
Die Forschenden gehen davon aus, dass nicht alle Faktoren für alle produzierenden Unternehmen gleich wichtig sind. So könnte der Begriff Resilienz für eine kleine Käserei etwas anderes bedeuten als für einen mittelständischen Automobilzulieferer – und für ein Unternehmen, das Arzneimittel herstellt, gelten möglicherweise andere Spielregeln als für ein Unternehmen, das Öko-Kleidung produziert. Zudem erfordern unterschiedliche Krisen auch unterschiedliche Bewältigungsstrategien.
„Es gibt nicht die eine Resilienz für alle“, sagt Antonia Schwich, die das Forschungsprojekt am IPH leitet. „Aber es gibt verschiedene Faktoren, die Unternehmen auf unterschiedliche Krisen vorbereiten – und diese Faktoren gilt es herauszufinden.“
Resilienz-Check für Unternehmen
Das Forschungsprojekt läuft bis 2027 und soll sowohl theoretische als auch praktisch anwendbare Ergebnisse liefern. Zunächst erarbeiten die Forschenden einen Resilienzfaktoren-Katalog: In diesem wissenschaftlichen Werk wird in Zahlen ausgedrückt, wie stark sich welcher Resilienzfaktor auf welche Unternehmensgröße und welche Branche auswirkt. „Dieser Katalog ist das wissenschaftliche Ziel unseres Forschungsprojekts“, so Schwich. Darüber hinaus entwickeln die Forschenden einen anwenderfreundlichen Fragebogen, der Unternehmen bei der Bewertung ihrer aktuellen Resilienz unterstützt.
Diesen Resilienz-Check wollen die Beteiligten gegen Ende des Forschungsprojekts frei zugänglich veröffentlichen. Die Selbsteinschätzung soll Unternehmen einen individuellen Fahrplan bieten , um ihre Resilienz zu verbessern, inklusive konkreter Handlungsempfehlungen und Best-Practice-Beispiele.
90-minütige Interviews
Fach- und Führungskräfte, die ihre Erfahrungen aus der Corona-Pandemie mit den Forschenden teilen wollen, melden sich bei Antonia Schwich unter der Telefonnummer +49 511 27976 451 oder per E-Mail an schwich@iph-hannover.de. Die Interviews werden telefonisch oder per Videokonferenz durchgeführt und nehmen einmalig etwa 90 Minuten in Anspruch.
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