Deutsche Firmen investieren Milliarden in China

0:000:00

Asian expert technician engineer male focus detail working precision manual cut lathe milling metal production in heavy industry
Bild: ©Quality Stock Arts/stock.adobe.com

Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) investieren deutsche Unternehmen weiter in China – finanzieren den Ausbau aber immer mehr aus eigenen Gewinnen vor Ort. Zugleich verkaufen andere Firmen Beteiligungen und ziehen Kapital ab.

Der Analyse zufolge, die auf Angaben der Deutschen Bundesbank basiert, haben deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 rund 5,6Mrd.€ zusätzlich in China investiert. Der Betrag lag damit rund ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum. Im längerfristigen Vergleich bewegt er sich jedoch im üblichen Rahmen: Der Durchschnitt der Halbjahreswerte von 2020 bis 2025 lag ebenfalls bei 5,6Mrd.€.

Deutsche Beteiligungen gehen zurück

Auch zeigt die Analyse, dass manche Firmen ihr China-Geschäft zurückfahren. Als Gründe gibt das IW ein schwieriger gewordenes Umfeld und enormen Konkurrenzdruck an. Wie die Wirtschaftsforscher mitteilen, übersteigt der Wert der aufgelösten Beteiligungen den der neuen seit 2017: Zwischen 2017 und 2024 investierten deutsche Firmen jährlich 2Mrd.€ in neue Beteiligungen und lösten zugleich bestehende im Wert von 3,6Mrd.€ auf. Unterm Strich flossen so 1,6Mrd.€ pro Jahr ab, 2025 ebenso viel. Ein ähnliches Bild zeigen die Direktinvestitionskredite: Seit 2023 holen sich die deutschen Mutterkonzerne Geld von ihren chinesischen Töchtern, 2025 waren es 2,7Mrd.€.

Ein Großteil der Unternehmen setzt aber weiterhin auf den chinesischen Markt. Das IW beruft sich hier auf die Außenhandelskammer Greater China laut der mehr als 85% der deutschen Tochterfirmen ihr Engagement in China mindestens halten wollen. Mehr als die Hälfte will sogar mehr investieren. Die dafür nötigen Mittel kommen zunehmend aus dem China-Geschäft selbst. 2025 beliefen sich die reinvestierten Gewinne auf 7,8Mrd.€. Zum Vergleich: Zwischen 2017 und 2024 lag der Wert noch bei 5,4Mrd.€.

Kaum eine andere Wahl

Dem IW zufolge bleibt deutschen Unternehmen kaum eine Wahl, als weiter in China zu investieren. Das Land ist ein wichtiger Absatzmarkt und einige Firmen nutzen es als „Fitnesscenter“. Die Wirtschaftsforscher beschreiben das Kalkül dahinter wie folgt: Wer sich gegen die harte Konkurrenz vor Ort durchsetzt, schafft das auch eher auf dem Weltmarkt. Jedoch wird darauf verwiesen, dass die Produktion in China künstlich vergünstigt ist und der Staat Unternehmen subventioniert. Die unterbewertete Währung verbilligt chinesische Waren zusätzlich. Daraus folgt, dass Unternehmen die im scharfen globalen Preiswettbewerb gegen chinesische Firmen bestehen wollen, selbst stärker dort produzieren müssen und die Wettbewerbsverzerrungen auch für sich nutzen. Für Deutschland heißt das: Produktion und Arbeitsplätze wandern nach China ab. Nach Ansicht der IW-Analysten sollte die EU diesem Vorgehen einen Riegel vorschieben und Ausgleichszölle auf chinesische Importe erheben.



  • Maschinen- und Anlagenbau mit deutlichen Ordereinbußen

    Maschinen- und Anlagenbau mit deutlichen Ordereinbußen

    Im Mai lagen die Bestellungen im Maschinenbau um real 27 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Ein großer Teil des Rückgangs führt der VDMA auf einen Basiseffekt zurück, sieht aber im Ergebnis…

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbau mit deutlichen Ordereinbußen

  • Wie KI die Datensicherheit verbessert

    Wie KI die Datensicherheit verbessert

    Künstliche Intelligenz kann große Datenmengen schnell und präzise analysieren, um Muster und Anomalien zu erkennen. Das ist auch im Security-Bereich hilfreich. Forcepoint, ein Spezialist für IT-Sicherheit, nennt einige Beispiele, wie…

    mehr lesen: Wie KI die Datensicherheit verbessert

  • Mit KI Produktions- und Lieferketten optimieren

    Mit KI Produktions- und Lieferketten optimieren

    Im Forschungsprojekt VaStNet (Value Stream Optimization Networks) untersuchen SimPlan, Sieben Consulting-Training-System und die Hochschule RheinMain (HSRM), wie Planerinnen und Planer zukünftig KI-gestützt korrekte Wertströme mittels neuronaler Netze einfacher modellieren und…

    mehr lesen: Mit KI Produktions- und Lieferketten optimieren

  • Remira ernennt Ralph Hartwig zum Finanzchef

    Remira ernennt Ralph Hartwig zum Finanzchef

    Ralph Hartwig ist neuer CFO beim Softwareanbieter Remira. Das Führungsspitze des Unternehmens ist somit wieder komplett.

    mehr lesen: Remira ernennt Ralph Hartwig zum Finanzchef

  • Was macht eigentlich ein Softwaretester?

    Was macht eigentlich ein Softwaretester?

    Wenn ein Computer-Programm einen Fehlercode anzeigt oder gar nichts mehr geht, ist der Ärger groß. Um solche Probleme im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden, gibt Tester. Im Interview erklärt…

    mehr lesen: Was macht eigentlich ein Softwaretester?

  • Edag eröffnet Simulationszentrum

    Edag eröffnet Simulationszentrum

    Im Zero Prototype Lab der Edag Group in Wolfsburg können Kunden ihre Entwicklungen anhand von Simulatoren testen.

    mehr lesen: Edag eröffnet Simulationszentrum

  • Florian Jurecka leitet Vertrieb und Marketing bei Aucotec

    Florian Jurecka leitet Vertrieb und Marketing bei Aucotec

    Aucotec verstärkt die Führungsebene und bündelt damit seine Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Diese verantwortet künftig Florian Jurecka.

    mehr lesen: Florian Jurecka leitet Vertrieb und Marketing bei Aucotec

  • Ein Upgrade für den Teilchenbeschleuniger

    Ein Upgrade für den Teilchenbeschleuniger

    Dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt steht ein Upgrade bevor. Denn zukünftig sollen weit größere Datenmengen als bisher ausgetauscht werden – und das auch schneller. Nokia ist Teil eines Forschungsprojekts, das…

    mehr lesen: Ein Upgrade für den Teilchenbeschleuniger

  • Unternehmen erwarten Kostenvorteile durch Energieflexibilisierung

    Unternehmen erwarten Kostenvorteile durch Energieflexibilisierung

    Erstmals seit der Energiekrise verzeichnet der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie mit allen drei Teilindizes (die Bedeutung, Produktivität und Investitionen betreffend) einen leichten Rückgang. Mögliche Gründe erkennt EEP-Institutsleiter Professor Alexander Sauer…

    mehr lesen: Unternehmen erwarten Kostenvorteile durch Energieflexibilisierung

  • 3D-gedruckte Stecker halten Lötofen stand

    3D-gedruckte Stecker halten Lötofen stand

    Mit einer von Boston Micro Fabrication (BMF) entwickelten Drucktechnologie lassen sich Mikrobauteile für die Elektronik in Serie fertigen. Beim Hersteller Z-Axis Connector halten 3D-gedruckte Bauteile sogar den hohen Temperaturen im…

    mehr lesen: 3D-gedruckte Stecker halten Lötofen stand

  • Sonja Pierer übernimmt bei Intel Deutschland

    Sonja Pierer übernimmt bei Intel Deutschland

    Sonja Pierer ist neue Geschäftsführerin von Intel in Deutschland. Die 46-Jährige folgt in dieser Position auf Christin Eisenschmid.

    mehr lesen: Sonja Pierer übernimmt bei Intel Deutschland

  • Marktanteile industrieller Netzwerk-Standards 2024

    Marktanteile industrieller Netzwerk-Standards 2024

    Die Firma HMS Networks hat ihre diesjährige Marktanalyse zu industriellen Kommunikationsstandards veröffentlicht.

    mehr lesen: Marktanteile industrieller Netzwerk-Standards 2024