‚123456‘ ist das beliebteste Passwort

Password
Bild: ©jamdesign/stock.adobe.com

Das beliebteste Passwort in Deutschland ist die Ziffernfolge ‚123456‘, auf Platz 2 folgt das englische ‚password‘. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Bonner Startups Identeco. Das Unternehmen hat dazu Zugangsdaten analysiert, die im Jahr 2024 neu in illegalen Online-Börsen aufgetaucht sind. Kriminelle erwerben diese Informationen, um damit Accounts von Userinnen oder Usern zu übernehmen.

„Wir verfügen über eine riesige Datenbank von kriminell erbeuteten Zugangsdaten“, erklärt Identeco-Mitarbeiter Dr. Frank Zickenheiner. „Diese ergänzen wir ständig um neue gestohlene Informationen.“ Mehr als 50 Milliarden Datensätze hat das Startup nach eigenen Angaben inzwischen gesammelt. Davon stammen mehr als 4 Milliarden aus diesem Jahr. „Alle diese Daten werden aktuell im Internet gehandelt“, sagt Zickenheiner. „Wir gehen also davon aus, dass es sich zumindest zu einem großen Teil um Email-Passwort-Kombinationen handelt, die tatsächlich noch genutzt werden.“

Identeco hat nun knapp 30 Millionen dieser 2024 aufgetauchten Datensätze ausgewertet. „Wir haben uns dabei auf drei verschiedene Arten von Einträgen konzentriert“, sagt Zickenheiner. „Solche, von denen wir glauben, dass sie im privaten Kontext genutzt werden. Solche, die man Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von DAX-Unternehmen zuordnen kann. Und solche, die zu Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes gehören.“

Als Indikator galt dabei die E-Mail-Adresse, der das jeweilige Passwort in den gestohlenen Daten zugeordnet war. So deuten Adressen, die auf gmx.de, web.de oder posteo.de enden, auf eine Nutzung für private Zwecke hin, anders als etwa uni-bonn.de-Adressen. „Unabhängig vom Kontext landeten Ziffernfolgen wie 123456 stets unter den beliebtesten Passwörtern“, sagt Zickenheiner. „Beschäftigte von Unternehmen oder Behörden nutzten zudem oft den Namen ihres Arbeitgebers als Passwort, meist ergänzt um einige zusätzliche Zeichen.“ Laut Auswertung wurden auch häufig Hinweise auf persönliche Vorlieben wie Filmnamen (starwars) oder Fußballvereine (schalke04) gefunden.

Vier Regeln für mehr Sicherheit

Identeco empfiehlt Benutzerinnen und Benutzern mit den genannten bzw. ähnlichen Passwörtern, diese so schnell wie möglich zu ändern. Zudem rät der Security-Spezialist, die vier folgenden Regeln zu beherzigen:

Jedes Passwort möglichst nur für einen bestimmten Dienst verwenden – also ein Passwort für Banking, ein anderes für das Mail-Postfach und ein drittes für das Amazon-Konto.

Ein Passwortmanager ermöglicht, die genutzten Passwörter verschlüsselt zu speichern und kann komplexe Passwörter automatisiert vorschlagen. Nutzer müssen sich lediglich das Masterpasswort des Managers merken, um die gespeicherten Passwörter einzusehen.

Passwörter sollten möglichst lang und komplex sein. Sie sollten Sonderzeichen, Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen beinhalten.

Wo möglich, sollten Nutzer eine sogenannte Multi-Faktor-Authentifizierung nutzen. Es gibt etwa Apps, mit denen sich auf dem Smartphone eine temporäre PIN generieren lässt, die beim Einloggen in ein Online-Konto zusätzlich zum Passwort angegeben werden muss.

Identeco ist als Ausgründung aus einem Forschungsprojekt der Universität Bonn zur Cybersicherheit hervorgegangen. Dabei wurde es vom Transfer Center enaCom der Universität begleitet und unterstützt. EnaCom bietet Gründungsservices für Startups aus der Forschung an – insbesondere aus dem KI- oder DeepTech-Bereich.



  • Siemens simuliert Akustik des Großen Festspielhauses in Salzburg

    Siemens simuliert Akustik des Großen Festspielhauses in Salzburg

    Neben der Industrie kann auch die Kultur- und Kreativbranche vom digitalen Zwilling profitieren. Wie? Das zeigt Siemens am Beispiel des Großen Festspielhauses in Salzburg.

    mehr lesen: Siemens simuliert Akustik des Großen Festspielhauses in Salzburg

  • Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

    Das Gesenkschmieden ist ein traditionsreiches Fertigungsverfahren zur Herstellung von Metallteilen mit komplexen Formen. Sollen große Metallteile hergestellt werden, sind robuste und schwere Gesenke erforderlich. Deren Wechsel dauert oft mehrere Stunden…

    mehr lesen: Fraunhofer-Forscher machen altes Schmiedeverfahren fit für die Zukunft

  • Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

    Weidmüller hat bekannt gegeben, dass sich die Hamburger Joachim Herz Stiftung im Rahmen einer Kapitalerhöhung an dem Unternehmen beteiligt.

    mehr lesen: Joachim Herz Stiftung investiert in Weidmüller

  • Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

    Trotz zunehmender Cyberangriffe haben Fertigungsunternehmen laut einer Studie von EasyDMARC Defizite beim Schutz gegen Phishing- und Spoofing-Angriffe.

    mehr lesen: Wenige Fertiger haben strenge DMARC-Richtlinien

  • Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Deutsche Führungskräfte wollen dem Hype um künstliche Intelligenz (KI) folgen, so das Ergebnis einer Studie von IFS. Die Unternehmen sind jedoch noch nicht in der Lage, die Erwartungen an die…

    mehr lesen: Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

  • Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Die Unternehmen Trumpf und SiMa.ai entwickeln KI-Chips und Software zur Verbesserung von Schweiß-, Schneid- und Markierprozessen. Die Technologie soll für effizientere Laseranwendungen sorgen.

    mehr lesen: Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

  • Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen für Zerspanprozesse in CAM-Systemen zu planen erfordert Expertenwissen. Viele Parameter müssen bestimmt und geprüft werden, um die Bahnplanung Schritt für Schritt zu optimieren. Im Projekt CAMStylus arbeiten die Beteiligten…

    mehr lesen: Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

  • Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Die Agentur Strobl als Veranstalter des Automatisierungstreffs hat für die diesjährige Ausgabe im April ein positives Fazit gezogen.

    mehr lesen: Automatisierungstreff wieder erfolgreich

  • TXOne ernennt neuen CRO

    TXOne ernennt neuen CRO

    Stephen Driggers, zuletzt CRO bei Nozomi Networks, heuert bei TXOne Networks an und übernimmt dort ebenfalls die Position des Chief Revenue Officers.

    mehr lesen: TXOne ernennt neuen CRO

  • VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    Auf dem 25. VDI-Kongress Automation haben die mehr als 350 Teilnehmenden unter dem Motto ’AI beats Automation?‘ über Zukunftstrends diskutiert.

    mehr lesen: VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

  • Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Durch NIS2 und KRITIS-Dachgesetz erweitert sich die Zahl der regulierten Organisationen auf über 30.000. Der Eco Verband gibt Unternehmen daher Tipps an die Hand, wie sie die Cyber-Resilienz ihrer industrieller…

    mehr lesen: Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

  • GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    Im Projekt GenISys entwickeln Forschende der Bergischen Universität gemeinsam mit zwei Praxispartnern generative KI-Modelle, mit denen der Bau von Abfüllanlagen zukünftig intelligenter und ressourcenschonender vonstatten gehen soll.

    mehr lesen: GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen