Beim Ausfall greift der Notfallplan

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Symbolbild KI Notausgang Bildquelle Neurawork AI Leonardo.ai KI generiert
Bild: Neurawork AI Leonardo.ai (KI-generiert)

Am 3. September 2026 kam es nahezu zeitgleich zu Störungen bei den KI-Diensten ChatGPT, Claude und Grok. Nutzer konnten zeitweise nicht oder nur eingeschränkt auf die Systeme zugreifen. Eine gemeinsame Ursache für die Ausfälle wurde nicht bestätigt. Die KI-Beratung Neurawork sieht in dem Vorfall ein Beispiel dafür, wie schnell die Abhängigkeit von einzelnen KI-Anbietern zum Geschäftsrisiko werden kann. Das Unternehmen empfiehlt deshalb, für geschäftskritische KI-Prozesse einen sogenannten Notausgang vorzubereiten – also die Fähigkeit, einen wichtigen KI-Prozess innerhalb weniger Tage auch ohne den bisherigen Anbieter fortzuführen. Dafür schlägt der Anbieter sechs Schritte vor.

Kritische KI-Prozesse identifizieren

Nach Empfehlung von Neurawork sollten Unternehmen zunächst prüfen, bei welchen Abläufen ein KI-Ausfall den Betrieb ernsthaft beeinträchtigen würde. Als Beispiele nennt das Unternehmen den Einsatz von KI in Produktion, Einkauf, Logistik, Kundenservice, Vertrieb oder Buchhaltung. Die entscheidende Frage laute dabei, was passiere, wenn die jeweilige KI von einem Tag auf den anderen nicht mehr verfügbar sei.

Daten im eigenen Haus behalten

Prompts, Wissensdatenbanken, Dokumente oder Gesprächsverläufe sollten laut Neurawork nicht ausschließlich beim KI-Anbieter gespeichert werden. Wichtige Informationen sollten stattdessen in Systemen liegen, auf die das Unternehmen selbst jederzeit zugreifen kann, etwa in einem eigenen SharePoint, einer eigenen Datenbank oder einem eigenen Cloud-Bereich.

Prozesswissen dokumentieren

Für jeden wichtigen KI-Prozess sollte festgehalten werden, welche Informationen hineingehen, welches Ergebnis erwartet wird, welche Regeln gelten und wer das Ergebnis kontrolliert. Andernfalls stecke entscheidendes Wissen möglicherweise nur beim Anbieter oder im Prompt eines einzelnen Mitarbeiters.

Alternative KI-Systeme kennen

Unternehmen sollten zudem wissen, welche andere KI im Notfall einspringen könnte. Als Beispiel nennt der Anbieter den Fall, dass ein Unternehmen für die Angebotserstellung OpenAI nutzt und vorab prüfen sollte, ob dieselbe Aufgabe auch mit Anthropic, Mistral oder einem anderen System funktioniert. Ziel sei es, im Ernstfall nicht erst mit der Suche zu beginnen, sondern eine bereits getestete Alternative zur Verfügung zu haben.

Manuellen Plan B festlegen

Nicht jeder Prozess brauche laut Neurawork sofort eine alternative KI, wichtig sei aber, dass die Arbeit im Ernstfall auch ohne KI weitergehen könne. Fällt beispielsweise eine KI für die Angebotserstellung oder die Bearbeitung von Kundenanfragen aus, müsse klar sein, welche Mitarbeiter die Aufgabe manuell übernehmen und wie sie dabei vorgehen.

Ernstfall im Test durchspielen

Neurawork empfiehlt Unternehmen, regelmäßig durchzuspielen, ob die Arbeit auch ohne die wichtigste KI weiterlaufen könnte. Dabei zeige sich, ob Daten zugänglich sind, Prozesswissen dokumentiert ist, ein anderes Modell eingesetzt werden kann und Mitarbeiter den Prozess notfalls manuell übernehmen können.

Beispiel aus der Praxis

Der Anbieter nennt als Beispiel einen mittelständischen Zulieferer mit 200 Mitarbeitern, der KI für die Angebotserstellung nutzt: Angebotsvorlagen und Preislogik liegen dort im eigenen ERP-System, der Prompt ist im Unternehmens-Wiki dokumentiert, das eingesetzte KI-Modell lässt sich austauschen, und die Vertriebsmitarbeiter können Angebote im Notfall weiterhin selbst erstellen. Die Firma fasst die eigene Empfehlung abschließend in einer Formel zusammen: Risiken erkennen, Daten selbst kontrollieren, Prozesswissen dokumentieren, KI austauschbar halten, einen manuellen Plan B festlegen und den Ernstfall testen.



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