Doppelter Halbleiterbedarf in Europa bis 2040

Component Installation and Quality Control of Circuit Board. Fully Automated PCB Assembly Line Equipped with High Precision Robot Arms at Electronics Factory. Electronic Devices Manufacturing Industry
Component Installation and Quality Control of Circuit Board. Fully Automated PCB Assembly Line Equipped with High Precision Robot Arms at Electronics Factory. Electronic Devices Manufacturing IndustryBild: ZVEI e.V.

Der Halbleiterbedarf in Europa könnte sich bis 2040 verdoppeln. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) kürzlich auf seinem eSummit vorstellte. Die Untersuchung mit dem Titel ‚Europe’s Semiconductor Business Case‘ wurde von Strategy& im Auftrag eines deutsch-niederländischen Konsortiums erstellt.

Die Nachfrage nach Halbleitern steige demnach in allen wichtigen Technologiebereichen. Besonders stark wächst der Bedarf der in Europa produzierenden Industrie – hier wird ein Anstieg um den Faktor 2,4 erwartet. Treiber sind Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie, Energietechnik und Robotik. Zudem entstehen neue Wachstumsfelder wie industrielle KI, autonome Systeme und intelligente Industrieanwendungen.

„Bestehende Stärken rund um europäische Kernkompetenzen wie Sensorik, Leistungselektronik und Mikrocontroller müssen jetzt gezielt skaliert werden“, sagte Tanjeff Schadt, Partner bei Strategy& und Autor der Studie. Gleichzeitig bestehe Handlungsbedarf bei stark wachsenden Bereichen wie KI-Chips, Logik und Speicherbausteinen für Rechenzentren.

Strategische Empfehlungen der Studie

Die Untersuchung empfiehlt einen schrittweisen Ausbau der europäischen Halbleiterkompetenzen. Zunächst sollten Chipdesign und Advanced Packaging gestärkt werden, also Bereiche mit hoher Wertschöpfung und vergleichsweise geringem Kapitalbedarf. Langfristig sollten dann nachfragegetrieben Fertigungskapazitäten für kleinere Strukturgrößen aufgebaut werden.

Besondere Bedeutung misst die Studie vertrauenswürdigen Lieferketten bei. In strategischen Bereichen wie Verteidigung und kritischer Infrastruktur sollte verstärkt auf europäisch verankerte Mikroelektronik gesetzt werden. „Dabei muss es um das gesamte Mikroelektronikökosystem gehen“, betonte ZVEI-Vorsitzender Wolfgang Weber. „Insbesondere auch vor- und nachgelagerte Segmente wie Leiterplatten und Elektronikfertigung sind wichtig.“

Standortnachteile und -vorteile

Die Studie zeigt auch die Herausforderungen für den europäischen Standort auf. Die Front-End-Produktion ist hier im Schnitt 15 bis 30 Prozent teurer als an asiatischen Standorten. Durch niedrigere Stromkosten, mehr Automatisierung sowie steuerliche Anreize und Förderung ließen sich diese Nachteile jedoch um fünf bis zehn Prozentpunkte reduzieren.

Ein weiteres Problem sind lange Genehmigungsverfahren. Die Time-to-Production liegt in Europa bei rund 34 Monaten, in Taiwan dagegen nur bei 19 Monaten. Auch Förderentscheidungen dauern mit 12 bis 24 Monaten zu lange. „Ein Bescheid sollte in sechs bis neun Monaten vorliegen“, forderte Weber. Als Standortvorteile nannte die Studie die gute Infrastruktur, politische Stabilität und einen starken Schutz geistigen Eigentums. Diese Faktoren machten Europa für Investitionen attraktiv.



  • Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

    Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

    Im Januar sind die Konjunkturerwartungen im ZEW-Indikator gestiegen. Trotz des Lockdowns haben sich die Aussichten demnach verbessert. Dabei seien vor allem die Exporterwartungen gestiegen, sagt ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    mehr lesen: Anstieg der Konjunkturerwartungen im Januar

  • Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Elektronikfertigung während der Pandemie Produktion unter erschwerten Bedingungen Da man in der Produktion nicht so ohne weiteres auf Homeoffice setzen kann, müssen sich Fertiger Konzepte einfallen lassen, wie sie unter…

    mehr lesen: Produktion unter erschwerten Bedingungen

  • Facton wird Teil der FOG

    Facton wird Teil der FOG

    Die FOG Software Group will mit der Übernahme von Facton ihr Portfolio an Softwarelösungen für die intelligente Fertigung ausbauen.

    mehr lesen: Facton wird Teil der FOG

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Eplan startet Partnernetzwerk

    Eplan startet Partnernetzwerk

    Eplan startet mit der Gründung eines neuen Partnernetzwerks in das neue Jahr. Durch den Austausch der Partner soll unter anderem die Integration unterschiedlicher Systeme vereinfacht werden.

    mehr lesen: Eplan startet Partnernetzwerk

  • Neuer Robotikverband gegründet

    Neuer Robotikverband gegründet

    Um den Robotereinsatz bei kleineren und mittleren Unternehmen zu fördern, wurde Ende des vergangenen Jahres der Deutsche Robotik Verband gegründet.

    mehr lesen: Neuer Robotikverband gegründet

  • Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

    Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

    Auf 2021 blicken die Entscheider in der Branche mit einer Mischung aus Zurückhaltung und leichtem Optimismus. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer von PwC hervor.

    mehr lesen: Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

  • Die Produktion aufteilen

    Die Produktion aufteilen

    Die SmartFaxtory KL arbeitet an der Realisierung an einem Shared Production-Ansatz und bildet so die Grundlage für das europäische Infrastrukturprojekt GAIA-X.

    mehr lesen: Die Produktion aufteilen

  • SAS übernimmt Boemska

    SAS übernimmt Boemska

    SAS übernimmt den britischen Low-Code/No-Code-Spezialisten Boemska. Das Unternehmen ist bereits Technologiepartner von SAS.

    mehr lesen: SAS übernimmt Boemska

  • Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Fortinet kündigt mit der FortiGate Rugged 60F und der FortiGate Rugged 60F mit integrierter LTE-Next-Generation-Firewall zertifizierte sichere SD-WAN-Appliances für den Einsatz in OT-Umgebungen an.

    mehr lesen: Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

  • Inform erweitert Geschäftsführung

    Inform erweitert Geschäftsführung

    Zum Führungsteam beim Softwarehersteller Inform kommen im Januar vier neue Mitglieder hinzu. In diesem Zuge möchte das Unternehmen seinen Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Innovation und Internationalisierung legen.

    mehr lesen: Inform erweitert Geschäftsführung

  • Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Jahr. In diesem Jahr berichten darin die meisten Branchen von einschneidenden…

    mehr lesen: Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung