Additive Fertigung
3D-Drucker: Fremdgesteuert durch unsachgemäße Konfiguration
3D-Drucker, die mit dem Internet verbunden sind, können zum Einfallstor für Cyberangriffe werden. Das Sans Institut (SysAdmin, Networking and Security) hat herausgefunden, dass unter anderem eine unsachgemäße Konfiguration zu Problemen führen kann.
Laut einer Untersuchung der Computer-Suchmaschine Shodan sind über das Internet Tausende Octo-Print-Schnittstellen ohne Authentifizierung öffentlich zugänglich. Dabei handelt es sich um ein Webinterface für 3D-Drucker, mit dem alle Funktionen des jeweiligen Druckers gesteuert und überwacht werden können. Die Ursache für die Schwachstelle sind fehlerhafte Konfigurationen. Dadurch können Unternehmen ausspioniert, Schadsoftware eingespeist und sogar Brände durch gezielte Überhitzung verursacht werden. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung industrieller und privater 3D-Drucker und der Vielzahl der im Umlauf befindlichen Geräte sowie Interfaces, könnten nach Ansicht der der Cybersicherheitsexperten des Sans Institutes noch zahlreiche weitere Schwachstellen bestehen, die vergleichbare Missbrauchsszenarien ermöglichen.
Nicht die Standardeinstellungen nutzen
„Wir haben mehr als 3.000 3D-Drucker gefunden, die direkt mit dem Internet verbunden sind. Diese Drucker werden mit dem Open-Source-Softwarepaket Octo Print gesteuert, aber es gibt wahrscheinlich auch andere Tools, die ebenso betroffen sind. Octo Print sollte nicht in der Standardeinstellung genutzt werden. Die Dokumentation erklärt, wie man eine sichere Installation der Software einrichtet. Da viele Octo-Print-Instanzen nicht richtig konfiguriert sind und keine Authentifizierung erzwingen, muss ein Benutzer, der einen Drucker direkt mit dem Netzwerk verbinden möchte, normalerweise selbst einen Proxy für die Authentifizierung konfigurieren“, erklärt Xavier Mertens, Senior Handler für das SANS Internet Storm Center (ISC) und freier Berater für Cybersicherheit.
Dateien austauschen
Sobald ein Angreifer Zugriff auf einen der Drucker habe, könne er die Dateien herunterladen, die das zu druckende Teil beschreiben. Einige dieser Dateien (insbesondere die G-Code-Dateien) könnten proprietär sein und sensible Geschäftsgeheimnisse enthalten oder anderweitig urheberrechtlich geschützt sein, sagt Mertens. „Ein Krimineller wäre auch in der Lage, diese Dateien auszutauschen und sie durch Dateien zu ersetzen, die ähnliche Teile mit gewollten Schwachstellen beschreiben, um minderwertige oder unsichere Teile zu erstellen. Da 3D-Drucker mittlerweile vielfältig genutzt werden, um alles von Spielzeug über medizinische Teile bis hin zu Waffen zu drucken, könnte ein Teil bereits mit leicht veränderten Abmessungen schwerwiegende Auswirkungen auf die Sicherheit der Produkte haben und damit sogar Menschenleben gefährden“, so Mertens.
Best Practices implementieren
Einige Drucker würden laut Mertens zudem nicht über Sicherheitsschalter verfügen, mit dem eine Überhitzung verhindert werden könne. „Das bedeutet, dass ein böswilliger Akteur einen Brand auslösen könnte, indem er eine bösartige Datei hochlädt und eine Überhitzung provoziert“, sagt Mertens. Um sowohl die 3D-Drucker als auch die Dateien für die zu druckenden Teile zu schützen, rät der Experte daher dazu, die üblichen Best Practices zu implementieren: Das umfasst die Sicherstellung der Netzwerksegmentierung (also den Drucker nicht mit dem Benutzer-LAN zu verbinden), die vom Tool bereitgestellten Sicherheitskontrollen zu aktivieren und den Zugriff selbst zu kontrollieren.






































