‚Kirr Real‘ unterstützt beim rechtssicheren KI-Einsatz

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Bild: Fraunhofer IPA /Rainer Bez

Die Entwicklung von KI in Softwareprodukten und Robotik stellt Unternehmen vor neue regulatorische Herausforderungen. Die am 12. Juli 2024 veröffentlichte KI-Verordnung (AI Act) der Europäischen Union und die neue EU-Maschinenverordnung, die im Januar 2027 in Kraft tritt, stellen hohe Anforderungen an die Konformität von KI-Systemen im Produktionsumfeld, insbesondere bei Hochrisiko-KI und Cybersicherheit.

Hilfe bei regulatorischen Anforderungen

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Startups haben oft nicht die Ressourcen, um diese Anforderungen eigenständig prüfen und erfüllen zu können. In Baden-Württemberg unterstützen bereits Reallabore wie das Forschungsprojekt AI-Matters in Stuttgart, der KI-Campus IPAI in Heilbronn und die Karlsruher Forschungsfabrik bei der technischen Entwicklung und dem Testen von KI- und Robotik-Innovationen. Sie berücksichtigen jedoch nicht die regulatorischen Anforderungen. Hier setzt das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg geförderte Projekt ‚Kirr Real – Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik‘ an. Es ergänzt bestehenden Angebote durch sogenannte Legal Quick Checks. Auf diese können sich Unternehmen bewerben, um Unterstützung bei rechtlichen Aspekten zu erhalten.

Wie die Forschenden mitteilen, sollen möglichst exemplarische Anwendungen und deren Einschätzung der Risikoklasse im Fokus des Förderprojekts stehen, damit die Erkenntnisse für viele Unternehmen und Anwendungen in den für die baden-württembergische Wirtschaft wichtigen Bereichen relevant sind. „Mit Kirr Real wollen wir Unternehmen aus der Region dabei unterstützen, Anforderungen aus der KI-Verordnung und der Maschinenverordnung frühzeitig zu antizipieren und umzusetzen. Dadurch reduzieren wir Risiken und ermöglichen es, KI-Lösungen schnell in den Verkehr zu bringen“, beschreibt Prof. Marco Huber, wissenschaftlicher Direktor für Digitalisierung und KI am Fraunhofer IPA, die Ziele des Projekts.

Fraunhofer IPA und Arena2036 entwickeln Framework

Im Projekt erarbeitet das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA gemeinsam mit dem Forschungscampus Arena2036 zudem einen standardisierten Rahmen (Framework), um die Anforderungen von Maschinenverordnung und KI-Verordnung und die Compliance einer Anwendung prüfen zu können. Dieses Framework soll perspektivisch in das Forschungsprojekt AI-Matters überführt und zugleich wissenschaftlich veröffentlicht werden. Weiterhin bietet Kirr Real Informations- und Vernetzungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt planen die Projektpartner regulatorische Hürden zu identifizieren und in den Gesetzgebungsprozess zurückzuspiegeln. Unternehmen sollen so langfristig von optimierten Akkreditierungsprozessen und praxisnahen Lösungen, um die Positionierung Baden-Württembergs als führenden Standort für KI und Robotik zu stärken, heißt es in einer Pressemitteilung des Fraunhofer IPA.