Logistik mit Nachholbedarf bei neuen Technologien und Nachhaltigkeit

2024 02 HERE On the Move klein
Bild: HERE Technologies

In einer Studie des Geodaten-Spezialisten Here Technologies geben 66 Prozent der Befragten aus Deutschland an, dass ihr Unternehmen aktuell keine Nachhaltigkeitsstrategie für den Transport etabliert hat. Im Vereinigten Königreich (60 Prozent) und den USA (55 Prozent) ist die Situation ähnlich.

Für 10 Prozent der Befragten in Deutschland ist es demnach ein Hauptziel, Nachhaltigkeit zu verbessern. 28 Prozent der Befragten geben dagegen an, dass Nachhaltigkeit in ihrer Planung und dem End-to-End-Supply-Chain-Management die niedrigste Priorität hat. Im Fokus stehe stattdessen bessere Routenplanung oder höhere Kundenzufriedenheit, schreiben die Studienverantwortlichen. Dies sei eine überraschende Erkenntnis. Schließlich sei das Thema Nachhaltigkeit fest im öffentlichen Bewusstsein verankert und regulatorische Vorschriften sowie Verbrauchererwartungen setzten Unternehmen unter Druck, nachhaltig zu handeln. Der Transport als großer Emittent von Treibhausgasen gelte als wichtiger Ansatzpunkt.

59 Prozent der Befragten aus Deutschland nutzen laut Studie Geodaten vor allem für Echtzeit-Tracking und Routenoptimierung (44 Prozent). Dabei schätzt die Hälfte der Studienteilnehmer den Fortschritt ihres Unternehmens in diesem Bereich als durchschnittlich ein. 8 Prozent sehen ihr Unternehmen als Vorreiter.

Wenig Überblick über die letzte Meile

Wenn es um den Einsatz ortsbezogener Daten und Technologie geht, ist für die Befragten in Deutschland Transparenz das wichtigste Thema. Beim Blick auf die einzelnen Transportmodi zeigt die Studie, dass Unternehmen beim Lkw-Transport über die höchste Transparenz verfügen. Dies sagen 48 Prozent der Befragten. Bei Transporten auf der letzten Meile geben 22 Prozent an, eine sehr gute Transparenz zu haben.

Rückstand beim Einsatz von künstlicher Intelligenz

Bei neueren Technologien zeigen sich die Befragten Logistiker in Deutschland eher zurückhaltend: 41 Prozent sagen, dass sie Datenanalysen im Supply-Chain-Betrieb verwenden. Gleichzeitig geben 36 Prozent der Befragten an, keine künstliche Intelligenz im Einsatz zu haben. 9 Prozent nutzen laut Umfrage sowohl Datenanalysen wie auch künstliche Intelligenz für Echtzeit-Tracking und Predictive Maintentance in der Lieferkette.

Dies sei vor dem Hintergrund erstaunlich, so die Studienverantwortlichen, dass Deutschland im Logistics Performance Index 2023 der Weltbank den zweiten Platz belege. Bemerkenswert sei ebenfalls, dass Unternehmen in Zeiten von Fachkräftemangel und anfälligen Lieferketten nicht auf Digitalisierung als Lösung setzten und den Wert der eigenen Daten erkennen.

Was neuen Technologien im Weg steht

Die Gründe für die schleppende Adaption neuer Technologien in der Transportbranche sehen die Befragten unter anderem in einem ungünstigen Investitionsklima: In der Umfrage geben 31 Prozent an, Kosten seien die größte Hürde für den Einsatz neuer Technologien. Weitere 13 Prozent sagen, dass Wissen oder die internen Ressourcen für einen solchen Transformationsprozess fehlen würden. Auch befürchten einige der Befragten, dass der Einsatz neuer Technologien ihre bestehenden Prozesse stört.

Seiten: 1 2



  • VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

    VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

    VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung Die VDMA Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines (AG WCM) und 5G-ACIA haben eine Kooperationserklärung zum industriellen 5G verabschiedet.

    mehr lesen: VDMA WCM und 5G-ACIA unterzeichnen Kooperationserklärung

  • Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Knapp die Hälfte der im Rahmen einer von Hewlett Packard Enterprise in Auftrag gegebenen Studie befragten Firmen in Deutschland hat die eigene Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut.

    mehr lesen: Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

  • Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    84 Prozent der Unternehmen wurden von der Corona-Pandemie beeinträchtigt; 34 Prozent von ihnen nachhaltig. Dies hat eines Studie von Comarch ergeben, in der der Softwareanbieter die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie…

    mehr lesen: Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.

    mehr lesen: Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

  • ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut…

    mehr lesen: ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

  • Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen…

    mehr lesen: Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

  • Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

  • John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

    John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

    John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.

    mehr lesen: John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

  • Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

    Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

    Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe…

    mehr lesen: Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

  • Realistische Simulationen mit Security-Forschung

    Realistische Simulationen mit Security-Forschung

    Die neue Fraunhofer SIT Cyber Range verbindet komplexe Angriffssimulationen mit neuesten Erkenntnissen aus der angewandten Forschung, Expertenschulungen und der Vorstellung von innovativen Security-Werkzeugen: Mit realistischen Angriffssimulationen können Unternehmen die Leistungsstärke…

    mehr lesen: Realistische Simulationen mit Security-Forschung

  • VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen

    VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen

    Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert…

    mehr lesen: VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen