Bericht von HMS Networks zeigt wachsende Dominanz von Industrial Ethernet

HMS Networks Pressemitteilung Jaehrlicher Bericht
Bild: HMS Industrial Networks GmbH

HMS Networks hat seine jährliche Analyse des industriellen Netzwerktechnologie-Marktes veröffentlicht. Nach einem außergewöhnlich starken Wachstum im Jahr 2023 verzeichnete der Markt 2024 demnach eine Abschwächung, mit einem Rückgang von ca. 10 bis 11% bei neu installierten Knotenpunkten.

Diesen Rückgang führt HMS hauptsächlich auf ein schwierigeres wirtschaftliches Umfeld, anhaltende Unsicherheiten und Überkapazitäten in stark automatisierten Sektoren wie der Automobilindustrie und der Fertigung, insbesondere in Europa, zurück.

Die Analyse zeigt, dass Industrial Ethernet seine Position weiter ausbaut, während herkömmliche Feldbus-Technologien zunehmend schneller an Bedeutung verlieren. In den vergangenen zwei Jahren führten Engpässe bei elektronischen Komponenten zu einer anhaltenden Nachfrage nach seriellen Feldbuslösungen, da Unternehmen auf jede verfügbare Technologie zurückgriffen. Da Komponenten mittlerweile besser verfügbar sind und der wirtschaftliche Druck steigt, verlagert sich der Fokus nun auf kosteneffizientere und skalierbare Ethernet-basierte Kommunikation.

In der Studie 2025 kommt HMS zu dem Schluss, dass der Markt für industrielle Netzwerke weiterhin wächst. Das gesamte Marktwachstum in den nächsten fünf Jahren wird auf 7,7% geschätzt. Auch wenn 2025 voraussichtlich unter diesem Durchschnitt liegen wird, wird in den Folgejahren ein erneuter Anstieg erwartet.

Ethernet-basierte industrielle Netzwerke machen in der aktuellen Analyse 76% der neu installierten Knoten aus – ein Anstieg gegenüber 71% im Jahr 2024.

Die führenden Ethernet-Technologien:

Profinet baut seine Führungsposition auf 27% aus (zuvor 23%)

EtherNet/IP folgt mit 23% (zuvor 21%)

EtherCAT setzt seinen Aufwärtstrend mit 17% fort (zuvor 16%)

Modbus TCP bleibt bei 4%

Powerlink, CC-Link IE und weitere Ethernet-Protokolle bleiben weitgehend stabil mit geringfügigen Veränderungen

Feldbus-Technologien machen nun noch 17% der Neuinstallationen aus, was einem Rückgang von 22% gegenüber 2024 entspricht.

Innerhalb der Feldbusse:

Profibus fällt jedoch auf 5% (Vorjahr: 7%)

DeviceNet, CC-Link und Modbus RTU verlieren jeweils einen Prozentpunkt

CAN/CANopen bleibt bei 2%

Andere Feldbus-Protokolle machen gemeinsam 4% aus

Wireless bleibt bei 7%

Per Funk werden 7% der neu installierten Knoten verbunden – der Wert bleibt damit unverändert im Vergleich zu 2024. Wireless-Technologien spielen nach Ansicht von HMS weiterhin eine wichtige ergänzende Rolle für nicht zeitkritische Kommunikation, insbesondere bei Anwendungen mit Mobilitätsanforderungen, flexiblen Netzwerken oder schwer zugänglichen Bereichen – z.B. bei fahrerlosen Transportsystemen (AGVs), mobilen Industrieanlagen oder beim Nachrüsten älterer Systeme.

Die Einführung von 5G-Funktechnologie in der industriellen Automatisierung verläuft laut Studie weiterhin schleppend. Als Gründe dafür führen die Autoren komplexe Infrastruktur, hohe Implementierungskosten sowie die Herausforderung, bezahlbare Echtzeitfähigkeiten bei Mobilfunkchips zu erreichen, an. Dennoch wird der Technologie großes Potenzial für die Zukunft der industriellen Kommunikation bescheinigt.

Regionale Einblicke

Europa: Starke Verbreitung von Profinet und EtherCat sowie wachsendes Interesse an neuen Infrastrukturlösungen wie APL (Advanced Physical Layer) für Ethernet-Kommunikation in der Prozessautomatisierung und SPE (Single Pair Ethernet) für Kommunikation bis zu den Sensoren.

Nordamerika: EtherNet/IP bleibt das führende Protokoll. Technologien wie IO-Link, APL und SPE, die sich gut für smarte Geräte eignen, gewinnen an Bedeutung. In den nächsten Jahren wird ein starker Marktzuwachs erwartet.

Asien: Profinet und EtherCat verzeichnen Wachstum im chinesischen Markt, während CC-Link IE – das erste industrielle Protokoll mit TSN (Time-Sensitive Networking) – eine starke regionale Präsenz behauptet.

„Die diesjährigen Daten bestätigen eindeutig den anhaltenden Übergang von traditionellen Feldbussen hin zu Industrial Ethernet“, kommentiert Magnus Jansson, VP Marketing bei HMS Networks, die Studienergebnisse. „Dieser Wandel ist getrieben vom Bedarf nach moderneren Netzwerklösungen in heutigen Automatisierungssystemen. Auch wenn Industrial Ethernet mittlerweile etabliert ist, beobachten wir weiterhin starkes Wachstum – angetrieben durch den Hunger nach mehr Information und die Digitalisierung der Industrie. Die Ethernet-Infrastruktur bereitet auch den Weg für weitere Innovationen wie Gigabit-Ethernet, TSN, Single Pair Ethernet und die Konvergenz von OT und IT.“

Für den nächsten Marktbericht sucht HMS Networks Interessierte, die sich an einer kurzen Umfrage beteiligen. Teilnehmende erhalten frühzeitigen Zugang zu den vollständigen Ergebnissen.

Hier geht es zur Umfrage.



  • Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ging im Juli auf 5,6 Millionen zurück, gegenüber 6,7 Millionen im Juni. Doch während immer mehr Händler und Dienstleister aufatmen können, sinken die Zahlen…

    mehr lesen: Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

  • Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Rund 37 Prozent der produzierenden Unternehmen wollen Homeoffice auch nach der Corona-Krise nutzen. Vor Ausbruch der Pandemie waren es nur etwa 25 Prozent der Fertigungsbetriebe, wie eine repräsentative Umfrage des…

    mehr lesen: Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

  • Erwartungen für August steigen deutlich

    Erwartungen für August steigen deutlich

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im August 2020 gegenüber dem Vormonat wieder deutlich an, nachdem sie im Juli leicht zurückgegangen waren. Die Konjunkturerwartungen liegen aktuell bei 71,5 Punkten, also 12,2…

    mehr lesen: Erwartungen für August steigen deutlich

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

  • Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric hat den MES-Anbieter Proleit AG erworben. Mit diesem Schritt will der französische Konzern seine Kompetenzen bei der Software-gestützten Automatisierung erweitern.

    mehr lesen: Schneider Electric übernimmt Proleit

  • Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Im Juli ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex erneut gestiegen — der dritte Anstieg in Folge. Die Bitkom-Branche blickt zudem wieder in die Zukunft. Die Erwartungen an das nächste halbe Jahr liegen wider…

    mehr lesen: Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

  • Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Siemens stellt sein Topmanagement um: Roland Busch übernimmt ab Oktober die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021. Auf der Hauptversammlung nächsten Februar löst Busch Topmanager Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzenden ab. Digital…

    mehr lesen: Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

  • Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.

    mehr lesen: Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

  • Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.

    mehr lesen: Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

  • Schwachstellen priorisieren und beheben

    Schwachstellen priorisieren und beheben

    Mit der Vulnerability Mitigation App (VMA) stellt Tufin eine Applikation zur Verfügung, die es Unternehmen ermöglicht, Bedrohungen zu priorisieren und auf diese Weise eine effektive Fehlerbehebung und automatisierte Risikominderung zu…

    mehr lesen: Schwachstellen priorisieren und beheben

  • Emotet ist zurück

    Emotet ist zurück

    Bereits im Februar 2020 berichteten wir von einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet auf das Berliner Kammergericht. Mehr als 160 Tage nach der letzten bekannten Verbreitung der Schadsoftware konnten Sicherheitsforscher…

    mehr lesen: Emotet ist zurück