Eclipse Foundation und DIN kooperieren

Schubladenschrank mit der Aufschrift Normen
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Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Stiftungen, und das Deutsche Institut für Normung (DIN) haben eine Absichtserklärung bekannt gegeben. Demnach wollen sie gemeinsam eine Brücke zwischen der klassischen Normungsarbeit und der Open-Source-Entwicklung in Deutschland und der EU schlagen. Diese Vereinbarung ist eine der ersten Kooperationen zwischen industriellen Normungsgremien und Open-Source-Software-Stiftungen mit dem Ziel, die sichere Anwendung von Open-Source-Technologien in Wirtschaft und Industrie zu fördern.

„Open Source ist seit jeher in der Unternehmens-Software beheimatet. In den letzten Jahren wurde das Open-Source-Modell zunehmend in großem Stil in verschiedenen Branchen ausgerollt, darunter der Fertigung, der Automobilindustrie und der Robotik. Diese Branchen sind auf die Einhaltung strikter Normen angewiesen, um eine sichere Fertigung zu gewährleisten“, sagt Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation. „Als die führende Open-Source-Foundation in der EU, vor allem für diese Branchen, lag es für uns nahe, mit dem DIN zusammenzuarbeiten.“

Als nationale Organisation für Normung in Deutschland und Mitglied der ISO ist das DIN eine der weltweit führenden Instanzen für die Erarbeitung von Industrienormen. Derzeit gibt es mehr als 30.000 DIN-Normen, die nahezu alle Bereiche der Technik abdecken.

Die Absichtserklärung soll einen Rahmen schaffen, um die gemeinsamen Interessen bei der Normung von Open-Source-Software voranzutreiben. Als die wichtigsten Aspekte nennen die Partner:

– Wissensaustausch: Austausch relevanter Informationen über Normen, Open-Source-Entwicklung, Steuerung und Best Practices

– Forschung und Innovation: Zusammenarbeit an Projekten, Workshops und Publikationen mit Bezug auf Normung und Open-Source-Implementierung

– Öffentlichkeitsarbeit: Positionieren von Normen und Open-Source-Entwickung als Treiber der Innovation, Interoperabilität und Nachhaltigkeit

– Open-Source-Entwicklung: Leichterer Zugang zu den Dienstleistungen und der Infrastruktur des DIN für Eclipse-Projekte und gemeinsame Initiativen

– Beitrag zur Normung: Unterstützung und Anleitung bei Projekten mit Bezug auf Richtlinien, beispielsweise den Cyber Resilience Act

„Bei DIN beobachten wir eine deutliche Zunahme von Softwareanwendungen, die industrielle Prozesse gestalten und die Technologie in zahlreichen Branchen beeinflussen“, sagt Christoph Winterhalter, Geschäftsführer des DIN und Vice President Policy der ISO. „Die heutige Vereinbarung ist ein wichtiger Auftakt, um die Open-Source-Innovationsflut in der EU mit Standardisierungspraktiken in Einklang zu bringen – für eine breitere Akzeptanz in der Industrie. Normung und Open Source können viel voneinander lernen und durch Synergien in Zukunft für mehr Vertrauen und Interoperabilität sorgen.“